Gutes und nachhaltiges Ressourcen-Management an Bord: Viele Camper träumen von maximaler Unabhängigkeit in ihren Fahrzeugen. Was heißt das konkret und wie gelingt es am besten? Wir klären auf.
Batteriekapazität und Wasservorrat sind entscheidende Faktoren, wenn wir über Autarkcampen sprechen. Aber es gibt weitere wichtige Säulen für eine lange Unabhängigkeit. Autarkie beim Campen bedeutet, dass die Vorräte für etliche Tage nicht zur Neige gehen dürfen: also Energie, Wasser und Lebensmittel. Und die Toilette sollte möglichst selten geleert werden müssen.
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Zäumen wir das Pferd von hinten auf und beginnen mit der Toilette. Um gleich auf den Punkt zu kommen: Wer an entlegene Orte reisen möchte, wird kaum seine Kassettentoilette regelmäßig, spätestens nach drei bis vier Tagen, entleeren können. Und ordnungsgemäß wird er hier auch keine in Plastikbeutel eingeschweißte Fäkalien entsorgen können. Der einzige vernünftige Toilettentyp für solche Reiseziele ist also eine Trockentrenntoilette.
Kommen wir zu Lebensmittel. Hier beißt die Maus keinen Faden ab: Je kleiner das Fahrzeug, desto geringer die Stauraumreserven, desto schneller wird man irgendwo Nachschub besorgen müssen. Hier sind große Fahrzeuge mit großen Kühlschränken und großen Staufächern klar im Vorteil. Auch bei unserem nächsten Punkt, den Wasservorräten, punkten große Fahrzeuge – nicht umsonst ist in Expeditionsmobilen auch mal ein 200-, 300- oder 400-Liter-Frischwassertank montiert. Wer hier konsequent spart, wird seine Autarkie um etliche Tage strecken können. Während zwei Personen 100 Liter in zwei Tagen verbrauchen, kommen andere gut eine Woche damit aus – bei guter Körperhygiene.
Der kritischste Punkt ist die Energie. Hier ist ein Trend losgetreten: die Luxus-Autarkie. Camper hören und lesen von Fahrzeugen mit gewaltigen Batteriebänken und dächerfüllenden Solaranlagen. Wenn Geld und Gewicht keine Rolle spielen, mag man diesem Trend folgen. Im seltensten Fall muss der Kastenwagen allerdings 600-Ah- oder der Bulli 300-Ah-Bordbatterien mit sich rumschleppen.
Caren Heim vom Elektronik-Anbieter Ective erklärt: „Spätestens seit der Corona-Pandemie ist es für viele Camper ein Wunsch, möglichst komfortabel und autark unterwegs zu sein – was auch das Aufkommen der sogenannten ‚Luxus-Autarkie‘ erklärt. So wird die Stromversorgung zunehmend großzügiger geplant. Doch Kosten und Gewicht setzen Limits. Letztendlich hängt die Wahl des Stromsystems von den individuellen Erwartungen an die Reise ab. Gut informierte Kunden entscheiden sich bewusst für ein minimalistisches Equipment.“
Und minimalistisch bedeutet nicht, dass man großartig auf etwas verzichten muss. Der Espresso muss nicht unbedingt (oder immer) über die Saeco, Wechselrichter und Bordbatterien gebrüht werden. Kochen via Induktion ist toll – aber verbraucht gewaltige Energiemengen. Wenn man täglich fährt, und/oder die Sonne die Batterien lädt. Warum nicht.
Am Ende lohnt es sich aber über eine vernünftige Hybridlösung nachzudenken. Macht komplette Gasfreiheit Sinn? Muss man für Tausende Euros LiFePO4-Akkus und Solarpanels kaufen und spazierenfahren, meist ihre Batterien nur zu 20 bis 30 Prozent entladen, um aber dann, für wenige verregnete Tage im Jahr, wenn’s in nordische Gefilde geht, genug Energie an Bord zu haben, um via Induktion kochen zu können? Wer eine fest monierte Gasinstallation und zweijährige Gasprüfungstermine scheut, kann ergänzend für solche Momente einen mobilen Kartuschenkocher mitführen. Der wird dann genutzt, wenn die Batteriereserven für alles andere an Bord spielend ausreichen, aber 120 Ah zum Kochen pro Tag eben nicht mehr verfügbar sind. Und wer zudem gerne mal einen Gasaußengrill oder einen Backofen (Stichwort frisches Brot beim Autarkcampen) wünscht, sollte über die Installation einer Alugastankflasche oder eines kleinen Gastanks nachdenken. Die sind leicht, lassen sich europaweit nachfüllen und haben hochattraktive Energiemengen im Bauch.
Kein Gas an Bord? Wer voll auf Strom als Energiequelle setzt, findet im Kartuschenkocher ein Back-up für lange Stehtage ohne Sonnenschein.
Bordbatterien sind eine wichtige Säule einer soliden Autarkie. Doch welche Kapazität benötigen meine Batterien? Wie viel Solar muss aufs Dach? Um auf diese Fragen eine schlüssige Antwort geben zu können, muss jeder Camper seinen individuellen Strombedarf ermitteln. Hierbei kann diese Tabelle helfen.
Wichtig: die individuellen Laufzeiten notieren, weitere Verbraucher ergänzen und/oder hier aufgeführte Geräte, die nicht verwendet werden, einfach löschen. Bedenkt: Im Winter wird der Kompressorkühlschrank seltener anlaufen, dafür kommt die Heizung hinzu. Jahreszeit und individuelles Nutzungsverhalten können extrem variieren. Bitte gewissenhaft notieren.
Am Ende hast Du Deinen durchschnittlichen Tagesverbrauch vor Augen. Und jetzt wird es spannend: Wie lange stehst Du im Normalfall an einem Platz? Je höher hier die Ansprüche an die Autarkie, desto größer müssen die Bordbatterien und/oder die Solarpanels sein, um hier für einen Energieausgleich zu sorgen. Oder die Bereitschaft, die Klimaanlage und/oder das Induktionskochfeld einmal nicht zu verwenden. Bei langen Schlechtwetterphasen kann beispielsweise auch einmal ein Gaskartuschenkocher zum Einsatz kommen. Der kostet im Vergleich quasi nichts, das Fahrzeug ist im Grunde immer noch gasfrei, da es nicht zur Prüfung muss. Aber bedenke: Auch LiFePO4-Batterien sollten nicht ständig zu 90 Prozent entladen werden. Geringe Entladetiefen schonen die Batterien und verlängert ihre Lebensdauer.
Ohne einen Lade-Booster geht bei modernen Fahrzeugen in puncto „Batterieladung während der Fahrt“ rein gar nichts mehr. Intelligente Lichtmaschinen liefern ohne klare Leistungsanforderung keinen Ladestrom für die Bordbatterien – diesen Job übernimmt zukünftig der Lade-Booster. Er signalisiert Leistungsbedarf und steuert jederzeit die Ladung der Bordbatterien. Seine Installation ist kinderleicht – er wird einfach in die Ladeleitung zwischen Starter- und Bordbatterie eingefügt. Die funktioniert auch mit Fahrzeugen mit EBL.
Lade-Booster liefern, je nach Modell, von rund 20 bis 90 Ampere Ladestrom. Ihre Leistung muss zwingend auf die Batterieart und -größe abgestimmt werden.
Mit 30 Ampere sind die meisten Camper mit Bordbatterien bis rund 120 Ah sehr gut bedient. Was Booster nicht können: Powerstations laden.
Optimal: Die leistungsfähigen Booster von Dometic Büttner können durch ihr massives Gehäuse sehr viel Wärme abgeben.
Wer lange autark campen möchte, kommt um Solarstrom nicht herum. Wie groß die Anlage sein sollte, darüber entscheiden Stromverbrauch, Batteriekapazität und Reiseziel. Wer täglich fährt, kommt übrigens mit einer sehr bescheidenen Solaranlage aus – die Lichtmaschine powert über einen Lade-Booster gewaltige Ladeströme in Rekordzeit in die Bordbatterien. Unser Tipp: tragbare Module. Dann kann der Camper auch mal im Schatten stehen – und nur das Panel liegt in der Sonne. Das Kleine von Ective bringt über 200 Wp. Das Packmaß ist kaum größer als DIN A4. Faltbare Solarmodule brauchen einen Anschluss (Stecker) an die Bordbatterie(n), meist über einen weiteren Solarregler oder einen, der noch Leistungsreserven frei hat.
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Warum Du auf diesen Batterietyp setzen musst:
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Mit einer Kapazität von 230 Ah ersetzt sie herkömmliche 400 Ah Blei-/Gel-Batterien und ermöglicht autarkes Reisen für bis zu 7 Tage.
Powerstations, wie beispielsweise von Ecoflow oder Zendure, eignen sich hervorragend als Stand-alone-Lösung für Selbstausbauer – oder als Ergänzung für Serienfahrzeuge. Je nach Modell sind schon ganz ordentliche Energiereserven integriert, mehrere 12-Volt- (Kfz-Steckdose/USB-Ports) und auch ein oder mehrere 230-Volt-Steckdosen (integrierter Wechselrichter) kommen mit der Powerstation an Bord.
Bisher konnten die Energiewürfel über Landstrom und/oder Solar geladen werden. Das Bordnetz konnte nur während der Fahrt über die Kfz-Buchse (Zigarettenanzünder) angezapft werden, wollte man Strom über die Starterbatterie/Lichtmaschine saugen. Allerdings waren hier nur lächerlich kleine Ströme realisierbar. Aktuell stellte Ecoflow den Alternator-Charger vor. Eine vernünftige deutschsprachige Bezeichnung hat der Hersteller noch nicht, aber das Konzept passt: Der Charger mit der Bord- oder Starterbatterie des Campers verbunden, wird zukünftig dort während der Fahrt Strom abzapfen (oder bei Solarstromüberschuss an der Bordbatterie auch im Stand) und die Ecoflow Powerstation laden. Da diese eine Betriebsspannung von 48 Volt hat, und das Ladekabel zudem auch eine Kommunikationsleitung ist, kann der Alternator-Charger nicht zum Laden von 12-Volt-Batterien benutzt werden. Via App kann der Nutzer einstellen, bei welcher Spannung von Start- oder Bordbatterie der Charger anfangen soll zu laden und wann er stoppen soll.
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