> Dachzelt-Camping auf dem Sportwagen

Leichte Dachzelte im Test: iKamper Skycamp Mini gegen Dometic Feather-Lite II

06.10.2026
Text: Gerrit Reichel | Bild: Redaktion

Nur 49 und 57 Kilo schwer: Wir testen zwei besonders leichte Dachzelte von Dometic und iKamper auf Porsche-Sportwagen. Was können die Leichtgewichte?

Klein, günstig, flexibel: Mit einem Dachzelt lässt sich praktisch jedes Fahrzeug mit vergleichsweise geringem Aufwand in ein campingtaugliches Urlaubsmobil verwandeln. Einfach Dachträger montieren, Dachzelt drauf, schon kann es losgehen. Nach der Reise verschwindet das Zelt dann wieder in Garage oder Keller, als wäre nichts gewesen. Das Angebot ist inzwischen riesig. Schon bei etwas mehr als 1.000 Euro geht es los für ein Sparmodell für Zwei. Luxusversionen mit Anbauteilen für vier und mehr Personen können dagegen mehr als 5.000 Euro kosten. Neuerdings gibt es sogar Dachzelte mit klappbaren Alu-Seitenwänden.

Wir haben uns zwei besonders leichte Modelle ausgesucht, die sich selbst auf einem kleinen Pkw verbauen lassen: einmal das bewährte Skycamp Mini 3.0 von iKamper, daneben das neue Frontrunner Feather-Lite II von Dometic.

Mit nur 57 Kilogramm Gesamtgewicht gehört das Skycamp Mini zu den leichtesten Hybridzelten am Markt. Das Feather-Lite II wiegt sogar nur 49 Kilogramm und empfiehlt sich damit als echtes Federgewicht. Der Unterschied hängt mit der Bauweise zusammen. Während iKamper beim Skycamp Mini auf eine Kombination aus Stoff und Hartschale setzt, kommt das Dometic ganz ohne Gehäuse aus. Der Boden besteht bei beiden aus einer festen Platte.

Montage Skycamp Mini 3.0 und Feather-Lite II

Schon bei der Montage zeigen sich einige Unterschiede. Hat man es erstmal geschafft, das Dachzelt zu zweit auf den Dachträger zu wuchten, geht beim iKamper alles recht fix. Das Skycamp Mini 3.0 krallt sich mit vier soliden Klemmfüßen am Dachträger fest, die über eine lange Spindel mit Hilfe eines Akkuschraubers zusammengezogen werden. Das erledigt man bequem neben dem Auto stehend.

Beim Feather-Lite ist das Festklemmen deutlich mühsamer. Hier hantiert man mit Ratsche oder Maulschlüssel im engen Bereich zwischen Zeltboden und Autodach und verschraubt Stahllaschen am Träger. Deutlich besser sollte es mit den optional erhältlichen Schnellverschlüssen gelingen (145 Euro).

Die Montageschienen können längs und quer angebracht werden.

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Fummelig beim Feather-Lite: das Festziehen der Verschraubung am Dachträger.

Aufbau Skycamp Mini

Weiter geht’s mit dem Aufbau. Das Skycamp Mini entfaltet sich zur Hälfte quasi von selbst: Zwei seitliche Verschlüsse lösen, die schwarze Haube etwas lupfen, den Rest des Weges drücken zwei Gasdruckfedern das Dach nach oben.

In einem zweiten Schritt zieht man die zusammengeschobene Leiter auseinander und hebelt damit den Stoffteil des Zeltes hervor. So verdoppelt sich die Grundfläche. Noch zwei Spannstangen am Eingang einstecken, fertig.

Aufbau Schritt 1: Als Erstes muss beim Dometic Frontrunner die Transporthülle entfernt werden. Sie ist mit Gurten und einem umlaufenden Reißverschluss befestigt.

Aufbau Feather-Lite II

Beim Feather-Lite II gilt es zunächst, die PVC-beschichtete Nylon-Schutzhülle zu entfernen. Sie ist mit zwei Spanngurten und einem umlaufenden Reißverschluss befestigt. Das Öffnen erfordert mehrmaliges Ums-Auto-Laufen. Anschließend erfolgt das Aushebeln mit Hilfe der Leiter wie beim iKamper.

Nun muss aber noch die Außenhaut über dem Innenzelt mit diversen Abspannleinen und Verbindungsklemmen befestigt werden. Alles in allem dauert dieser Aufbau zirka eine Viertelstunde. Beim iKamper steht das Zelt in der Hälfte der Zeit.

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Skycamp Mini 3.0: Die Matratze hat eine Isolierschicht für kalte Nächte. Der Boden besteht aus Alu-Wabenplatten.

Welches Zelt bietet mehr Platz und Gemütlichkeit?

Endlich können wir ins Innere unserer Dachzelte klettern. Beide bieten eine gemütliche Liegefläche. Die des Feather-Lite II fühlt sich spürbar fester und damit etwas angenehmer an als jene im Skycamp Mini, besonders für Seitenschläfer.

Dafür ist der Schaumstoff unten nicht belüftet, während iKamper ein Abstandsgewirk spendiert. Was die Maße der Liegefläche betrifft, gibt es keine großen Unterschiede, 1,20 mal 2,0 Meter im Dometic, 1,30 mal 2,10 Meter im iKamper.

Die Bewegungsfreiheit ist in beiden Dachzelten gut, die Kopffreiheit im Skycamp Mini etwas höher. Im Vergleich ist das Feather-Lite II immerhin 35 Zentimeter länger. Das wirkt sich auf den zur Verfügung stehenden Stauraum aus. Schuhe, Kleidung und Reiseutensilien passen problemlos mit ins Innere.

Im Skycamp Mini ist dafür kaum Platz. Abhilfe ließe sich mit einem hängenden Schuhregal schaffen, welches als Zubehör erhältlich ist und außen unter dem Zelt montiert wird. Zu diesem Zweck besitzt das Skycamp Mini an der Unterseite mehrere verschiebbare Ringmuttern.

So lässt’s sich leben: Im Skycamp Mini 3.0 fühlt man sich geborgen. Die Kombination aus Hartschale und schwerem Mischgewebe trotzt auch schlechtem Wetter.

Panoramablick durchs Dach

Durch die Seitenfenster scheint in beide Dachzelte viel Licht herein, im Feather-Lite II zusätzlich noch durch zwei Klarsichtflächen im Dach (im Skycamp Mini hingegen ein nicht zu öffnendes Panoramafenster). Dafür lässt sich das iKamper für die Nacht effektiver verdunkeln. Wenn’s draußen mal stürmt oder gar hagelt, fühlt man sich unter der Hartschale zudem geborgener als unter dem Stoffdach des Dometic. Verklebte Nähte besitzen beide Dachzelte, die Verarbeitungsqualität und die Materialien sind beim iKamper aber spürbar hochwertiger.

Die Belüftung wiederum funktioniert im Feather-­Lite II besser, besitzt es doch eine Öffnung mehr, am anderen Ende gegenüber dem Eingang. Apropos, dieser ist mit einer etwa 75 Zentimeter langen Apsis überdacht. So gelangt man auch bei Regen einigermaßen trocken rein und raus. Im iKamper dagegen steht man nach dem Öffnen des Eingangs sofort im Wetter. Selbst ohne Niederschlag holt man sich morgens unweigerlich einen nassen Rücken am Schwitzwasser über der Leiter.

Zum Zusammenfalten einfach am Gurt ziehen (o.). Saubere Lösung: Die Verschlüsse der Hartschale sind abschließbar.

Zusammenbau

Beim Zusammenbauen, wen wundert’s, ist man mit dem Hybrid-Dachzelt Skycamp Mini 3.0 beinahe so schnell startklar wie bei der Ankunft. Der Boden wird mit der Leiter eingeklappt, dann die Haube mit einem langen Gurt herabziehen. Lässt man Kissen und Decken oder Schlafsäcke auf der Liegefläche im Zelt zurück, kann das Verschließen etwas Nachdrücken erfordern. Das ist so ähnlich wie beim Zuquetschen des Reisekoffers, wenn man im Urlaub zu viele Souvenirs gekauft hat.

Beim Feather-­Lite II ist im Vergleich mehr Stoff zu falten und die Hülle will wieder über das Zelt gezogen und befestigt werden. Das mehrmalige Ums-Auto-Laufen vom Aufbau wiederholt sich. Wenn’s am Abreisetag regnet, macht das keine Freude.

Fahrverhalten: Schwerpunkt wandert nach oben

Noch ein Wort zum Fahrverhalten: Dachzelte verschieben den Schwerpunkt des Fahrzeugs nach oben. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man durch Kurven fährt oder scharf bremst. Das Auto reagiert etwas träger. In unserem Fall war das allerdings kein Problem, denn wir hatten für diesen Vergleich zwei Sportwagen zur Verfügung, die sich auch mit den rund 50 beziehungsweise 60 Kilogramm Mehrgewicht auf dem Dach noch sehr handlich bewegen ließen. Auch der Spritverbrauch stieg nicht nennenswert, etwa einen halben Liter auf hundert Kilometer mehr konnten wir ermitteln.

Schlanke Silhouette: Mit ihrem geringen Packmaß ducken sich die Dachzelte flach in den Wind, das von iKamper (r.) noch etwas besser als das Dometic.

Abschließend geht es natürlich noch um den Preis. Hier erweist sich das Dometic Frontrunner Feather-­Lite II als echtes Schnäppchen, mit 1.199 Euro ist man dabei. Deutlich teurer ist das iKamper Skycamp Mini 3.0, es wird vom Generalimporteur Campwerk ab 4.280 Euro angeboten. Das ist natürlich schon eine ganz andere Preisklasse, wobei sich die Qualität von Konstruktion, Material und Verarbeitung auch auf einem deutlich höheren Level bewegen.

Tipp: Dachzeltlift für die Garage

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Dachzelt anzuschaffen, aber diese Form der Übernachtung erst einmal ausprobieren möchte, der kann auch eines mieten. Vor dem Kauf sollte man sich zudem Gedanken über die Aufbewahrung machen. Im Keller nimmt ein Dachzelt viel Platz ein. Ideal sind eine Garage oder ein Carport mit ausreichender Deckenhöhe für die Installation eines Dachzeltlifts (ca. 250 Euro). Dabei handelt es sich um eine Hebevorrichtung für das Aufsetzen und Abheben. Bei Nichtbenutzung hängt das Dachzelt über dem Auto.

Wir hatten viel Spaß mit den Dachzelten wie auch mit den zwei Testfahrzeugen. Der linke ist eine freundliche Leihgabe aus dem Porsche-Museum.

Fazit: Zwei Dachzelte, beide leicht, ideal für Autos mit geringer Dachlast. Für zwei Personen völlig ausreichend. Das iKamper Skycamp Mini 3.0 begeistert mit toller Verarbeitung und einfacher Handhabung. Allerdings kostet es auch dreimal so viel wie das Dometic Frontrunner Feather-Lite II. Dieses bietet etwas mehr Platz und einen geschützten Einstieg. Auf- und Abbau sind aber deutlich aufwendiger.