Gravelbikes liegen voll im Trend und verbinden das Beste aus Rennrad und Mountainbike. Sie sind vielseitig, robust und eignen sich sowohl für Asphalt als auch für Schotterpisten und leichte Trails.
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Okay, es ist natürlich Ansichtssache. Mein erstes Mountainbike von Hercules hatte Sachs-15-Gang-Schaltung und Trommelbremsen, dann kam ein Hot Chili, in der Vorbereitung zum nächsten Bike-Marathon ein Jan-Ulrich-Rennrad, und als beim Chili der Rahmen brach, ein Centurion-Hardtail. Die Liste geht weiter. Cycle-Cross, Enduro und sogar ein Fully mit Motor – aber das aktuelle Gravel ist mein Favorit. Ich weiß noch, wie ich mit dem Rennrad täglich knapp 20 Kilometer zur Arbeit fuhr. Fast ausschließlich Waldwege, und ich hatte immer Angst, dass irgendwas bricht oder sich verbiegt. Letztendlich war es nur die Campagnolo-Kurbel, die mir direkt in der Rennsportabteilung geschweißt wurde.
Das war schon lange vor dem Gravel-Boom, und ich habe mich lange dagegen gewehrt. Erst als ich nach ein paar Tausend Kilometern den Crosser updaten wollte, hat die Suche nach GRX und Co. ständig Angebote angezeigt. Irgendwann war der Punkt erreicht, als die Teile teurer waren als ein neues Bike. Und für das inzwischen zwölf Jahre alte Specialized Crux gab es auch noch ein paar Euro. Carbon statt Kondition war nicht der Plan, aber das Angebot war zu gut. Schon vor zwölf Jahren war die Erkenntnis, dass die Strecken, die mit dem Mountainbike langweilig wurden, mit dem Renner richtig Spaß machen. Klar, es ist nicht so einfach, aber der höhere Anspruch vertreibt die Langeweile. Mit der längeren Übersetzung werden mehr Steigungen anstrengend, denn der kurze Gang fehlt. Der Rennrad-Lenker, der einem anfangs komisch vorkommt, bietet deutlich mehr Griffpositionen als die Stange beim MTB. Bergauf so, dass man an die Schaltung kommt, im kleinsten Gang oben auf der Querstange, bergab meist auf den Brems-Schalthebeln, um die Funktionen bedienen zu können. Die klassische Rennradposition an den Hörnchen bleibt dann für Speed auf der Ebene, bei Gegenwind oder wenn man einfach mal die Sitzposition ändern will.
Kurz gesagt: Das Gravel-Bike ist eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike – und damit für eine breitere Zielgruppe geeignet. Okay, ein Touren- oder Trekking-Rad würde auch gehen, das ist aber vielen zu langweilig, zu oldschool. Also wieso kein Rennrad? Wer die Renner mit rasierten Beinen, glänzendem Elastan und einer 100er-Trittfrequenz über die Straße fliegen sieht – das ist schon eine Philosophie. Hier geht es meist nicht um ein bisschen Bewegung, muss beim Graveln auch nicht sein, sondern um richtigen Sport. Außerdem spielt die Technik eine größere Rolle und viel dreht sich um das Gewicht von Material und Fahrer. Locker flockig in den Biergarten und dabei noch ein paar Bordsteine rauf und runter muss nicht sein. Das Mountainbike, zumindest das ungefederte, kann schon viel. Aber auch hier sind wieder Kleinigkeiten. Um im Gelände gut und sicher unterwegs zu sein, braucht es grob profilierte Reifen, die auf der Straße mehr bremsen als rollen. Jammern auf hohem Niveau, aber kurz mal 20 Kilometer zum Einkaufen ist anstrengender als mit dem beinahe Rennrad. Ein anderer Punkt, der für uns Camper nicht ganz unwichtig ist, ist schon wieder das Gewicht. Zuladung und Aufladung. Das Gravel spart einfach ein paar Kilo auf der Waage, die man mit anderen Sachen wieder auffüllen kann. Vorteile auch beim Aufladen: Begonnen mit dem Hochheben, und zudem die schmaleren Lenker, so lässt es sich viel einfacher auf dem Heckträger befestigen, egal ob an der Wand oder der Anhängerkupplung.
Nochmals die Definition: Das Schotterfahrrad soll Spaß machen, Abenteuer auf zwei Rädern. Robuster Rahmen, breitere Reifen und eine aufrechtere, komfortablere Sitzposition. Man muss sich einfach nicht so viele Gedanken über die Strecke machen, denn auch bei einer Sackgasse im Wald kann man einfach über die Wiese oder das Unterholz fahren – oder auch tragen. Dennoch geht es gut voran, und der eigene Aktionsradius mit dem Bike vergrößert sich. Es macht einfach Spaß, nur treten muss man noch selbst.
Eigentlich schade, dass das Liv Devote Advanced 0 SE im Prinzip „nur“ für Frauen gemacht ist, es sieht schon geil aus. Natürlich auch schade, dass sich die amerikanische Profi-Gravel-Rennfahrerin Melissa Rollins, für die das Bike gebaut wurde, am 10. März bei einem Sturz im Training den Ellbogen gebrochen hat. Das schöne Bike gibt es für 4.500 Euro als Race-Replika mit exzellenter Ausstattung: Carbon-Rahmen, -Gabel, -Sattelstütze, -Felgen, zweifach Shimano-XTR und vieles mehr. Wichtig für die Kleineren: Von XS bis L variiert die Oberrohrlänge von 525 bis 555 Millimeter und die Durchstiegshöhe von 681 bis 786.
Das Gewicht ist leider nicht angegeben, sollte aber unter zehn Kilo liegen. Außerdem, je nach Körperbau und Größe, dürfen natürlich auch Männer das Devote fahren.
Cube bietet das volle Programm: Einstieg, Race und E. Nehmen wir mal das Schönste, also das Nuroad C:62 SLT, Vollcarbon von den Felgen, Gabel, Rahmen bis zur Sattelstütze. Geschaltet wird 13-fach mit Sram XPLR, und für den Vortrieb sorgen 45er Schwalbe G-one. Das sich der Aufwand lohnt, sieht man beim Gewicht: Knapp acht Kilogramm ist ganz schön wenig für knapp 6.000 Euro. Der Einstieg ist einfacher. Für knapp 900 Euro gibt es das Nuroad one mit Shimano Cues, Alu-Rahmen und Carbon-Gabel. Mit gut elf Kilo bekommt man mehr Bike fürs Geld, und mit der Neunfach-Schaltung mit großer Bandbreite muss man bergauf genauso schnaufen. Der Einstieg ist markenübergreifend nicht so schwer, und von den Komponenten wird nicht so viel verlangt wie von einem Mountainbike mit Fullsuspension.
Ein bisschen wow, ein bisschen bitte nicht. Das Gravel-Fully. Na ja, ein bisschen lustig ist es schon, denn holprig sind die Touren. Normalerweise sind ein guter Sattel und breite Reifen die Methoden, den Komfort zu erhöhen. Durch die aufrechte Sitzposition ist man komfortabler unterwegs als auf der Rennmaschine. Hier hat man auf 55er-Reifen, Rahmen und Felgen aus Carbon, RockShox-Gabel und einen Dämpfer gesetzt. Geschaltet wird mit der Sram-Eagle, der Gepäckträger ist Zubehör. Dennoch soll das Bike in Größe M nur 11,3 Kilo wiegen, das Top-Modell kostet knapp 7.000 Euro.
Den Einstieg macht das Checkpoint ALR 3: Aluminium-Rahmen, Carbon-Gabel, Shimano-CUES-Schaltung, mechanische Scheibenbremsen, Gewicht 10,4 Kilogramm, ab 1.300 Euro.
Gravelbiken bedeutet Staub in den Lungen, das trockene Klappern von Steinen am Schaltwerk und das leise Stöhnen vor Anstrengung. Es ist auch eine neue Vorstellung von Leistung, die perfekt zum neuen Crosshill CF passt – so sieht es jedenfalls der Hersteller.
Wie gesagt, der Kohlenstoff-Rahmen war eher Zufall, die Ausstattung war schon Absicht. Mit der zwölffachen Shimano GRX 820 ist man schon am oberen Ende der Ausstattung angekommen. Natürlich gibt es das Ganze auch noch kabellos, aber wer will schon zusätzlich zu Licht und Navi auch noch die Schaltung aufladen – und ohne Licht oder Navi kann man trotzdem fahren. Mit rund neun Kilogramm ist das Teil schön leicht, und dank Flexstays am Rahmen, die eine um zwölf Prozent bessere Dämpfung erlauben sollen, ist das Bike fast schon komfortabel.
Noch mehr Dämpfung würden breitere Reifen bringen, bis zu 45 Millimeter passen rein. Der neuste Trend geht auch an der französischen Marke nicht vorbei, die beiden Topmodelle haben eine Federgabel, und der Rahmen des CF 6 wäre dafür vorbereitet.
Der Einstiegspreis bei den Modellen mit Leichtmetall-Rahmen liegt bei knapp 1.300 Euro, das Ende mit Sram-Rival-Schaltung bei 2.600. Carbon startet bei 2.799 und geht hoch bis 6.999 Euro, hier mit der Sram Force.
Durch den Nabenantrieb kannst du mit dem eSILEX 600+ deine persönliche Route wählen. Die Kombination aus breiten Reifen und der Unterstützung durch den Mahle-Nabenmotor mit 237-Wh-Akku passt perfekt. Die leichtgängige Sram-Apex-Gruppe mit einfachem Kettenblatt und großer Übersetzungsbandbreite sorgt für mühelose Kontrolle. Die Carbon-Gabel dämpft perfekt und die vielen Anbringungsmöglichkeiten eignen sich ideal für Bikepacking. Das Mahle-X30-System mit integriertem Akku bietet eine neutrale Unterstützungsstufe. Du kannst sogar einen externen 208-Wh-Mahle-Zusatzakku verwenden. Je nachdem, wo du damit fahren möchtest, ist das eSilex in der robusteren 650B- oder der schneller rollenden 700C-Ausführung erhältlich.
Das Upgrade, um die Bio-Biker zu ärgern? Nein, natürlich nicht. Der Mahle-X30-Nabenmotor sitzt dezent am Hinterrad, der 250-Wh-Akku ist fast unsichtbar im Unterrohr verbaut. Und es gilt ganz klassisch: Ein Meter ist besser als kein Meter. Wer also anfangen möchte und beispielsweise in einer stärkeren Gruppe mitfahren will, oder für die unterschiedlich fitte Familie, ist das E-Gravel nicht ganz verkehrt. Der traktionsfördernde Antrieb liefert bis zu 45 Nm und kann bis zu 90 Kilometern unterstützen. Wie üblich natürlich nur bis 25 km/h, was offroad mit den schmalen 35er-Reifen aber schon ganz ordentlich ist. Ansonsten klar, Alu-Rahmen und -Gabel, Sram-12-fach-Schaltung und das alles zu einem Gewicht von knapp 14 Kilogramm und vergleichsweise günstigen 3.400 Euro.