Seit Jahren steht ein Omnia Backofen bei uns im Verlag. Einmal benutzt, danach aber trotz leckerem Ergebnis nicht mehr. Ein Omnia Koch-Workshop bot nun Gelegenheit, endlich mal auszuprobieren, was man mit dem Backofen für unterwegs so zaubern kann.
Bisher hatten wir ihn erst einmal benutzt, unseren Omnia-Backofen, und dabei ungeduldigerweise festgestellt: Das dauert ja ganz schön lange. Das Ergebnis war zwar lecker, aber irgendwie hatte das Gerät nicht den Weg in die Standardausrüstungskiste geschafft. Jetzt kam aktuell eins zum anderen. Es kam der größere Omnia, es kam die Antihaftbeschichtung, viele Farben für den Deckel, die Neueröffnung von Melzer Reisemobile in Jestetten und ein Omnia-Workshop mit Steffi und Lui von comewithus2.
Das war die Gelegenheit, ein lustiges Wochenende mit netten Leuten, interessanten Gesprächen und hoffentlich auch leckerem Essen aus dem Omnia zu genießen. Also den neuen Omnia Maxi, das Unterteil, die Silikonform und das Ausbackgitter eingepackt, alles Nötige für den Koch-Workshop plus eine Packung Aufbackbrötchen eingepackt, und es ging auf ins Kochabenteuer.
Die Geschichte des Omnias geht zurück bis in die 1940er-Jahre – wann genau der mobile Backofen das Licht der Welt erblickte, ist nicht bekannt. Damals wurde der Ofen von der Firma Optimus, auch heute noch bekannt für Kocher und Kochtöpfe, hergestellt. 1973, als Optimus den schwedischen Heizungshersteller Alde gekauft hat, wurde der Omnia vergrößert und bekam seinem typisch schwedisch roten Deckel – 1996 haben vier Alde-Mitarbeiter Alde übernommen, der Backofen hat also nichts mehr mit der Heizung zu tun. Seit 2006 wird der Ofen von der Firma Koala Marketing hergestellt, die in letzter Zeit auch ein bisschen für Zubehör und Innovation sorgt.
Das Funktionsprinzip des Omnias ist aber seit fast 100 Jahren gleich: Die Hitze der Kochstelle, sei es eine Herdplatte oder eine Gasflamme, wird auf das schalenförmige Unterteil übertragen. Das Unterteil, übrigens aus Edelstahl, erwärmt sich und die Luft, die sich zwischen Unterteil und der Omnia-Form, aus Aluminium, sammelt. Die Auflagefläche zwischen dem Unterteil und der Form ist sehr gering.
Zum Glück ist Edelstahl ein sehr schlechter Wärmeleiter, dennoch ist der Berührungspunkt zwischen Boden und Form ein neuralgischer Punkt, wenn es ums Anbrennen geht. Im besten Fall ist es aber die heiße Luft, die die zum Backen notwendige Energie überträgt. Die Besonderheit des Omnias ist aber nicht, dass man damit riesige Donuts oder Bagels backen kann.
Das Loch in der Mitte hat eine andere Funktion. Durch diesen Kamin wird gut ein Drittel der Hitze abgeleitet und durch den Deckel im Omnia gehalten. Oberhitze ist das Zauberwort, das den Omnia vom klassischen Kochtopf unterscheidet. Zwei Drittel Unter-, ein Drittel Oberhitze kann man sich merken. Nicht ganz optimal, weil es dazu führt, dass man manche Gerichte während der Zubereitung umdrehen muss – dazu später mehr.
Der technische Exkurs ist vorbei, jetzt geht es zum Frühstück. Wie gesagt, nach mehrjähriger Abstinenz war es sozusagen ein Kaltstart. Nach dem Wochenende wissen wir: Möglichst kleine Brötchen, die den Kamin nicht berühren, und am besten zusätzlich zum Gitter die Silikonform verwenden. Aber auch so war das Ergebnis so gut, dass sich allein dafür der Omnia schon lohnen könnte. Nach zehn Minuten waren die Bio-Weizenbrötchen goldgelb – bis auf den Teil, an dem sie den Kamin berührt haben – und super lecker. Aber das war erst der Anfang.
Um elf Uhr ging es los mit dem großen Kochen. Nach einer gründlichen Vorstellung und Einführung von Steffi in die Welt des Omnia haben wir endlich das Geheimnis dahinter verstanden. Das Geheimnis ist nämlich, dass der Omnia, wenn alles vorbereitet ist, allein bleiben kann, man kann duschen gehen, schon mal alles abspülen und aufräumen oder, wie der Schweizer sagt, einen Apéro zu sich nehmen und entspannen.
Unser Hauptgang waren Schinken-Zucchini-Rollen, die vegetarische Alternative waren Spinat-RicottaRollen. Sieben Zutaten und ein bisschen Pfeffer und Salz. Der Schwierigkeitsgrad war nicht besonders hoch, wenn auch das Arbeiten mit frischem Nudelteil und Sparschäler schon etwas filigran war – zumindest für die Köche. Aber es war genau so wie beschrieben. Nachdem alle ihre Röllchen gerollt und in den Omnia geschichtet hatten, war genügend Zeit, durch die Ausstellung zu schlendern, zu quatschen oder sich einen Kaffee zu holen.
Zutaten:
Zubereitung:
Nicht vergessen durfte man allerdings den Nachtisch, dessen Biskuitboden schon vor dem Hauptgang verrührt und gebacken wurde. Der wurde, während die Röllchen garten, geteilt und mit handgeschlagener Sahne, Schokolade und Beeren verziert. Gut 30 bis 45 Minuten später war dann die große Präsentation der Gerichte. Da das Wetter immer unfreundlicher wurde, hat sich die Kochgruppe in die Melzer-Werkstatt gerettet – so hatte es Chef Clemens Schulze auch nicht so weit, um überall einmal zu probieren.
Die Ergebnisse waren einfach fabelhaft. So lecker – aber für zwei definitiv zu viel. Somit war es ganz praktisch, dass kreuz und quer probiert und gelobt wurde. Wirklich ein Riesenspaß, der nach Wiederholung schreit. Clemens hat im Prinzip schon zugesagt, über 16.000 Quadratmeter Platz und motivierte Mitarbeiter stehen bereit. Wann es wieder so weit ist, erfahrt ihr unter www.comewithus2.com oder www.automelzer.de.
Mehr Rezepte für unterwegs:
Und wenn ihr mehr Lust auf Vanlife-Cooking habt, hier haben wir eine Auswahl leckerer Gerichte für unterwegs zusammengestellt.
Die beiden Reisenarren aus der Schweiz haben ein großes Ziel: Sie wollen alle 47 Länder Europas mit ihrem Camper bereisen. Dazu muss man natürlich viel unterwegs sein, was letztendlich dazu führte, dass der Camper das neue Zuhause wurde. Seit einigen Jahren sind sie nun schon Vollzeit mit dem Van unterwegs, machen Videos, Vorträge, schreiben Reisebücher, Ratgeber und Kochbücher zum Thema Vanlife Cooking. Das Buch mit ganz vielen leckeren Gerichten gibt´s für 24,99 Euro direkt bei comewithus2.com oder im Buchhandel.