> Maßgeschneidertes Fernreisemobil auf Unimog-Basis

Vanfabrik Unimog-Umbau: Fernreisemobil für zwei Personen und Dackel

24.03.2026
Text: Maike Leitholf | Bild: Clara Sesterhenn

Aus robustem Arbeitstier wird kompromissloses Reisefahrzeug: Dieser zum Camper ausgebaute Unimog ist auf Autarkie, Wintereinsatz und lange Reisen ausgelegt. Der maßgeschneiderte Ausbau kombiniert klassische Expeditionsgene mit wohnlichem Innenraum.

Ein Unimog steht eigentlich für Arbeit, Gelände und Funktion. In diesem Fall dient er als Basis für ein Fernreisemobil, das genau diese Eigenschaften mit einem durchdachten Wohnkonzept verbindet. Ziel war ein Reisefahrzeug, das auch unter anspruchsvollen Bedingungen funktioniert und sich gleichzeitig dauerhaft gut nutzen lässt.

Die Bauzeit betrug rund sechs Monate. In dieser Zeit wurde eine bestehende GFK-Kabine grundlegend überarbeitet und technisch wie funktional neu gedacht. Entstanden ist ein Fahrzeug, das konsequent auf Autarkie, Wintertauglichkeit und Langlebigkeit ausgelegt ist.

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Robuster Aufbau mit klarer Ausrichtung auf Autarkie

Die Kabine besteht aus 60 Millimeter starken GFK-Sandwichpaneelen und bildet die Basis für Stabilität und Isolation. Ergänzt wird der Aufbau durch Details, die vor allem für den Einsatz abseits klassischer Infrastruktur gedacht sind: zehn Echtglas-Expeditionsfenster, zusätzliche Stauboxen außen und auf dem Dach sowie ein beheizter Abwassertank mit elektrischem Ventil.

Auch beim Thema Energie ist das Fahrzeug auf maximale Unabhängigkeit ausgelegt. Sechs Solarmodule liefern zusammen 1.080 Watt Leistung und ermöglichen lange Standzeiten ohne externe Stromquelle. Unterstützt wird das System durch ein Energiemanagement mit zwei 200-Ah-Lithium-Batterien im 24-Volt-System sowie verschiedenen Komponenten aus dem Victron-Umfeld.

Technik für alle Jahreszeiten

Der Ausbau ist auf ganzjährige Nutzung ausgelegt. Das zeigt sich vor allem im Heiz- und Wasserkonzept. Eine Kombination aus Dieselstandheizung und elektrischer Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Wärme im Fahrzeug. Der Frischwassertank mit 200 Litern Fassungsvermögen ist frostsicher im Innenraum untergebracht und wartungsfreundlich zugänglich.

Diese Lösung erlaubt es, das Fahrzeug sowohl in kalten Regionen als auch bei wechselnden Bedingungen zuverlässig zu nutzen und ermöglicht auch längere Reisen unter wechselnden Bedingungen.

Durchdachter Grundriss für zwei Personen plus Dackel

Im Innenraum zeigt sich ein klar auf zwei Personen ausgelegtes Konzept, das gleichzeitig auf Alltagstauglichkeit achtet. Im Heck befindet sich ein Doppelstockbett mit zwei Liegeflächen. Direkt davor liegt eine erhöhte Sitzgruppe, die sich über ein absenkbares Tischgestell auch als Lounge nutzen lässt.

Besonderes Detail: Der Ausbau ist auch auf einen vierbeinigen Mitreisenden abgestimmt. Im Heck erleichtert eine eigens angefertigte Rampe dem Dackel den Wechsel zwischen den Ebenen. Im Eingangsbereich sorgt ein ausklappbarer  „Dackelrausfallschutz“ dafür, dass er sicher im Fahrzeug bleibt, und im Fahrerhaus wurde eine Leinenhalterung integriert wurde.

Stauraum findet sich in verschiedenen Modulen, darunter Sitzbänke mit integrierten Fächern und ein Schrank, der sowohl vom Wohnbereich als auch vom Bett aus zugänglich ist.

Kompakte Küche mit durchdachten Lösungen

Die kompakte Küche nutzt den vorhandenen Platz gut. Unterschiedliche Tiefen und ein schräger Bereich schaffen mehr Bewegungsfreiheit. Sechs große Schubladen bieten Stauraum, ergänzt durch ein Induktionskochfeld und eine großzügige Spüle mit Aufsatzarmatur.

Details wie ein maßgefertigtes Schneidebrett mit eigenem Stauraum oder eine separate Abdeckung für die Spüle zeigen, wie alltagstauglich der Ausbau gedacht ist. Ergänzt wird die Küche durch einen Kühlschrank im Eingangsbereich sowie zusätzliche Arbeitsfläche über ein klappbares Modul.

Sanitärlösung auf das Wesentliche reduziert

Die Nasszelle ist kompakt gehalten und auf das Notwendige konzentriert. Ausgestattet mit einer Clesana-Toilette, einer Edelstahl-Duschwanne und einem Fenster zur Belüftung deckt sie die wichtigsten Funktionen ab, ohne unnötig Platz zu beanspruchen. Auf ein Waschbecken im Bad wurde bewusst verzichtet, um Raum zu sparen.

Wohnlichkeit trotz Expeditionsbasis

Trotz der technischen Ausrichtung wirkt der Innenraum wirkt der Innenraum dennoch wohnlich. Statt sichtbarem GFK kommen hochwertige Leichtbaumaterialien zum Einsatz, darunter Bambus, Eiche-Vinyl und verschiedene beschichtete Platten. Das sorgt für eine warme, gemütliche Atmosphäre.

Auch die Verarbeitung ist auf den Einsatz im Gelände abgestimmt: Kompressionsverschlüsse sichern alle Möbel zuverlässig und verhindern Klappergeräusche – wichtig gerade bei Offroad-Einsatz und grobstolliger Bereifung.

Überarbeitetes Fahrerhaus

Auch das Fahrerhaus wurde überarbeitet. Decke, Rückwand und der Durchstieg zur Kabine sind gedämmt, die Verkleidung erfolgt mit Nadelfilz, was den Raum insgesamt ruhiger wirken lässt. Eine neu gestaltete Mittelkonsole schafft zusätzlichen Stauraum und bietet Platz für Flaschen sowie eine integrierte Leinenhalterung. Ergänzt wird das Ganze durch dimmbare Deckenspots, die für eine zurückhaltende Beleuchtung während der Fahrt oder bei kurzen Pausen sorgen.

Verbaut wurden zehn Echtglas-Expeditionsfenster, zusätzliche Stauboxen außen und auf dem Dach sowie ein beheizter Abwassertank mit elektrischem Ventil. An der Rückwand sind zudem Airlineschienen angebracht, zusätzlich gibt es einen Bikelift mit bis zu 80 Kilogramm Traglast.

Fazit: Klarer Fokus, konsequent umgesetzt

Dieser Unimog ist kein klassischer Camper, sondern ein Fernreisefahrzeug mit klarer Ausrichtung. Der Ausbau verbindet robuste Technik mit durchdachtem Wohnkonzept und richtet sich an alle, die unabhängig unterwegs sein möchten, egal ob im Winter oder in abgelegenen Regionen.

Die konsequente Planung für zwei Personen und ihren Dackel zeigt sich bis ins Detail und ergibt ein Fahrzeug, das klar auf diesen Einsatzzweck zugeschnitten ist.

Mehr Infos zu den Ausbauten der Vanfabrik: www.vanfabrik.de

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