> Mehr Platz im Landrover

Horntools Dachzelt Themis PopUp im Praxistest

21.12.2023

Der Platz im Landrover ist zu knapp? Ein Dachzelt erweitert den Wohnraum deutlich. Das Horntools Themis PopUp im Praxistest.

Ein Discovery 3 ist kein kleiner Geländewagen. Doch wenn man zu zweit damit unterwegs ist, wird’s mitunter unerträglich eng – insbesondere, wenn man sich bei miesem Wetter in der Karre aufhalten muss. Ganz neu sind die Reisekarten hingegen gemischt, wenn es mit Dachzelt auf Tour geht.

Ein klassisches Klappdachzelt mit Persenning kam für uns auf dem Landy nicht mehr in Frage. So ein Dachzelt geht bei flacheren Fahrzeugen noch in Ordnung, oder wenn es aus Kostengründen partout solch ein Modell sein muss.

Hubkolben helfen beim Öffnen

Wer aber das nervtötende Abziehen der Persenning am Abend und das schweißtreibende Aufziehen derselben am nächsten Morgen (Sommer in Griechenland, Spanien oder Marokko – kurz nach Sonnenaufgang) vor der Abreise schon einige Wochen lang praktiziert hat, freut sich über das System des Horntools Themis PopUp. Schnallen hinten und vorne öffnen, der oberen Schale einen motivierenden Schubs geben – und schon öffnet die Kiste, unterstützt durch vier innenliegende Hubkolben, ohne Murren.

Zugegeben, beim Schließen hilft die begehbare Motorhaube und die waagrecht liegende, offene Heckklappe des Discos ungemein, um die Dachschale nach unten ziehen zu können. Sonst droht etwas Turnerei auf den Rädern des Fahrzeugs und die Zuhilfenahme der langen Gurte, die Horntools an der Dachschale befestigt hat. Doch hier gilt: Der Zug sollte mittig nach unten gehen, sonst schließt die Schale nicht optimal.

Unser Workflow: Erst hinten schließen, aber Restspalt durch Spanngurte sichern. Dann vorne mit Restspalt schließen, einmal ums Auto gehen und Stoff sauber unter Dachschale schieben – Schnallen schließen, fertig. Das geht flott, kein Vergleich zur angesprochenen Fummelei mit einer Persenning.

Bildergalerie

Montage des Horntools Themis PopUp auf dem Dachträger

Die Montage des Themis auf einem Dachträger gelingt völlig problemlos. Der Boden des Zelts sollte über die gesamte Länge aber im Idealfall dreifach unterstützt sein. Der Boden aus ABS ist zwar stabil, gibt unter der Last von zwei Personen aber doch etwas nach.

Über die maximal auf 2,6 Meter ausziehbare Leiter klettert man bequem nach oben, drei Eingänge hätte man zur Wahl. Innen öffnet das Themis auf die stattliche Höhe von einem Meter. Grandios.

Zeltstoff mit 2.000-Millimeter-Wassersäule

Beim Zeltstoff setzt Horntools auf Baumwolle und Leinen mit PU-Beschichtung und einer 2.000-Millimeter-Wassersäule. Nackte Zahlen, die eine gewisse Wasserdichtigkeit signalisieren.

Als wir im Herbst die extremen Regenfälle bei knackigem Wind auf dem Campingplatz in Sölden aussitzen müssen, steht schnell fest, dass wir uns in puncto Wasserdichtigkeit beim Thermis keine Sorgen machen müssen. Stoff und Reißverschlüsse halten dicht, während der Sturm wie verrückt den Disco und das Thermis-Dachzelt durchschüttelt. Windstabilität? 10 Punkte.

Memoryschaum-Matratze und 3D-Abstandsgewirke

Auf der 210 mal 140 großen und sieben Zentimeter dicken Memoryschaum-Matratze mit Flanell-Bezug schläft es sich ganz ausgezeichnet, der feste Schaum ist aber nicht jedermanns Ding – auch wenn viele auf seine gute Stützfunktion schwören.

Memoryschaum ist weniger atmungsaktiv als eine klassische Kaltschaummatratze, bei kalten Temperaturen nimmt sein Härtegrad zu, erst die Körpertemperatur weicht ihn wieder auf. Nicht optimal im Dachzelt.

Für etwas zusätzliche Druckentlastung sorgt ein 3D-Abstandsgewirke unter der Matratze, das zudem die wichtige Unterlüftung der Dachzeltmatratze garantiert.

Schuhtasche, Organizer und Staunetz bieten ausreichend Stauraum

Die Schuhtasche an der Innenwand kleiden wir noch mit einem Beutel aus – der Wetterlage in Sölden und später in Nauders geschuldet – wir klettern meist mit total verschlammten Schuhen nach oben.

In der Organizertasche finden Stirnlampe, Handy und Bücher Platz, das Staunetz im „Himmel“ schluckt Jacken oder Sweater. Seine Gummis könnten etwas kräftiger ausgelegt sein, einmal befüllt, hängt es doch recht weit durch.

Ein gewaltiger Vorteil des Horntools Themis PopUp: Im geschlossenen Zustand blieben Kissen und Schlafsack stets im Zelt. Das schafft mehr freien Stauraum im Fahrzeug.

Stattliche fünf Jahre Garantie bietet Horntools für das schmucke Dachzelt. Das kann sich sehen lassen.

Kostenpunkt: Sportliche, aber am Ende faire 2.890 Euro.

Infobox

Größe geschlossen (L x B x H): 220 x 150 x 30 cm

Bett/Matratze  (L x B x H): 210 x 140 x 7 cm

Fazit

Das Horntools Themis PopUp hat uns rundherum überzeugt. Das Dachzelt bietet ein klasse Raumgefühl, guten Schlafkomfort und exzellente Belüftung. Was will man mehr. Extrapunkte sammelt das Horntools-Zelt durch den pfeilschnellen Aufbau und die gute Wetterfestigkeit.

www.horntools.com

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