Weltpremiere auf der CMT: Das Start-up Stuff Bubble gibt einen Einblick in die Welt der „Bubble Camper“, die mit textilen, aufblasbaren Möbeln und einer aufblasbaren Markise ausgestattet sind. Auch ein erstes aufblasbares Aufstelldach ist zu sehen.
Das Prinzip kennt man bereits von Vorzelten mit Luft-Gestänge oder Kite-Schirmen: Aufblasbare „Tubes“ stabilisieren einen Stoff-bespannten Rahmen. Zum Einsatz kommen Tubes mit zwei Luftkammern, wobei die äußere die Stabilität gewährt und die innere ausschließlich dem Druckausgleich dient. Das Konzept lässt sich beliebig skalieren in den unterschiedlichsten Formen umsetzen, zum Beispiel als Bett, als Markise – oder sogar als Campingküche.
Die erste vollwertige, aufblasbare Küche der Welt kann platzsparend gelagert und in weniger als zwei Minuten aufgepumpt werden, um jedes größere Auto oder einen Transporter in einen Campervan zu verwandeln. Der Hersteller schlägt sogar vor, die Küche als Sportgepäck am Flughafen einzuchecken und mit ihr um die Welt zu fliegen, um vor Ort einen Mietwagen damit auszustatten. Die Transport-Abmessungen: 112 mal 12 mal 60 Zentimeter.
Aufgepumpt ist die Küche dann 46 Zentimeter hoch. Laut Hersteller handelt es sich um die leichteste, vollfunktionsfähige Küche im Campingbereich. Sie ist ausgestattet mit einem elektrischen Wasserkreislauf inklusive Frisch- und Abwasser-Blase, Faltwaschbecken sowie der Akku-Armatur Dometic Go Hydration.
Selbst ein aufblasbarer Kühlschrank ist in Zusammenarbeit mit Dometic, exklusiv für Stuff Bubble, entstanden – Luft isoliert ja bekanntlich ganz ordentlich. Ein mobiler Kocher rundet die Küchenausstattung ab. Ansonsten gibt es super clevere Magnet-Seilzug-Schiebetüren, natürlich auch aus einem Robusten Stoff gefertigt – macht acht Kilogramm in der Light-Version und ist ab 1.250 Euro zu haben: www.stuffbubble.com/pumpup-kitchen
Vorgestellt wird die Küche in einem brandneuen KIA PV5, der außerdem mit einem aufblasbaren Bettgestell ausgestattet ist. Der Clou: Die Luftmatratze lässt sich in der Härte über den Luftdruck an persönliche Anforderungen anpassen. Kostet 800 Euro unter www.stuffbubble.com/aufblasbares-bett
Auch ist eine der leichtesten Markisen der Welt zu sehen sein: Unter zwei Kilogramm verspricht Stuff Bubble für den 120 Zentimeter breiten Rahmen aus Tubes, der mit einem Sonnensegel bespannt ist und per Kederleiste an jedem Fahrzeug befestigt und kompakt verstaut werden kann. Theoretisch können beliebig viele Markisenmodule miteinander kombiniert werden. Eines kostet 349 Euro: www.stuffbubble.com/markise
Ein weiteres, echtes Highlight ist der Prototyp eines aufblasbaren Aufstelldachs, das für SCA entwickelt wurde. Als Basisfahrzeug dient ein 600er Ducato. Spannend ist insbesondere, dass das Dach allein durch den waagerechten Tube zwischen Karosserieblech und Dachschale angehoben wird. Die bogenförmigen Tubes sind nur dafür zuständig, den Wohnraum zur Seite hin zu erweitern. So ergibt sich deutlich mehr Platz. 120 Zentimeter beträgt die Innenhöhe im Dach – über die gesamte Länge! So ist Schlafen in beide Richtungen möglich. Die Liegefläche: 120 mal 200 Zentimeter.
Auch hier kann der Härtegrad der Luftmatratze frei gewählt werden. Eine Unterfederung ist nicht nötig. So kann auch dickes Bettzeug im geschlossenen Aufstelldach transportiert werden. Der Zeltbalg ist komplett zu öffnen und sogar individuell bedruckbar. Zudem versprich StuffBubble ein deutlich geringeres Gewicht – beim ersten Prototyp wurden laut Angabe der Erfinder rund 80 Kilogramm Metall im Vergleich zu einem herkömmlichen SCA-Dach eingespart.
Das Aufstellen erledigt ein Akku-Kompressor. Später würde ein an die Bordelektronik angeschlossener 12-Volt-Kompressor im Fahrzeug versteckt. Anders als bei herkömmlichen Dächern entfallen die Gasdruckdämper. So kann das Dach ohne Kraftaufwand geschlossen werden. Auf- und Abbau gelingen jeweils locker in unter fünf Minuten. Mehrere Luftkammern sorgen für zusätzliche Sicherheit.
Das Konzept ist ähnlich und doch ganz anders als die bereits gezeigten Aufblas-Dächer der Erwin-Hymer-Group, bei denen nicht nur ein Rahmen, sondern der gesamte, zweischalige Zeltbalg aufgeblasen wird. Stuff Bubble-Erfinder Markus Wolf scheut jedenfalls nicht vor Kritik am Konzept der Mitbewerber. Und er kann tatsächlich auf einen ordentlichen Background in der Textil- und Outdoor-Branche verweisen. Ob es sein Dach in die Serie schafft? Wenn es nach dem Interesse auf der CMT in Stuttgart geht, unbedingt!