Ein Gaswarner soll im Ernstfall genau das tun, was sein Name verspricht: Alarm geben, bevor es gefährlich wird. Genau hier gibt es beim Caratec-Gassensor CEA100G jetzt allerdings ein Problem.
Der Hersteller Caratec GmbH hat eine Produktwarnung veröffentlicht, weil das Gerät Kohlenstoffmonoxid (CO) nicht zuverlässig erkennen kann. Das heißt im Klartext: Das Gerät kann stumm bleiben, obwohl CO in kritischer Menge vorhanden ist.
Betroffen sind alle Geräte des Typs CEA100G, die seit Januar 2020 ausgeliefert wurden. Sie finden sich in vielen Campingfahrzeugen – vom Campervan bis zum Wohnwagen.
In Campingfahrzeugen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen durch Gase: von defekten Heizungen über fehlerhafte Abgasführung bis hin zu Problemen mit Propan/Butan. Ein Gaswarner soll davor schützen – aber nur, wenn er korrekt erkennt. Gerade Kohlenstoffmonoxid ist tückisch, weil es nicht riecht, nicht zu sehen ist – und Menschen im Schlaf lebensgefährlich werden kann, ohne dass man es rechtzeitig bemerkt.
Gaswarner aus dem Zubehörhandel sollen hier zusätzliche Sicherheit schaffen. Ob das klappt, hängt allerdings stark von der verbauten Sensorik und einer sinnvollen Montage ab.
Auslöser für die aktuelle Warnung waren unter anderem Erkenntnisse aus einem größeren Gaswarner-Test sowie Laborprüfungen, die im Rahmen der Marktbeobachtung bekannt wurden. Dabei zeigte sich: Es kann vorkommen, dass der CEA100G selbst bei gefährlich hohen CO-Konzentrationen nicht reagiert.
Das Risiko: Nutzerinnen und Nutzer werden möglicherweise nicht rechtzeitig vor einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gewarnt.
Im Rahmen eines umfassenden Tests unserer Redaktion mit 15 Gaswarnern im vergangenen Jahr wurde der CEA100G sowohl als Zentraleinheit als auch in Kombination mit einem externen Zusatzsensor geprüft. Laut Produktbeschreibung soll das Gerät mehrere Gase abdecken – darunter:
Propan/Butan
KO-/Narkosegase
Kohlenstoffmonoxid (CO)
Im Labor ergab sich jedoch ein klares Bild:Brennbare Gase (Propan/Butan) sowie Narkosegase wurden zuverlässig erkannt. CO hingegen nicht – zumindest nicht über den internen Sensor der Zentrale.
Eine brauchbare und verlässliche CO-Erkennung gelang nur in Verbindung mit einem separaten, dafür ausgelegten externen CO-Zusatzsensor.
Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass das interne Bauteil laut Sensorhersteller kein echter CO-Sensor ist – was das Ergebnis erklärt.
Extrem wichtig ist auch der Punkt Einbauhöhe:Wer „alle Gase an einer Stelle“ überwachen möchte, liegt schnell daneben – weil verschiedene Gase sich unterschiedlich verteilen.
Propan/Butan sollte bodennah detektiert werden → Zentrale eher unten montieren
CO gehört höher platziert → idealerweise oberhalb der Schlafhöhe
Im Test wurden die Hinweise zur empfohlenen Montagehöhe im Handbuch als nicht eindeutig genug beschrieben.
Für Nutzer gilt: Wer den CEA100G nur als Propan-/Butan-Warner nutzt und die CO-Überwachung über einen zusätzlichen externen CO-Warner absichert, kann sich daraus ein brauchbares System zusammenstellen. Als alleinige CO-Schutzlösung ist das Gerät in der aktuellen Konstellation aber keine verlässliche Option.
Caratec reagiert mit einer offiziellen Produktwarnung. Betroffene haben zwei Optionen:
Caratec stellt den CO-Zusatzsensor CEZ103 kostenlos zur Verfügung, inklusive Anleitung. Erst damit soll die CO-Erkennung zuverlässig funktionieren.
Alternativ gibt es einen Gutschein in Höhe des Kaufpreises (Einbaukosten ausgenommen). Der Gutschein kann mit Rabattaktionen kombiniert werden und ist nicht befristet – ein Kaufnachweis wird allerdings benötigt.
Kontakt bei Fragen oder zur Abwicklung:
Caratec GmbHE-Mail: info@caratec.deWebsite: www.caratec.de
Wenn ein CEA100G bei euch im Fahrzeug verbaut ist, solltet ihr ihn vor allem nicht als alleinige CO-Schutzlösung betrachten. Für Propan/Butan kann das System weiterhin hilfreich sein – aber Kohlenstoffmonoxid ist ein anderes Kaliber.
Wer auf Nummer sicher gehen will, hat zwei Möglichkeiten:
Zusatzsensor nachrüsten (empfohlen)
oder CO-Schutz komplett über einen separaten CO-Warner lösen