Wer die allseits bekannten Hotspots bereist, wird oftmals vom Massentourismus enttäuscht. Der Wunsch nach weniger überlaufenen Alternativen wächst – Wir zeigen, wo der Tourismus besonders boomt und wo die Reise stattdessen hingehen kann.
Überlaufene Reiseziele in Europa vermeiden: Venedig, Barcelona, Santorini, Dubrovnik und Hallstatt gehören zu den bekanntesten Urlaubszielen Europas – und werden in der Hauptsaison entsprechend voll. Wer trotzdem mediterrane Städte, schöne Küsten und spektakuläre Landschaften erleben möchte, muss nicht auf den Urlaub verzichten. Es gibt zahlreiche Alternativen abseits der größten Touristenströme.
Massentourismus belastet Europas Top-Reiseziele zunehmend. Wer entspannter reisen möchte, findet jedoch ruhigere und dennoch attraktive Alternativen:
Für Camper und Wohnmobil sind solche Alternativen besonders interessant, weil sie häufig mehr Flexibilität bei der Reiseplanung ermöglichen.
Seit Jahren steigen die Besucherzahlen in Europas beliebten Regionen stark – laut dem Statistischen Bundesamt gab es 2024 etwa 127 Übernachtungen pro Einwohner auf den südlichen Ägäis-Inseln. Orte wie Mallorca (über 13 Mio. Touristen im Jahr 2024 vs. eine Million Einwohner) oder Venedig werden schon lange von den touristischen Massen überrollt. Das führt zu Protesten: So skandierten Demonstranten in Barcelona etwa Schilder mit „mass tourism kills the city“, auf Mallorca sabotierten Aktivisten beispielsweise gezielt Wegweiser für Urlauber. Solche Spannungen führen zu Gegenmaßnahmen, auch bei Reisenden kommt zunehmend der Wunsch nach Alternativen auf.
Venedig: Die romantische Wasserstadt schlechthin – Der idyllische Charme leidet jedoch unter riesigen Besuchermassen, die sich durch die engen Gassen und Plätze drängen. Die Suche nach Alternativen kann sich also lohnen. Ein ideales „kleines Venedig“ ist Chioggia in der Metropolitanstadt Venedig (Stadtregion): Auf etwa 50.000 Einwohner kommen im Schnitt weitaus weniger Besucher als in der Stadt Venedig. Chioggia besitzt romantische Kanäle und bunte Fassaden – ganz wie Venedig, nur ohne derartige Touristenmassen.
In Chioggia findet das Leben noch mehr auf den Plätzen statt, eine mediterrane Dorfatmosphäre prägt den Ort. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die alte Ponte Vigo und historische Kirchen. An der Vigo-Brücke reicht der Ausblick über die Lagune zu den Inseln Pellestrina und dem Libo di Venezia und sogar bis nach Venedig selbst. Auch spannend: Im Glockenturm der Kirche Sant’Andrea tickt die älteste noch funktionierende Turmuhr der Welt.
Stellplätze in Chioggia:
Weitere Tipps:
Barcelona zieht jährlich große Massen an Besuchern an, was Platz- und Preisprobleme mit sich bringt. Als Alternative bietet sich beispielsweise Valencia an – Spaniens drittgrößte Stadt, die zum Teil als die „kleine Schwester“ Barcelonas gilt. Valencia ist zwar ebenfalls zum Teil von Massentourismus betroffen, dennoch gilt die Stadt oftmals als entspanntere Alternative zu Barcelona, insbesondere außerhalb der Hauptsaison.
Valencia verbindet ein historisches Stadtbild, lebendiges Kulturleben und Strandurlaub. Die Altstadt mit dem Plaza de la Reina und der Kathedrale, der weitläufige Turia-Park (ein ehemaliges Flussbett) und trendige Viertel wie Ruzafa bieten ähnliche Erlebnisse wie Barcelona, aber auf weniger engem Raum. Zwar wird auch in Valencia in den letzten Jahren von Rekordzuwächsen im Tourismus berichtet, dennoch ist die Stadt ganzjährig günstiger und weniger überlaufen als Barcelona.
Stellplatz in Valencia:
Wer weniger Großstadtflair sucht, findet kleinere Städte in Spanien mit einem ähnlichen, dennoch entspannteren Charme. Cádiz, Hauptstadt der Provinz Cádiz in Andalusien, bietet mit etwa 110.000 Einwohnern eine weitaus ruhigere und kostengünstigere Alternative zu Barcelona oder auch Valencia. Unter den Urlaubern finden sich viele Einheimische. Die Stadt verbindet Altstadt- und Küstenflair und bietet außerdem historische Sehenswürdigkeiten.
Santorini mit seinen weißen Häusern und blauen Kuppeldächern ist ein klassisches Postkartenmotiv – leider eines der vielen überlaufenen und teuren Urlaubsziele in Griechenland. Als Alternative lohnt Naxos (größte Insel der Kylaken): Hier findet man ebenfalls wunderschöne Bergdörfer mit Kirchen, kilometerlange Sandstrände und antike Stätten wie das Portara-Tor des Apollon. Naxos gilt oft als Geheimtipp, weil der Massentourismus noch eher ausbleibt.
Neben Naxos hat auch beispielsweise Ios, eine der kleineren bewohnten Kykladeninseln, einen authentischeren und weniger überlaufenen Ruf als Santorini. Auch hier kann man den griechischen Charme genießen und gleichzeitig dem Massentourismus entkommen.
Wegen Hitze und anderen Touristen empfiehlt es sich für einen maximal entspannten Urlaub dennoch den Juli und August zu meiden. Ein Urlaub Ende Mai/Juni oder im September/Oktober bietet warmes Wetter, blühende Natur und ruhige Strände. Außerdem weht dann der Meltemi-Wind, der für angenehme Abkühlung sorgt. Es empfiehlt sich, versteckte Badebuchten zu erkunden, beispielsweise mit einem Mietwagen.
Dubrovnik und Split sind zwei Beispiele für überlaufene Orte in Kroatien. Wer die dort auffindbare Mischung aus Adriaküste und UNESCO-Alt- bzw. Innenstadt liebt, findet ruhigere Alternativen an der kroatischen Küste. Trogir, nicht weit entfernt von Split, ist beispielsweise ein solcher Ort: Eine kleine Stadt mit bestens erhaltener mittelalterlicher Altstadt (ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe). Eng verwinkelte Gassen, Plätze und Kirchen prägen den Stadtgrundriss, dazu ein kleiner Hafen mit Cafés. Highlights sind die Kathedrale und die Kamerlengo-Festung aus dem 15. Jahrhundert – von oben hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
Die kleine, malerische Marktgemeinde Hallstatt ist berühmt und inzwischen ziemlich überlaufen: Auf 800 Einwohner sollen teilweise bis zu 10.000 Besucher am Tag kommen, jährlich insgesamt bis zu eine Million. Daher stehen auch Maßnahmen zur Reduzierung der Besucheranzahl zur Debatte.
Im Salzkammergut gibt es ähnlich idyllische Orte, jedoch mit deutlich weniger Menschen. Ein Beispiel ist St. Wolfgang am Wolfgangsee: Wie Hallstatt auch, liegt die kleine Gemeinde direkt am See, umgeben von Bergen.
St. Wolfgang war im Mittelalter ein bedeutender Wallfahrtsort, heute prägen ein weißes Kirchengebäude mit Türmen und traditionelle Gasthäuser das Bild.
Ein Besuch in St. Wolfgang im Salzkammergut kann ideal mit Wanderungen kombiniert werden. Besonders reizvoll ist auch der 11 km lange Weg der Wallfahrer.
Stellplatz in 20 Minuten Entfernung (Bad Ischl):
Massentourismus ist in Europa ein reales Problem – von Protesten bis zu Besuchsobergrenzen sind die ersten Konsequenzen zu spüren. Doch viele Reisende setzen inzwischen auf qualitatives Reisen: authentische Erlebnisse, weniger Gedränge und Rücksicht auf Umwelt und Kultur. Die Alternativen zu beliebten Reisezielen zeigen, dass Europa auch abseits der Hotspots traumhaft sein kann – von der Lagunenstadt Chioggia bis zum stillen Wolfgangsee. Entscheidend ist, die Reisezeiten klug zu wählen und Orte zu entdecken, an denen noch das echte Leben pulsiert.
Zu den stark frequentierten Reisezielen Europas zählen unter anderem Venedig, Barcelona, Santorini, Dubrovnik und Hallstatt. Besonders in der Hauptsaison kann der hohe Besucherandrang die Orte und ihre Infrastruktur stark belasten.
Rund um viele bekannte Hotspots gibt es weniger stark frequentierte Alternativen. Beispiele sind Chioggia statt Venedig, Valencia oder Cádiz statt Barcelona, Naxos oder Ios statt Santorini, Trogir statt Dubrovnik und das Salzkammergut rund um St. Wolfgang als Alternative zu Hallstatt.
Wer Touristenmassen vermeiden möchte, kann beliebte Reiseziele außerhalb der Hauptsaison besuchen, weniger bekannte Orte in der Umgebung wählen und die Reisezeiten anpassen. Auch eine längere Aufenthaltsdauer an einem Ort kann helfen, stark frequentierte Sehenswürdigkeiten zu den Stoßzeiten zu umgehen.
Frühling und Herbst sind für viele beliebte Reiseziele eine gute Alternative zu den Sommermonaten. Je nach Region unterscheiden sich Wetter, Öffnungszeiten und Besucherzahlen allerdings deutlich. Auch frühe Morgenstunden oder der späte Nachmittag sind häufig ruhiger als die Hauptbesuchszeiten.
Chioggia liegt südlich von Venedig an der Lagune und bietet ebenfalls Kanäle, historische Gebäude und eine maritime Atmosphäre. Wer Venedig erleben möchte, kann Chioggia zudem als Ausgangspunkt für einen Besuch der Lagunenstadt nutzen.
Naxos und Ios bieten ebenfalls griechisches Inselgefühl mit Stränden, Landschaften und historischen Orten. Beide Inseln unterscheiden sich jedoch in Charakter und touristischer Infrastruktur von Santorini und sind deshalb nicht einfach als gleichwertiger Ersatz zu verstehen.
Trogir an der kroatischen Adriaküste verbindet eine historische Altstadt mit der Nähe zum Meer und eignet sich als Ausgangspunkt für weitere Ausflüge. Auch kleinere Orte entlang der dalmatinischen Küste können eine Alternative zu den besonders stark frequentierten Städten sein.
Mit dem Camper lässt sich die Reise flexibel an Besucherzahlen und Wetter anpassen. Statt direkt am bekannten Hotspot zu übernachten, bieten sich kleinere Orte in der Umgebung an. Wer außerdem außerhalb der Hauptsaison reist und beliebte Sehenswürdigkeiten früh am Morgen oder am späten Nachmittag besucht, kann den größten Besucherandrang häufig umgehen.