Ordnung schaffen

DIY: Heckauszug am Kastenwagen nachrüsten

Kastenwagen mit klassischem Grundriss bieten immensen Stauraum unter dem großen Heckbett. Wie nutzt man ihn perfekt? Step 1: Ein Heckauszug am Kastenwagen muss her. Systeme wie das vom Hersteller Mobilade lassen sich leicht selbst nachrüsten.
Fotos & Text: Karsten Kaufmann

Für diese DIY-Geschichte stellt uns Vantourer einen 630 L zur Verfügung. Der Kastenwagen auf Fiat Ducato kommt im Seriensetup mit zwei riesigen Etagenbetten für Längsschläfer im Heck. Hier nächtig man entspannt auf 195 mal 185 Zentimetern, darunter: ein mächtiger Stauraum. Wer zu zweit unterwegs ist, demontiert mit wenigen Handgriffen das untere Bett, nächtigt auf dem spielend leicht in der Höhe verstellbaren oberen Bett. Der Stauraum ist nun in der Höhe flexibel gestaltbar.

Um den Raum bestmöglich zu organisieren, entscheiden wir uns für einen Heckauszug von Mobilade. Die Mobilade wird in Lübeck aus einer hochfesten Aluminium-Legierung und Edelstahl hergestellt, mit rund 13 Kilogramm ist sie unschlagbar leicht, die Duo 120 (120 Zentimeter tief) lässt sich dennoch ganze 100 Zentimeter ausziehen. Bestückt wird sie mit gängigen Euro-Norm-Boxen, die es für kleines Geld in jedem Baumarkt gibt. Diese rutschen mit ihrem Sockelprofil exakt in die Mobilade hinein, sitzen bombenfest.

Mit ein wenig Geschick lässt sich der Heckauszug Mobilade Duo 120 in ein paar Stunden nachrüsten.
Foto: Redaktion

Da der Vantourer vier Zurrösen im Boden bietet, entscheiden wir uns für ein flaches Nutprofil als Basis für die Mobilade. So brauchen wir keine Löcher im Boden zu bohren, das gewählte Zubehör (Schubladen, Radhalter) kann jederzeit umplatziert oder etwas verschoben werden. Das lichte Maß zwischen den Heckschränken im Vantourer misst etwa 120 Zentimeter, zwei aufs exakte Maß geschnittene Profile bestellen wir im Internet für 36 Euro, die passenden M8er-Nutsteine gibt’s dort ebenso für kleines Geld. Wer auf ovale Nutsteine (siehe Detailbild in Galerie unten) setzt, muss diese nicht von einer Schienenseite einschieben, sondern kann diese an jedem beliebigen Ort der Schiene „einklippen“. Ein großer Vorteil, wenn man schon anderes Zubehör verschraubt hat, was man sonst lösen müsste.

Die Mobilade kommt serienmäßig mit Montagewinkeln, um sie, falls nötig und gewünscht, etwas höher über dem Boden zu platzieren. Das ist beispielsweise bei Stauraumöffnungen mit erhöhter Klappenkante (Heckgarage im Teilintegrierten) nötig. Die Höhenverstellung lässt sich von 30 bis 58 Millimeter justieren.

Beim flachen Boden und den Heckflügeltüren des Vantourers verzichten wir auf die Adapter. Der seitliche Tischhalter ist übrigens mit vier Schrauben blitzschnell montiert, ein Gurt sichert den Tisch – ist dieser lose, lässt sich der Tisch einfach herausziehen. Klasse Ergänzung aus unverwüstlichem Edelstahl für stattliche 119 Euro (passt für Duo und Trio 120). Die hier vorgestellte Mobilade Duo 120 (ohne Boxen) liegt preislich bei 959 Euro. Der Versand ist kostenfrei und – löblich – klimaneutral. Eine einfache, sozusagen einstöckige, 90 Zentimeter lange Mobilade startet preislich bei 377 Euro. Da sie zu beiden Seiten bis zu 60 Prozent ausziehbar ist, kommt man sogar bequem an die mittleren Boxen heran.

Schritt für Schritt

Fazit

Die leichte Mobilade überzeugt qualitativ auf ganzer Linie. Montage und Handling im Alltag sind kinderleicht, der versteifte Rahmen steht bombenfest. Einzig das Spiel in den Führungen führt hin und wieder zu leichtem Klappern. Da lassen wir uns noch etwas einfallen.

Übrigens: Das vordere Montageprofil ist bewusst länger, als die Mobilade breit. Es soll ebenfalls für einen DIY-Fahrradträger dienen, den wir bald bauen wollen. Mehr dazu in CV05.2022! Und: Wer wissen möchte, wie man Montageprofile perfekt montiert, um auch höheren Belastungen standzuhalten wie etwa zur Ladungssicherung – auch dafür haben wir eine Anleitung parat!

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