Komfort und Sicherheit 18-Zoll

Umrüstung auf 18-Zoll-Räder

Was bringt die Umrüstung auf 18-Zoll-Bereifung? Vor- Nachteile sind wir in CamperVans-Ausgabe 02/2020 im Kurz-Check auf den Grund gegangen, Manches war einigen Lesern aber noch nicht klar genug herausgearbeitet.
Text: Andreas Güldenfuß | Fotos: Hersteller

Das Thema 18-Zoll-Umrüstung in der letzten Ausgabe kam ganz gut an, allerdings war es vielen Lesern zu All-Terrain lastig. Anderen war das Thema Luftdruck zu Oberflächlich behandelt. Wir haben uns deshalb nochmals dran gesetzt, um die Thematik etwas breiter zu behandeln.

 

Der Continental VanContact Camper in 255/55R18 ist eine beliebter Ganzjahresreifen für die Straße.

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, wieso brauche ich einen breiten Reifen, um mit einem geringeren, also komfortableren, Luftdruck fahren zu können?

Die Antwort vom Hersteller: „Ein größerer/breiterer Reifen federt, bei gleichem Reifendruck, weniger ein als ein kleinerer/schmälerer Reifen. Im Umkehrschluss kann ein größerer Reifen mit weniger Druck gefahren werden, ohne dass er zu stark verformt wird“. Somit wäre die erste der Fragen schon einmal beantwortet und jeder, der schon einmal mit dem Finger eine Fahrradluftpumpe zugehalten hat oder vielleicht im ersten Semester Maschinenbau das Thema Kraftübersetzung (Kraft x Fläche) durchgenommen hat, weiß Bescheid.

Weitere Vorteile einer Umrüstung wären außerdem: Leichtmetallfelgen beeinflussen durch ihr niedrigeres Gewicht positiv die Fahreigenschaften. Dadurch verbessert sich die Fahrdynamik. Es werden zwar keine Unmengen eingespart, jedoch sind die Auswirkungen der geringeren, rotierenden Masse erheblich. Die resultierenden Fliehkräfte reduzieren sich deutlich.

Zudem gehören die Räder zu den ungefederten Massen. Je geringer diese sind, desto niedriger ist das Trägheitsmoment und desto feinfühliger spricht die Federung eines Fahrzeuges an. Alufelgen sind auch leichter zu pflegen und setzten keinen Rost an.

Vorteile

  • Mehr Komfort durch geringeren Luftdruck, also mehr Eigendämpfung des Reifens
  • Mehr Traktion durch größere Auflagefläche, bessere Gewichtsverteilung auf losem Untergrund
  • Mehr Fahrstabilität durch Spurverbreiterung und geringe Flankenhöhe
  • Mehr Gripp auf trockener Straße, mehr Haftung durch mehr Gummiauflage
  • Verbesserter Bremsweg

 

Nachteile

  • Gefahr von Aquaplaning; durch die breite Lauffläche muss der Reifen mehr Wasser verdrängen
  • Höherer Verbrauch durch mehr Rollwiderstand
  • Je nach Profil höheres Abrollgeräusch
  • Höhere Pannenanfälligkeit durch geringeren Querschnitt und Luftdruck
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Mehr Verschleiß

Doch welcher Luftdruck ist nun bei welcher Reifen/Rad-Kombination und welcher Achslast der Richtige? Dazu gibt folgende Tabelle aufschlussreiche Infos, die sich jeder Campervan-Fahrer am besten ausdruckt und ins Handschuhfach legt oder umweltfreundlich „screenshottet“.

Traglast in kg pro Achse bei Reifendruck in Bar. Herstellerunabhängiger Richtwert für angebotene Reifen inkl. 5 % Sicherheit. *Keine Steigerung der Tragfähigkeit mehr möglich. Die Achslast steht unter 8.1 und 8.2 im Fz-Schein, entscheidend ist jedoch die tatsächliche Achslast. Luftdruck in Bar in linker Spalte. Achslast in Kilogramm in den Spalten daneben. ACHTUNG: Alle Angaben ohne Gewähr

Beispiel: Campervan auf Ducato Light Basis:

Im Fz-Schein steht unter 8.2 › 2.000 (Traglast hinten). Ich reize die 2.000 kg auch aus und fahre einen 225/70 R15 Reifen. Nun in der Spalte 225/70R15 die 2.000 suchen. Der Luftdruck sollte 4.00 bar an der Hinterachse betragen.

Im Fz-Schein steht unter 8.1 › 1.800 (Traglast vorne).  Ich nutze 1.700 kg und fahre einen 255/55R18. Also brauche ich knapp 3.00 bar an der Vorderachse.

Weitere Informationen, Tipps und natürlich auch Reifen und Felgen zum Thema unter www.orc-exklusiv.de oder www.ramto.de. Den gesamten Ratgeber-Artikel zum Thema 18-Zoll-Umrüstung, welche Felgen und Reifen für deinen Campervan in Frage kommen, eine Auswahl von Felgen und AT-Reifen findest du in der Februar-Ausgabe von CamperVans.

Redaktion
Andreas Güldenfuß

Klettern, Bergsteigen und Mountainbiken – alles Sport, bei dem man viel unterwegs ist. Das erste Auto: Ein selbst ausgebauter T3 – das war vor über 30 Jahren und seitdem keinen Tag nicht mindestens einen Camper besessen. Am Heft mach ich von allem etwas.

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