> Neu: Mercedes-Benz Marco Polo 2026

„Durch und durch Mercedes-Benz“

03.02.2026
Text: Daniel Schlicke | Bild: Dirk Weyhenmeyer

Mercedes-Benz trennt sich von Westfalia und übernimmt die Fertigung des Marco Polo künftig selbst. Was das bedeutet, ließt Du hier.

Bevor die V-Klasse von einer neuen Plattform abgelöst wird, spendiert Mercedes-Benz dem Marco Polo ein letztes Update. Laut Hersteller wurden ausgewählte Ausstattungen weiterentwickelt. Die eigentliche Neuerung: Man trennt sich von Westfalia als Ausbau-Produzent und zieht mit der Fertigung ins eigene Werk in Ludwigsfelde.

Erstaunlich: Obwohl der Ausbau nicht mehr von Westfalia gefertigt wird, wirkt er nahezu identisch.
Foto: Dirk Weyhenmeyer

Brabus ersetzt Westfalia

Dabei soll jedes Bauteil auf den Prüfstand gestellt, nach automotiven Fertigungsstandards bewertet und wenn nötig verbessert worden sein. Umso erstaunlicher, dass der Ausbau nahezu identisch wirkt. Die Module baut nun Brabus Automotive, ein auf Kleinserien spezialisierter Zulieferer, an dem Mercedes-Benz beteiligt ist.

Der Umzug in die eigene Fertigung soll die Lieferzeiten verkürzen.
Foto: Dirk Weyhenmeyer

Brabus hatte schon das Möbelmodul für die T-Klasse mit Marco-Polo-Modul zugeliefert. In der Praxis werden die im spanischen Vitoria gebauten V-Klassen (mit vollwertiger Karosserie, aber ohne Dachhimmel und Sitze) nun ins südlich von Berlin gelegene Ludwigsfelde transportiert und dort, in einer eigens errichteten Produktionshalle, ausgebaut. Neben dem höherwertigen Fertigungsstandard soll das auch die Lieferzeiten verkürzen. Preislich bleibe es beim gewohnten Niveau, konkreter wurde man noch nicht.

Alu-Aufstelldach

Zu den Neuerungen für den 2026er Mercedes-Benz Marco Polo zählt insbesondere das Aufstelldach. Es wird nicht mehr aus GFK laminiert, sondern aus einer Aluminium-Doppelschale gefertigt. Die Konstruktion sei leicht, gleichzeitig sehr robust und biete zudem bessere Isolierwerte. Die C-Schienen zur Befestigung eines Dachgepäckträgers wurden übernommen. Zudem wird das elektrische Glasschiebedach wieder konfigurierbar sein.

Die Scheren bauen nun zehn Zentimeter höher, was die Bewegungsfreiheit am Fußende deutlich verbessert. Der Faltenbalg (mit eingenähten Fieberglasstäben und optionaler Frontöffnung) sowie der Hebemechanismus (manuell, optional elektrohydraulisch) indes wurden nicht überarbeitet.

Noch mehr Konnektivität

Im Aufstelldach gibt es neben den bekannten LED-Schwanenhalsleuchten nun auch eine umlaufende Ambientebeleuchtung, die über das MBAC im Fahrerhaus oder die passende Smartphone-App in zehn individuellen Lichtszenarien (Temperaturen) gesteuert werden kann. Auch das Schiebedach und das aktualisierte Soundsystem mit nun acht Lautsprechern inklusive Subwoofer und 3.000 Watt Leistung wurden ins Mercedes-Benz Advanced Control-System integriert.

Alle Neuerungen wurden auch ins MBAC integriert und lassen sich so auch übers Smartphone steuern.
Foto: Dirk Weyhenmeyer

Überarbeitete Zuliefer-Teile

Beim Möbelbau belassen es die Konstrukteure bei optimierten Scharnieren und Schubladenführungen. Der Tisch (52 mal 67 Zentimeter) steht nun etwas stabiler. Die überarbeitete Kompressor-Kühlbox fasst weiterhin 40 Liter, soll aber 25 Prozent weniger Energie verbrauchen. Zudem ersetzt ein Set aus Thermomatten mit eingenähten Magneten den Vorhang fürs Fahrerhaus. Schneller angebracht ist auch die neue Markise vom Zulieferer Thule, die über Halterungen mit Schnellverschluss verfügt und die Kurbel elegant in der Kassette verstaut.

Ein letztes Mal V-Klasse

Dass Mercedes-Benz nochmal Hand anlegt am Ausbau für die V-Klasse der aktuellen Baureihe W447, kommt überraschend. Schließlich steht das Nachfolgermodell bereits in den Starlöchern: noch für 2026 ist die Einführung der neuen Plattform Van.EA geplant.

Erlkönige des V-Klasse-Nachfolgers sammeln aktuell fleißig Kilometer. Noch in 2026 soll er präsentiert werden.
Foto: Mercedes-Benz

Allerdings startet die modulare und skalierbare Van-Architektur zunächst mit Elektroantrieb. Wann Verbrenner folgen, und ob die Plattform als mittelgroßer oder großer Transporter (Vito-/Sprinter-Klasse) Premiere feiert, sei noch vollkommen offen. Verraten wurde lediglich, dass man zum Ende der 2020er eigene Reisemobile auch mit Elektro-Antrieb anbieten will.

Publikumspremiere feiert die neuen V-Klasse Marco Polo mit Ausbau aus Ludwigsfelde und der neue Marco Polo Horizon vom 28. August bis zum 06. September 2026 auf dem Caravan Salon in Düsseldorf.

Technische Daten

Basisfahrzeug: Mercedes Benz V-Klasse 220 d, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1.950 cm³, Leistung 120 kW (163 PS) bei 4.200 U/min, max. Drehmoment 380 Nm bei 1.200 U/min. Neun-Gang-Wandlerautomatik, Hinterrad-antrieb. Abgasnorm Euro 6e

Maße und Massen: (L x B x H) 514 x 193 x 199 cm, Radstand: 320 cm. Zulässige Gesamtmasse: 3.200 kg

Aufbau & Ausbau: Stahlblechkarosserie (L2) mit Schiebetür rechts. Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbein vorn und Schraubenfedern hinten. Werks-Wärmeschutzverglasung getönt mit Schiebefenstern und separat zu öffnender Heckscheibe, Alu-Sandwich-Aufstelldach, Möbelbau aus Sperrholz, Alu-Sandwich und Kunststoff-Formteilen

Betten: Klappbank 204 x 110 cm, Aufstelldach 196 x 107 cm

Füllmengen: Frisch-/Abwasser 38 l/40 l innenliegend. Kompressorkühlbox 40 l, Gas 2,75 kg, Diesel 70 l, AdBlue 24 l

Grundpreis: noch nicht bekannt

www.mercedes-benz.de/marco-polo

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