Ford Lommel Proving Ground: Wie werden Blech, Motoren, Fahrwerk und Assistenzsysteme auf dem Testgelände auf ein Leben als Nutzfahrzeug vorbereitet?
Um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen – und um einen ausgewählten Kreis an Händlern, Ausbauern und Journalisten von sämtlichen Varianten des Transit zu überzeugen – lud Ford Ende letzten Jahres ins flämische Lommel ein. Seit 1965 unterhält der Konzern hier, auf halber Strecke zwischen den Werken in Deutschland und Großbritannien gelegen, ein einzigartiges Testgelände: den Lommel Proving Ground.
Über das 3,2 Quadratkilometer große Areal führen rund 120 Streckenkilometer, die sich auf 19 unterschiedliche Pisten verteilen. Von Hochgeschwindigkeit bis Offroad ist alles dabei. 300 Mitarbeiter – Ingenieure, Mechaniker, Testfahrer, Systemtester und Administratoren – stellen sicher, dass im Idealfall alles reibungslos abläuft.
Keine kleine Aufgabe: Bevor ein einzelnes Fahrzeug das Prädikat „dauerhaltbar“ erhält, absolviert es 160.000 Testkilometer. Und da sind noch deutlich mehr Disziplinen: Auf einem sehr kurvigen Handlingkurs geht es um die Fahrdynamik, auf Kopfsteinpflaster und schlechtem Asphalt um den Fahrkomfort. Auf einer Streusalz-Strecke wird der Korrosionsschutz geprüft, in einer Seitenwind-Anlage und auf einer 0-µ-Fläche geht es um die Fahrstabilität. Nicht zu vergessen: die Fahrer-Assistenzsysteme. Die Ford-Verantwortlichen betonen, dass sowohl das Testgelände als auch die Camper-Basisfahrzeuge absolut State of the Art sind. Transit und Transit Custom erfüllen bereits seit 2024 die GSR2-Richtlinie, die für Nutzfahrzeuge erst ab Juli 2026 zur Pflicht wird. Wir testen unter anderem den Pre-Collision-Assist – und schaffen es auch mit Vorsatz, vorwärts und rückwärts, nicht, die Kinderpuppe oder einen Fahrzeug-Dummy anzufahren.
Was für uns eine seltene Gelegenheit ist, ist auf Dauer natürlich harte Arbeit. Ford entwickelt das Testgelände daher stetig weiter. Uns kommen fahrerlose, mit Kameras ausgestattete Transits entgegen, die nicht das autonome Fahren erproben, sondern die Testfahrer entlasten sollen: Etwa wenn viele Kilometer auf „Belgisch Block“ abgespult werden, passiert das heute schon vollkommen autonom.
Weiterentwickelt wird aber auch abseits der Teststrecke, etwa beim Aftersales und Service. Da wäre die umfangreiche Ford-App und, exklusiv für Freizeitfahrzeuge, ein Schutzbrief bis acht Jahre oder 120.000 Kilometer. Die Mobilitätsgarantie verspricht unter anderem ein Ersatzfahrzeug, dass zumindest in Sachen Platzangebot dem liegengebliebenen Campervan entspricht. Da darf schon der Eindruck entstehen, dass sich Ford auch langfristig um seine Kunden kümmern möchte.