> Gesetzesänderung Wildcampen in Griechenland: Neue Klarstellungsverodnung

Griechenland kippt Anti-Wildcamping-Gesetz

01.04.2026
Text: CamperVans | Bild: Barbara Iandolo auf Pixabay, Flagge via Canva

Mai 2025: Die Online-Campingwelt steht Kopf, weil in Griechenland das Wildcampen durch eine Gesetzesänderung radikal unterbunden werden soll. Nun scheint sich die Lage durch die Veröffentlichung einer Klarstellungsverordnung zu entspannen.

Im Frühjahr 2025 kocht in den Sozialen Medien das Thema Wildcamping in Griechenland hoch. Das ist dort zwar bereits seit Jahren verboten. Seit Januar 2025 jedoch galt das Gesetz 5170/2025, nachdem es Campern untersagt war, an Stränden, in Wäldern oder in der Nähe von archäologischen Stätten zu stehen. Öffentliche Parkflächen durften Camper nun maximal 24 Stunden nutzen. Und es drohten empfindlich hohe Strafen: Pro Person konnten 300 Euro fällig werden. Ging der Fall vor Gericht, drohten bis zu 3.000 Euro und drei Monate Haft. Die  Vorschrift besagte außerdem, dass auf privaten Grundstücken nunmehr nur noch ein Wohnmobil parken durfte. Somit waren Stellplätze von Privat, wie sie im Trend liegen, von heute auf morgen ebenfalls keine Option mehr.

Gesetz sollte Umwelt und Altertümer schützen

Ziel des Gesetzes war der Schutz der Umwelt und der von Griechenlands archäologischem Kulturdenkmälern. Auch sollte es Campingplätzen Chancengleichheit sichern, so das Tourismusministerium. Ob deshalb strenger kontrolliert werden wird, war damals noch nicht klar. Die Zeit, sein Nachtlager an einsamen Stränden, unter Olivenhainen oder in der Nähe antiker Ruinen aufzuschlagen und dem Zirpen zu lauschen, schien jedoch vorbei. In den Sozialen Medien hieß es zudem, dass die Griechische Camping-Infrastruktur, zumal in der Nebensaison, überhaupt nicht darauf ausgelegt sei, zahlreiche Wildcamper aufzunehmen.

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Erfolgreiche Petition

Kritik am Gesetz 5170/2025 folgte in Form einer Petition, in der griechische Wohnmobilverbände eine Überarbeitung fordern. Konkret ging es dem Verband um die Stärkung des Campingtourismus durch die Schaffung von speziellen temporären Parkplätzen für Wohnmobile. Die Petition wurde 20.084 mal unterzeichnet.

Überarbeitete Verordnung

April 2026: Der S.E.A.R.T.E. ( Griechischer Wohnmobil & Wohnwagen Handels Verband) hat nun eine neuen Klarstellungsverordnung des griechischen Polizeipräsidiums (Nr. Prot. 1246/26/351380) erreicht, die die Parkregelung für Wohnmobile und Wohnwagen in voller Übereinstimmung mit der neuen Straßenverkehrsordnung (Gesetz 5209/2025) klärt.

Nach koordinierter Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, dem Tourismusministerium, der Polizei und ELAT sei der geltende Rechtsrahmen für das Parken von Wohnmobilen und Wohnwagen nun unmissverständlich klargestellt und jegliche vorherige Fehlinterpretation beseitigt. Legales Parken würde nun nicht länger mit illegalem Campen verwechselt, so der Verband.

Was offiziell gilt:

  1. Innerhalb von Wohngebieten (Artikel 38 Absatz 6 – Straßenverkehrsordnung)
    – Wohnmobile bis 7,50 m Länge: Parken ohne Zeitbegrenzung ist auf allen Parkplätzen erlaubt, auf denen auch andere Fahrzeuge parken dürfen.
    – Wohnmobile über 7,50 m Länge: Parken ist bis zu 24 Stunden erlaubt.
    – Wohnwagen (unabhängig von der Länge): Parken ist bis zu 24 Stunden erlaubt
  2. Außerhalb von Wohngebieten (Artikel 38 Absatz 5 der Straßenverkehrsordnung)
    – Parken ist in ausgewiesenen Bereichen, auf dem Seitenstreifen oder am rechten Fahrbahnrand erlaubt, sofern keine spezifischen Verbotsschilder ( laut STVO ) vorhanden sind.
    – Außerhalb von Wohngebieten gibt es keine 24-Stunden-Parkzeitbegrenzung.
  3. Klarstellung: Parken versus Campen
    Die neue Verordnung betont, dass unter Vorbehaltsklausel des Artikels 38 der Straßenverkehrsordnung 5209/2025, die STVO vorrangig gilt.
    Einfaches Parken ohne Aufstellen von Ausrüstung (Markise, Tische und Stühle, Außenanlagen usw.) ist völlig legal und stellt weder illegales Campen noch eine illegale Installation dar.

Der Verband gibt sich zufrieden und betont: „Mit den genannten Maßnahmen modernisiert, organisiert und verbessert unser Land bestmöglich sein Image gegenüber der europäischen Tourismusgemeinschaft, das im vergangenen Jahr beeinträchtigt wurde und erholt sich dynamisch als freundliches, modernes europäisches Reiseziel.“

Bei Bordatlas sind zahlreiche offizielle und legale Stellplätze in Griechenland gelistet.

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