> Auf Gasprüfung und gute Lüftung achten

Ratgeber: Sicher kochen im Camper

22.07.2026
Text: CamperVans | Bild: Daniel Schlicke

Obwohl Kochen zum Camper-Alltag gehört: Wenn auf engem Raum mit offenem Feuer hantiert wird, gibt es einiges zu beachten. Die GTÜ und CamperVans haben eine ausführliche Checkliste erarbeitet.

In vielen Kastenwagen und Campingbussen gehört die kleine Küche zur täglich genutzten Ausrüstung. Der Kaffee am Morgen, ein schnelles, warmes Mittagessen oder das schmackhaft zubereitete Abendessen auf dem Stellplatz: Das ist Alltag im Freizeitfahrzeug. Doch Vorsicht, im engen Innenraum treffen offene Flammen, Gas, heiße Flüssigkeiten, brennbare Materialien und begrenzte Lüftung aufeinander. Einfache Sicherheitsregeln könnten da nicht schaden.

1. Natürlich nur im Stand

Grundsätzlich gilt: Gekocht wird nur, wenn das Fahrzeug sicher steht. Das gilt nicht nur für offene Flammen, sondern auch wegen heißer Töpfe oder Pfannen – sprich auch fürs Kochen mit Strom. Vor dem Kochen Handbremse und den sicheren Stand kontrollieren, lose Gegenstände aus dem Kochbereich entfernen sowie Fenster oder Dachluke öffnen. Töpfe und Pfannen stehen möglichst stabil auf dem Herd, Stiele zeigen nach innen. Kleine Kinder und Haustiere sollten sich nicht unmittelbar an der Kochstelle aufhalten.

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Eine gültige Gasprüfung ist Pflicht!

2. Ein sicheres System

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Flüssiggasanlage. Seit dem 19. Juni 2025 ist die Gasprüfung für fest eingebaute Flüssiggasanlagen in Wohnmobilen und Wohnwagen in Deutschland wieder gesetzlich vorgeschrieben. Die Prüfung erledigen die GTÜ-Partner gern: Sie ist nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 alle zwei Jahre erforderlich. Sie kann zusammen mit der Hauptuntersuchung erledigt werden und stellt für Camper daher keinen großen Mehraufwand dar.

Elektrische Kochgeräte sind eine Alternative zur offenen Gasflamme, doch auch hier muss die Anlage sicher sein. Induktionsplatte, Wasserkocher, Kaffeemaschine oder Airfryer benötigen viel Leistung. Auf Campingplätzen sind Stromanschlüsse häufig begrenzt. Mehrfachsteckdosenketten, billige Verlängerungen oder aufgewickelte Kabeltrommeln können unter Last überhitzen. Auch hier gilt: Nur geeignete Ausstattung verwenden und die elektrische Anlage nicht überlasten.

3. Der Quick-Check

Vor dem Anzünden des Gasherds oder wenigstens nachdem das Fahrzeug am Urlaubsort abgestellt wurde, ist ein kurzer Check sinnvoll. Der Gasflaschenkasten muss belüftet sein und darf nicht als zusätzlicher Stauraum für Zündquellen, kleine Elektrogeräte oder lose Gegenstände genutzt werden. Die Gasflasche soll aufrecht stehen und muss gesichert sein. In der Nähe des Kochfelds sollten leicht entzündliche Gegenstände entfernt werden.

Brandschutz beginnt bereits bei der Ordnung rund um die Kochstelle. Vorhänge, Küchenpapierrollen, Topflappen, Ölflaschen, Kleidung oder Gewürzregale gehören nicht in die Nähe offener Flammen. Beim Braten mit Fett oder Öl bleibt die Pfanne stets im Blick.

Auch der Blick auf die Flamme liefert Hinweise auf den Anlagenzustand. Sie sollte ruhig und blau brennen. Eine gelbe, rußende oder flackernde Flamme kann auf Sauerstoffmangel, Verschmutzungen oder eine unvollständige Verbrennung hinweisen. In diesem Fall gilt: Gerät ausschalten, Gaszufuhr schließen, lüften und die Anlage prüfen lassen. Bei Gasgeruch dürfen keine elektrischen Schalter betätigt und keine Flammen entzündet werden. Stattdessen ist die Gaszufuhr sofort zu schließen, und alle Personen sollten das Fahrzeug rasch verlassen. Fenster oder Türen öffnen, damit das fehlgeleitete Gas abziehen kann.

Immer gut lüften – oder noch besser, gleich draußen kochen!

4. Lüften, lüften, lüften

Lüften ist beim Kochen mit Gas unverzichtbar und beim Kochen mit Strom unbedingt empfehlenswert. Die Verbrennung von Gas verbraucht Sauerstoff, und so kann bei ungünstigen Bedingungen Kohlenmonoxid (CO) entstehen. Dieses Gas ist farb- und geruchlos und kann lebensgefährlich sein. Ein Gasherd darf deshalb niemals als Heizung verwendet werden – auch nicht für kurze Zeit. Sinnvoll sind ein CO-Melder im Wohnbereich sowie ein Rauchwarnmelder. Feuerlöschspray oder Löschdecke sollten in Reichweite platziert sein.

Bei geschlossenen System wie Induktionskochern lohnt Lüften, um Feuchtigkeit, Gerüche und Hitze im Fahrzeug zu reduzieren. Wer dies komplett vermeiden möchte, kocht draußen. Dabei gelten ebenfalls Sicherheitsregeln. Mobile Kocher und Grills sollten auf einer ebenen, stabilen und hitzefesten Unterlage stehen, mit Abstand zu Markise, Zeltwand, trockenem Gras und Fahrzeug. Holzkohlegrills gehören niemals in geschlossene Räume oder Vorzelte. Gaskartuschen dürfen nicht überhitzen, daher nicht in die Sonne oder unmittelbar neben den Brenner stellen.

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