> Probefahrt Mooveo Van F60 DB

Kompakter Van für Aktiv-Urlauber

28.04.2024
Bild & Text: Daniel Schlicke

Große Heckgarage, gute Ausstattung und eine Diff-Sperre, die Traktion auf losem oder nassem Untergrund verspricht: Der neue Mooveo Van F60 DB ist erfrischend anders, ideal für Aktiv-Urlauber.

Bisher gab es bei Mooveo vor allem eines: urlaubsfertig ausgestattete Kastenwagen auf Fiat Ducato. Zwar bedient sich der Hersteller größtenteils am Möbelbaukasten der Muttermarke Pilote, doch nur bei Mooveo sind etwa die Markise, die Solaranlage oder auch eine stärkere Motorisierung bereits in der Basisversion verbaut.

Das gilt auch für den neuen F60 DB auf Ford Transit. Basis ist die sechs Meter lange Trail-Variante mit 170-PS-Motor, Metallic-Lackierung, 16-Zoll-Alus und mechanischem Sperrdifferenzial an der angetriebenen Vorderachse. Der Crossover-Look samt Kunststoff-Beplankung und markantem Raptor-Kühlergrill ist also nicht nur Schminke: Registriert das System Schlupf an einem der angetriebenen Vorderräder, wird die Motorleistung automatisch an das Rad mit der besten Traktion geleitet.

Viel Platz für sperriges Gepäck in der Heckgarage

Wer sich und seinem Campervan ohnehin kein hartes Gelände antun möchte, spart bei den Anschaffungskosten, beim Verbrauch und beim Gewicht gegenüber einem Allradler und fährt – verglichen mit einem gewöhnlichen Fronttriebler – dennoch deutlich wahrscheinlicher von einer nassen Wiese oder einer vereisten Fläche.

Klingt nach dem idealen Van für Wintersportler? Auch der Grundriss liefert entsprechende Argumente. Kein Mainstream ist vor allem die riesige Heckgarage, die die gesamte Fahrzeuginnenbreite einnimmt und die sich bei Bedarf bis zur Decke erweitern lässt, wenn der zweiteiige Lattenrost hochgeklappt wird.

Zwar gibt es keine echte Durchlademöglichkeit, lediglich einen auch vom Wohnraum aus zugänglichen Schrank, doch in der 190 Zentimeter breiten, 145 Zentimeter tiefen und 110 Zentimeter hohen Heckgarage haben Skier, Fahrräder und ähnlich sperriges Sportgepäck locker Platz.

Bildergalerie

Im Schrank, der die Garage vom Wohnraum trennt, kommt außerdem der Frischwasser- und Gasvorrat sowie – gut erreichbar – einiges an Bordtechnik unter. Das Ladeabteil ist mit einem praktischen Puzzle aus Schutzmatten ausgelegt, die Bordwände mit einer LED-Lichtleiste, einem Außenduschanschluss und zwei Zurrschienen ausgestattet.

Der spannende Stahl-Prototyp von Kettenreaktion Bikes aus Weilheim/Teck passt schon mal gut in die Heckgarage des F60 DB. Um mehrere Bikes zu transportieren, muss maximal das Vorderrad demontiert werden.
 

Ausstattung

Entsprechend der Heckgarage ist das Querbett sehr hoch angebracht, aufrechtes Sitzen jedoch kein Problem. Das liegt auch an der großzügigen Stehhöhe (208 Zentimeter) im Transit. Das Matratzenmaß fällt mit 186 mal 143 Zentimetern nicht ganz so üppig aus, jedoch bereitet das dank textiler Fensterverdunkelungen weniger Sorgen als in anderen Kastenwagen, die meist mit empfindlichen Plissees ausgestattet sind – dafür fehlt im Mooveo das Fliegengitter.

Die übrige Aufteilung gleicht mehr dem Klassenstandard, ist aber ebenfalls gut gemacht. Die Doppelbank ist immerhin dezent konturiert, der Tisch 77,5 mal 42 Zentimeter groß. Er lässt sich um 40 Zentimeter erweitern. Verhältnismäßig viel Bewegungsfreiheit bietet die Nasszelle, dazu ein Fenster und eine Dachluke, eine schlanke Duscharmatur, Kleiderhaken und etwas Stauraum. Auch der Einleger, der die Duschtasse mit zwei Abläufen schont, gehört zur Serienausstattung.

Wenn man die Leiter tagsüber aufs Bett schmeißt, bleibt der Mittelgang mindestens 39 Zentimeter breit. Dann lassen sich auch die Schubladen am Küchenblock problemlos öffnen. Hier gibt es außerdem einen Auszug für Öl- oder Getränkeflaschen und stirnseitig einen 90-Liter-Kompressorkühlschrank mit Schubladentür. Darüber bleiben 40 mal 44 Zentimeter Arbeitsfläche.

 

Die Zielgruppe dürfte sich außerdem für das Thema Autarkie interessieren: Geheizt wird mit Diesel und mit bis zu 4 kW, dank Höhenkit auch am Berg. Zwei 100-Wp-Solarpanele sammeln Sonnenstrom, der ab Werk in einer 95 Ah großen AGM-Batterie gespeichert wird. Im Vorführwagen von Händler EMR aus Weilheim an der Teck sind zwei 100 Ah Lithium-Akkus und ein entsprechendes Ladegerät verbaut – die einzige, 2.399 Euro teure Option, die für den F60 DB zu haben ist.

Zwei 100-Wp-Flachmodule und die Markise gehören bei Mooveo zur üblichen Serienausstattung. Auch die Metallic-Lackierung in „Azur Blue“ gibt‘s ab Werk.

Der Ladebooster wiederum gehört bei Mooveo zur Serienausstattung. Eingeschränkt wird der Autarkie-Gedanke also wie so oft am ehesten von der Banktoilette mit Chemie-Kassette. Nichts, das uns auf unserer eintägigen Spritztour im F60 DB gestört hätte. Hierzu sei außerdem erwähnt, dass der Ausbau selbst auf schlechter Straße kaum knarzt oder klappert.

Windgeräusche sind schon eher zu vernehmen. Ob es die Sperre wirklich braucht, konnte auf unserer Probefahrt nicht geklärt werden – aber haben ist besser als brauchen und mindestens in der Theorie kommt man mit gesperrtem Diff in vielen Situationen weiter als ohne.

Die große Heckgarage rundet das Aktiv-Konzept ab, aber natürlich darf man die 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse bei so viel Stauraum nicht aus dem Blick verlieren. Der Preis von knapp 75.000 Euro für den Mooveo Van F60 DB samt typischem Mooveo-Ausstattungspaket geht auf jeden Fall in Ordnung. www.mooveo-wohnmobile.de

 

Hier findet ihr weitere Campertests.

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