Ende gut, alles gut

Pössl Campster im Dauertest

Rund 50.000 Kilometer – für viele Camper ist das ein halbes Leben, für einige schon die Halbwertszeit. Von April '19 bis Juni '20, also in 15 Monaten, haben wir mit unserem Pössl Campster die 50.000 Kilometer geknackt.
Fotos & Text: Andreas Güldenfuß

Die Nachricht von unserem tollen Aushilfs-Bulli ging schnell durch die gesamte Redaktion. Kompakt, schnell, sparsam, geräumig, bequem und natürlich besonders durch unsere dezente Beklebung wirklich schick anzusehen, war der Pössl Campster für viele Aufgaben die erste Wahl. Selbst wenn andere Fahrzeuge zur Verfügung standen, wurde der Spacy, der erhöhten Sitzposition und der Übersichtlichkeit wegen, oft vorgezogen.

Glatte 90 Punkte bei der Alltagstauglichkeit! Anfangs gab es zwar teils noch Missverständnisse zwischen Kupplungspedal und der Kupplung – einmal hat den Campster jeder abgewürgt – aber mit den Kilometern hat sich das Verhältnis verbessert. Parklücken längs und quer sind kein Problem und im Parkhaus mit zwei Metern Höhe streift höchstens die Antenne.

Die fehlenden zehn Punkte verspielt der Pössl beim Großeinkauf. Nur wenige Zentimeter fehlen im Stauraum unter dem Bett, um wenigstens eine Sprudelkiste verstauen zu können. Genau dieses Manko hat dem Campster die 100 Punkte verhagelt. Ein paar Zentimeter mehr Kofferraum hätten gereicht, um vollends glücklich zu sein. Wäre es der Eigene gewesen, hätten wir natürlich konstruiert, geflext und geschweißt, um die Abdeckung weiter hochzubekommen – am Testfahrzeug waren wir etwas zurückhaltender.

Aber es ist schon faszinierend: Innerhalb der doch relativ kurzen Zeit haben sich inzwischen mehrere Gruppen in den sozialen Medien gebildet und es ist eine stabile Fangemeinde gewachsen. Der unter dem Strich doch etwas günstigere Preis war bei vielen Besitzern gar nicht der Hauptgrund, sich für einen Campster – oder ein beinahe identisches Modell mit anderem Namen – zu entscheiden. Fakt ist doch, die Mitbewerber in diesem Segment können eigentlich nichts so viel besser, dass man sie zwingend haben muss. Zuverlässigkeit, Kundenzufriedenheit und Dieselskandale standen teils auch auf der Seite, die gegen die etablierten Platzhirsche sprach.

Natürlich liest man auch von Problemen bei Pössl Campster und Co., doch die gibt es woanders auch und unterm Strich repariert Citroën nach Ablauf der Garantiezeit doch günstiger als VW oder Mercedes.

Dass bei der Entwicklung der Preis an erster Stelle stand, ist klar. Der Campster kann alles, was er muss – nicht mehr. Kein elektrisches Dach, keine Ambiente-Beleuchtung, keine smarte Füllstandsüberwachung für Frisch- oder Abwasser. Aber die Campster- Fangemeinde ist aktiv, technisch versiert und traut sich was. So ist das Netz voll mit selbst konstruiertem Zubehör und Optimierungen, die aus dem kompakten Pössl ein noch besseres Mobil machen. Auch der Zubehörhandel bietet inzwischen allerlei Material, um sich sein Fahrzeug nach eigenen Wünschen umbauen und konfigurieren zu können. Und wie man sieht, scheint sich der Einsatz zu lohnen. Die Fangemeinde wächst, der Campster gehört schon fast zum Straßenbild.

Die komplette Kostenaufstellung, also was der Campster mit Sprit, Zubehör, Versicherung und allem drum und dran über 50.000 Kilometer hinweg gekostet hat, lest ihr in der aktuellen CamperVans-Ausgabe 5/2020.

Redaktion
Andreas Güldenfuß

Klettern, Bergsteigen und Mountainbiken – alles Sport, bei dem man viel unterwegs ist. Das erste Auto: Ein selbst ausgebauter T3 – das war vor über 30 Jahren und seitdem keinen Tag nicht mindestens einen Camper besessen. Am Heft mach ich von allem etwas.

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