Echter Lichtblick

LED-Scheinwerfer nachrüsten

Wer nachts sicher unterwegs sein möchte, benötigt brillante Scheinwerfer – oder rüstet für vergleichsweise kleines Geld leistungsfähige Leuchtmittel nach. Wir haben zwei besonders helle Leuchtmittel ausprobiert und zeigen, wie die Umrüstung gelingt.
Text: Karsten Kaufmann | Fotos: Hersteller, Redaktion

Nachrüsthalogenlampen von Markenherstellern wie Bosch, Philips oder Osram locken mit einer deutlich besseren Helligkeit von bis zu 150 Prozent. Das ist enorm. In anderen Worten: Der Scheinwerfer strahlt mehr als doppelt so hell – so zumindest das Produktversprechen.

Die besonders hell leuchtenden Teile des Glühwedels sind von den Entwicklern gezielt klein gehalten, um eine möglichst punktförmige Lichtquelle mit sogenannter hoher Luminanz zu erhalten. So gelingt es, besonders viel Licht auf den kritischen Bereich von 50 bis 90 Meter vor dem Kastenwagen oder Campingbus auf die Straße zu bekommen. Auch das Fernlicht profitiert von den Nachrüstlampen – doch nicht im gleichen spürbaren Umfang wie das Abblendlicht.

Die Kunst der optimalen Lichtverteilung spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle – denn der Gesetzgeber limitiert die maximale Lichtmenge. Bei der Farbgebung setzen die Hersteller auf ein sehr klares, kaltweißes, leicht bläuliches Licht. Dies garantiert zum einen eine sehr viel deutlichere Ausleuchtung der Straße, zum anderen ermüden Fahrer bei kaltweißem Licht langsamer. Grundsätzlich konnten moderne Scheinwerfer mit H7-Leuchtmitteln im Vergleich zu H4-Lampen in puncto Leuchtkraft und Helligkeit deutlich zulegen, ein spürbares Sicherheitsplus. Die Krux: Eine Umrüstung von H4 auf H7 ist nicht möglich. Es bleibt nur der Griff zu den Nachrüstlampen von Bosch, Philips oder Osram. Lohnt sich das?

Die Night Breaker H7-LED ist die erste LED-Nachrüstlampe von Osram mit Straßenzulassung. Sie ist aktuell nur für ausgewählte Fahrzeuge verfügbar, unter anderem für den Fiat Ducato ab Baujahr 2006. Mit etwas handwerklichem Geschick gelingt die Umrüstung in rund 15 Minuten.

Ganz ohne Frage: Zum einen hält das ungemütliche, kalte Licht die Sinne wach. Insbesondere Besitzer von alten Scheinwerfern mit H4-Leuchten, die ein vergleichsweise warmweißes Licht erzeugen, profitieren daher von der Umrüstung auf Hochleistungslampen gleich doppelt. Doch auch Camper, deren Scheinwerfer schon mit H7-Leuchten bestückt sind, schätzen das offensichtliche Plus an Helligkeit. Praxistests unserer Schwesterredaktion Reisemobil International zeigten überdeutliche Unterschiede der Nachrüstlampen im Vergleich zu den Serienleuchtmitteln. Der Wermutstropfen: Das Plus an Leuchtkraft erkauft man sich grundsätzlich durch eine reduzierte Lebensdauer.

Während „normale“ Lampen zwischen 500 und 1.000 Stunden Leuchtkraft versprechen, soll jedes Plus an Lichtausbeute die zu erwartende Lebensdauer spürbar in den Keller drücken – teils auf unter 300 Stunden. Kunden sollten die vom Hersteller reduzierte Lebensdauer beim Kauf einkalkulieren und das Sicherheitsplus versus reduzierte Lebensdauer abwägen.

Eine ganz andere Liga: Seit 2021 bietet Osram mit der Night Breaker H7-LED das aktuell mit Abstand stärkste Leuchtmittel an. Momentan ist es nur für ausgewählte Fahrzeuge verfügbar. Link zur Kompatibilitätsliste: www.osram.de/night-breaker-led

Die gute Botschaft: Ducato und baugleiche Modelle ab Baujahr 2006 können umgerüstet werden. Mit etwas handwerklichem Geschick gelingt die Umrüstung in etwa einer viertel Stunde. Mit rund 125 Euro zählen die exklusiven Night Breaker LED zu den teuersten Upgrade-Lampen. Immerhin: Osram versprichteine etwa fünffach längere Lebensdauer.  Und: Mit 220 Prozent mehr Leuchtkraft schöpft der Hersteller nahezu das gesetzlich  mögliche Maximum an Leuchtkraft aus, die sich in der Praxis überzeugend präsentiert. Nach der Umrüstung eines Testfahrzeugs der Redaktion konnte sich das Ergebnis durchaus sehen lassen, wie die Bilder deutlich zeigen.

Die Scheinwerfer strahlen nun bläulich/weiß, leuchten die Randbereiche der Straße heller aus und generieren auch ein sichtbares Plus an Leuchtweite. Tatsächlich ist es so, dass nun das serienmäßige Fernlicht nur ein minimales Plus an Leuchtweite liefert. Zudem sieht das gelbliche Licht, das den blauen Lichtkegel nun seitlich und in der Ferne ergänzt, etwas unpassend aus.

Der Wechsel der Lampen gelingt in weniger als fünf Minuten pro Seite und gibt technisch keine Rätsel auf. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir, wie’s geht:

Galerie: LED-Scheinwerfer nachrüsten: So geht’s

Preisgünstige Alternative

Stimmiger wäre das Gesamtbild, wenn man auch die Lampen des Fernlichts auf LED umrüsten würde – oder hier  zumindest auf die Night Breaker H7 Laser setzt. Eine günstigere und durchaus empfehlenswerte Alternative, zumal die reduzierte Lebensdauer beim seltener genutzten Fernlicht nicht so stark ins Gewicht fällt. Für ältere Fahrzeuge, beziehungsweise Scheinwerfer, sind die Leuchtmittel außerdem auch als H4-Version verfügbar. Das bis zu 150 Prozent hellere Halogenlicht (als Serie) gibt es unter www.osram.de/night-breaker-laser.

Für rund 20 Euro bietet Osram die Night Breaker Laser H7 an – vergleichsweise kleines Geld im Vergleich zur Umrüstung auf LED.

Eine Einschränkung zum Schluss: Camper, die einen Trip nach Großbritannien oder Schottland weit oben auf der Liste haben, sollten noch ein wenig auf die normalen H7-Lampen setzen – die Osram Night Breaker H7-LED sind aktuell noch nicht für den Linksverkehr zugelassen.

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