> Selbst ausgebauter Peugeot Boxer: Selbstausbauer des Monats

Wärme-Box: Selbstausbauer des Monats

01.10.2026
Text: CamperVans | Bild: Mathias Piontek

Mit ihrem ausgebauten Peugeot Boxer gewannen Patrick und Jana Reyinger beim Selbstausbauercamp 2025.

Wird es im Herbst kühler, kriecht die Kälte gern über den Boden in den Van. So auch im Oktober 2025 auf dem Selbstausbauer-Camp am Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee. Kaum verschwand die Sonne am Abend, packten einige Camper dicke Socken aus. Nicht so Patrick und Jana Reyinger. Die nämlich haben in ihrem ausgebauten Kastenwagen immer warme Füße, denn ihr Peugeot Boxer besitzt eine wassergeführte Fußbodenheizung. Ein Dreh am Thermostatknauf und ihr Boxer mit Namen Henry wird zur Wärme-Box. Vor allem im Winter ist das ein Gamechanger.

Foto: Mathias Piontek

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Ausbau und Innenraum des sechs Meter langen Kastenwagens sind offen gehalten. Als Inspiration für den Selbstausbau diente das Fahrzeug einer Van-Manufaktur. Dazu floßen eigene Vorstellungen und Designs ein. Aus einer Idee wurde eine Skizze, daraus dann ein improvisierter Einbau aus übriggebliebenen Holzresten, zum Beispiel aus Spanplatten. Patrick Reyinger ist gelernter Schreiner. Damit ging es erstmal los: Austesten, was funktioniert, auch um ein Gefühl für den Platz und Nutzen im Kastenwagen zu entwickeln. Mit manchen Provisorien fuhr das Paar aus Bietigheim-Bissingen zwei Jahre lang herum.

Mit der Zeit entstand, gezeichnet auf ein Blatt Papier, der endgültige Grundriss samt Möbelbau: Im Heck ist ein Querbett untergebracht mit viel Platz zur Decke. Die Küchenzeile mit Spüle und zwei Gas-Kochfeldern reicht bis in die Öffnung der Schiebetür, gegenüberliegend vom breiten Mittelgang sorgen Hochschränke für Stauraum. Darin finden sich ein Trockenschrank mit Lüftungslöchern, zum Beispiel für Jacken, ein Bad-Auszug mit Spiegel sowie auf einem Schwerlastauszug eine Trocken-Trenntoilette. An die Hochschränke schließt sich bis zum Fahrersitz eine Quersitzbank an.

Foto: Mathias Piontek
Geschafft: Die Idee, im Van eine Fußbodenheizung zu verlegen, ist nicht neu. Die richtigen Fittinge, Anschlüsse und Schläuche für die Installation der Heizung zu besorgen, ist aber gar nicht so einfach.
Foto: Patrick und Jana Reyinger

Dank der Längsbank mit einem großem Echtglasfenster darüber, das Licht gibt, dem minimalistischen Design und der freien Sichtachse, wirkt der Sitzbereich wie eine Lounge. Ein Schwenktisch dient als Ablage oder verwandelt die Bank mit umgedrehten Fahrersitzen zum Essbereich. Jede Möbelkante des Ausbaus ist von Hand verleimt und lackiert. Auch die Leisten für die Decke sägte Patrick Reyinger selbst zu. Die Arbeitsplatte der Küchnzeile ist eine Dreischichtplatte aus Eiche. Die Möbelfronten sind aus HPL-Platten, woraus sich eine schöne Holz-Weiß-Kombi ergibt – alles mit gestalterischen Elementen.

Besonders ins Auge fällt die Seitenverkleidung über der Spüle. Dafür klebte der Selbstausbauer Holzleisten unterschiedlicher Länge in gleichmäßigem Abstand auf einer fünf Millimeter dünnen HPL-Platte auf. Solche kreativen Details und Ideen finden sich an vielen Stellen. Zum Laden der Handys gibt es extra eine kleine Technikschublade; unter der Spüle wurde das Waschbecken in der ersten Schublade ausgespart. In dem U-förmigen Fach kommt nun Kleinkram unter.

Um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, hat Patrick Reyinger ein paar hilfreiche Kniffe entwickelt, wie den Löffel-Lifehack. Richtig gelesen, die Rede ist vom Essbesteck mit Stiel und rundem Kopf. Das eignet sich besonders gut, um mit mehr Druck in die Rundungen der Karosserie zu kommen. Die Größe des Löffels variiert dabei je nach Radius. Zudem kann man den Filz mit der kleinen Rundung vom Griff schön in die Ecken drücken.

Foto: Mathias Piontek
Durchdachter Möbelbau: Es gibt eine kleine Technikschublade zum Laden der Handys, einen Badauszug mit Spiegel im hohen Seitenschrank und in der ersten Schublade unter der Spüle wurde das Becken einfach ausgespart – der perfekte Platz für Kleinzeug.
Foto: Mathias Piontek
Freie Sichtachse: Beim Grundriss wurde auf einen offenen Raum geachtet. Das Bett im Heck lässt Luft nach oben und der Mittelgang zwischen Küchenzeile und Hochschrank ist großzügig bemessen.­
Foto: Patrick und Jana Reyinger

Fußboden-Heizung

An die Fußbodenheizung traute sich der 54-Jährige zuerst nicht so recht. Das elektrische Grundpaket im Boxer stammt von einem Spezialisten. Doch der Zusammenbau und die Installation des Brenners unterm Fahrzeug waren schließlich leichter als gedacht. Hier montierte Patrick Reyinger die Standheizung Hydronic 2 Economy mit 4,3 kW von Eberspächer. Die weitere Installation der Heizung lief hingegen etwas nervenaufreibender, zumindest bis die richtigen Fittinge, Anschlüsse und Schläuche gefunden waren.
Die Heizschlangen wurden auf dem Fußboden in passgenaue Styroporplatten gelegt. Dann folgte die Befüllung mit Akkuschrauber-Aufsatz und einem 5-Liter-Kanister. Das hieß, drei Tage lang in der Heckgarage des Vans kauernd nach und nach wiederholt einfüllen und entlüften. Doch alles längst vergessen, so schön warm sind jetzt die Füße.

Mehr auf Instagram @henrytheboxervan

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