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Zweckentfremdet: Tourne Select 6.0 im Dauertest

17.09.2026
Bild & Text: Daniel Schlicke

Abseits schnelllebiger Trends geht Tourne seinen ganz eigenen Weg, vorwiegend für Vier und die Ganzjahresnutzung. Zum Glück ist im Dauertest ausreichend Zeit für Ausnahmen.

Noch ist nicht Winter und noch war kein Kollege mit seinen Kindern unterwegs. Also nutzen wir unseren großen Dauertester ausnahmsweise einmal anders als vom Hersteller erdacht: zu zweit, als Basecamp für Wanderungen im schönen Haute-Savoie. Wobei uns vor Ort eine Kaltfront erwischt, sodass der Tourne Select 6.0 seine Aufenthaltsqualitäten unter Beweis stellen musste.

Nun könnte man meinen, dass es in einem Sechs-Meter-Van mit vier Schlafplätzen ohne Aufstelldach eng zugehen muss. Doch die Tourne-eigene Interpretation eines Kastenwagens für Familien sieht eine umbaubare Sitzgruppe vor. Der Clou, den sich Tourne patentieren lassen konnte: Polster und Topper verschwinden passgenau im Dachschrank über dem Fahrerhaus und im seitlichen Podest unter dem Querbett, die zusätzlichen Möbelbauplatten in der Konsole der Rückbank. Das kostet ein paar Kilo Zuladung (ein Aufstelldach aber noch mehr), fällt platztechnisch jedoch wenig bis gar nicht ins Gewicht.

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Ein Klappbrett sorgt für die nötige Arbeitsfläche, denn der Küchenblock muss kompakt bleiben, damit das Zusatzbett auch im Fußbereich auf eine vernünftige Breite kommt.

Obwohl der Möbelbau zunächst schnörkellos wirkt, gibt es einige schöne Details und vor allem viele durchdachte Features.

Da wären zum Beispiel das Gewürzregal mit seinen praktischen Aufbewahrungsboxen, in die Magnete eingearbeitet sind, sodass sie während der Fahrt nicht klappern. Oder die Doppel-Schubladen mit einem größeren Spalt an der Oberkante, der sich deutlich besser greifen lässt als die Push-Locks und gleichzeitig für eine gute Durchlüftung sorgt.

Lob verdienen auch der Kompressorkühlschrank auf Arbeitshöhe und die Oberschränke, die teils innenbeleuchtet und fast alle mit Regalböden unterteilt sind, die in mehreren Positionen angebracht werden können.

Die Oberschränke sind durch Regalböden unterteilt, über mangelnden Stauraum kann man wirklich nicht klagen – im Gegenteil. Uns waren die Schränke zum Teil fast zu groß.
Der Möbelbau mag schnörkellos wirken, doch überall verstecken sich praktische Details wie dieses klappbare Schuhfach.

Allerdings: Über dem eigentlich sehr bequemen Querbett im Heck (190 x 140 Zentimeter) sind die Dachstauschränke so voluminös, dass die Bewegungsfreiheit doch spürbar eingeschränkt ist. Um sich nicht den Kopf zu stoßen, muss man diesen mit Bedacht unter der offenen Ablage einfädeln. Zum Glück passiert das nach zwei, drei Nächten ganz von selbst.

Das Bad bietet genügend Platz, auch weil zum Duschen kein Vorhang nötig ist. Alles ist vorbildlich ausgefugt und abgedichtet, alle Kanten der Möbel versiegelt. Spritzwasser sollte also auch bei intensiver Nutzung kein Problem darstellen.

Selten: das zweite, 70 x 50 Zentimeter große Midi Heki über dem Querbett, das für Frischluft sorgt und freien Blick auf den Sternenhimmel gewährt. Wenn der Himmel nicht gerade wolkenverhangen ist, so wie Ende August im französischen Haute-Savoie. Vielleicht ist das der Grund, warum der Lithium-Akku trotz 140-Watt-Solarpanel schon nach zwei Tagen in die Knie ging. Möglicherweise haben wir die Schalter für Boiler und Fußbodenheizung, die etwas ungeschickt in einem der vorderen Oberschränke angebracht sind, aber auch einmal zu oft versehentlich betätigt. Die Batterie war anschließend auch nach vielen Sonnenstunden sowie Kilometern auf der Autobahn nicht mehr zu reanimieren. Selbst mehrere Nächte am Landstrom änderten nichts an der Batteriespannung.

Die Positionierung der Kipp- und Touch-Schalter in einem der vorderen Oberschränke sollte Tourne nochmal überdenken.
Nachts doof: Noch haben wir nicht herausgefunden, wie man das Touch-Panel von AL-KO VTE ausschaltet, ohne gleich den ganzen Strom inklusive Licht oder Klospülung zu kappen.

Schon erschreckend, wie sehr man heute auf den Saft aus der Dose oder eben aus der Bordbatterie angewiesen ist. Pumpen, Zünden, Kühlen, Leuchten – ohne Strom geht nichts. Also widmen wir uns nun mal der Bordelektrik und dann dem Umbau-Puzzle für die Sitzgruppe. Wir berichten.

Foto: Tourne

Tourne Select 6.0: Dauertesttagebuch

Weitere Eindrücke zum Dauertester Tourne Select 6.0 gibts im Dauertesttagebuch.

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