Mieten: So gelingt der erste Urlaub

Camper Mieten

Mieten als Vorstufe zum Kauf? Klar. Aber aufgepasst: Wer einen Kastenwagen oder Campingbus mieten will, muss wichtige Punkte beachten.
Fotos & Text: CamperVans - Magazin

Warum boomt der Mietmarkt? Weil viele mit dem Gedanken sympathisieren, sich vor dem Kauf sicher sein zu wollen. Die Anbieter sind zahlreich: McRent und Easy Rent, InterCaravaning und ADAC sind nur einige der großen überregionalen Vermietketten.

Dazu kommen Händler vor Ort, die von kleinen Campingboxen im Kombiheck über den klassischen Campervan bis zum großen, komplett ausgestatteten Kastenwagen nahezu alle Fahrzeuggattungen zur Miete anbieten. Je nach Modell und Saison fallen pro Tag zwischen 70 und 180 Euro an. Wer einen Mietvertrag abschließt, sollte sich deshalb selbst vorher einige Fragen beantworten:

Wann einen Camper mieten?

Potenzielle Mieter müssen sich sputen, damit sie in den Genuss eines Mobils kommen. Wer zu lange zögert, gerät schnell ins Hintertreffen. Also sollten sich Mieter so bald wie möglich um ein Fahrzeug bemühen.

Das kann bis zu einem Jahr vor dem geplanten Urlaub sein. Pluspunkt: Viele Vermieter räumen Frühbucherrabatte ein.

Wo informiert sich ein Mieter?

Grundsätzlich empfehlen sich zwei Wege, um sich über die Konditionen von Vermietern schlau zu machen: vor Ort und im Internet.

Letzteres ist der sinnvolle erste Schritt, um sich einen Überblick zu verschaffen: Wer bietet welche Fahrzeuge zur Miete an? Was kostet bei wem der Spaß? Wer den möglichen Vermieter besucht, kann bei ihm die Fahrzeuge anschauen.

Wer darf welches Mobil mieten?

Wer einen Camper mieten möchte, muss mindestens 21, manchmal 23 und in einigen Ländern sogar 25 Jahre alt sein und seit mindestens einem Jahr, manchmal aber auch bis zu drei Jahren den Führerschein haben.

Wer in Deutschland seine Fahrerlaubnis vor 1999 bekommen hat, verfügt meist über einen Führerschein der Klasse 3. Damit darf er auch Reisemobile, bis zu 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse fahren. Seit 1999 wird als regulärer Pkw-Führerschein die Klasse B erteilt.

Mindestens 21 Jahre alt muss der Mieter eines Campers meist sein.

Sie berechtigt dazu, Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen zu bewegen. Miet-Kastenwagen sind selten aufgelastet, über 3,5 Tonnen braucht man aber eine C1-Lizenz.

Wie viele Personen reisen mit?

Die Anzahl der Mitreisenden entscheidet über Fahrzeuggröße, den Grundriss und über die Art des Fahrzeugs. Ein Einzelreisender oder ein Paar können mit einem Bulli bestens bedient. In einem großen Kastenwagen können sich zur Not auch vier Erwachsene längere Zeit ertragen.

Sind Kinder dabei?

Ist dies der Fall, kommt ein Kastenwagen mit Familiengrundriss in Betracht. Dazu gehören am besten Stockbetten und auf jeden Fall viel Platz für Spiel- und Sportgeräte sowie Fahrräder.

Und Haustiere?

Haustierbesitzer wissen hoffentlich schon bei der Anschaffung des selbigen worauf sie sich einlassen. Adieu Flugreise, spontane Städtetrips mit coolen Hotels und Pauschalurlaub. Hunde sind nicht überall erlaubt. Das gleiche gilt auch für Vermietfahrzeuge. Also vorher informieren und einen geeigneten Vermieter suchen.

In nahezu allen größeren Ballungsgebieten gibt es Vermietstationen der gängigen Anbieter.

Lange Wege spart, wer die Vermietstation möglichst nah am Wohnort wählt. Überregionale Ketten unterhalten in allen größeren Ballungszentren Stationen – hier bekommt der Mieter bundeseinheitlich dieselben Bedingungen.

Doch es gibt auch Fälle, in denen die weite Anreise mit dem Pkw, Zug oder sogar dem Flugzeug lohnt. Angenommen, ein Mieter aus München möchte in Skandinavien Urlaub machen. Dann kann er dorthin alternativ anreisen, sein Reisemobil in Empfang nehmen und losfahren. Er könnte sogar bis Norwegen fliegen, um sein Mobil zum Beispiel in

Oslo zu mieten. Ohnehin lohnt es sich bei manchem Reiseziel, über ein Mietfahrzeug vor Ort nachzudenken. Manche Vermietketten, etwa McRent, bieten ihren Kunden deshalb ausdrücklich an, ein Camper erst im Ausland zu mieten. Je nach Personenzahl kann das deutlich billiger sein, als Sprit und womöglich Fährgebühren zu bezahlen. Zudem spart es Zeit.

Welche Reisezeit für wen?

Diese Frage ist etwa gleichbedeutend mit der Frage nach den Schulferien. Logischerweise legen Vermieter die Hauptsaison in die Zeit der größten Nachfrage – eben die Schulferien.

Wer keine schulpflichtigen Kinder hat, sollte deshalb unbedingt auf eine andere Reisezeit ausweichen. In der Neben- und Zwischensaison lässt sich viel Geld für dieselbe Leistung sparen. Zudem spart es Zeit.

Welches Reiseziel soll es sein?

Wer unterwegs teilweise oder ganz auf Campingplätze verzichten möchte, muss bei der Wahl seines Fahrzeugs auf ein gewisses Maß an Autarkie achten: Wasser, Abwasser, Strom, Bordbatterien, im Idealfall sogar Solar. Oft sind die Vermietfahrzeuge nur mit dem Nötigsten ausgestattet, also bei besonderen Wünschen daruf achten, dass das Fahrzeug alle Anforderungen erfüllt.

Welches Zubehör muss mit?

Vermieter helfen weiter und statten das Fahrzeug dem Bedarf des Kunden entsprechend aus – gegen Bezahlung. Die fällt nicht unbedingt günstig aus. Hier lohnt sich der Blick in die Preisliste. Wer also beim Anbieter um die Ecke mietet, ist gut beraten, möglichst viel an Ausstattung aus eigenem Bestand zu verwenden. Geld zu sparen funktioniert bei Handtüchern, Bettzeug und Küchenzubehör leicht.

Ob jemand ein Campingset kauft, hängt von künftigen Plänen ab: Steht Urlaub im Mietmobil öfters an? Dann lohnt die Anschaffung. Achtung: Natürlich gilt auch für unerfahrene Mieter, das zulässige Gesamtgewicht. Also genau darauf achten, was man einpackt und im Zweifelsfall auf die nächste Waage fahren.

Welches Sportgerät ist dabei?

Camper wandern, radeln, fahren Ski oder paddeln im eigenen Schlauchboot. Das passende Sportgerät muss also mit dem Mobil transportiert werden. Bei Wanderschuhen geht das noch am ehesten.

Aber was ist mit dem Fahrrad? Je nach Grundriss bietet das Fahrzeug die Möglichkeit, das eigene Sportgerät im Fahrzeug zu verstauen, andernfalls lassen sich viele Fahrzeuge gegen einen Aufpreis mit einem Träger für die Hecktüren, -klappe oder Anhängerkupplung aufrüsten.

Welche Versicherung?

Obligatorisch für Mietmobile ist eine Kombination aus Haftpflicht und Vollkasko mit integrierter Teilkasko. Die meisten Vermieter bieten Pakete mit Selbstbeteiligung. Größenordnung: 1.200 Euro bei der Voll- und 500 Euro bei der Teilkasko.

Wer weniger Selbstbehalt will, bezahlt dafür eine höhere Versicherungsprämie. Bei einigen Vermietern umfasst das Angebot eine Mobilitätsgarantie, bei anderen muss sie extra bezahlt werden.

Vertrag genau lesen

Bevor der Mieter den Vertrag unterschreibt, sollte er unbedingt das Kleingedruckte lesen. In den Mietbedingungen finden sich versteckte Zahlungen, die nur möglicherweise anfallen – etwa Stornogebühren.

Bei ihnen ist wichtig, ab welchem Zeitpunkt vor Mietbeginn sie in welcher Höhe anfallen. Auch die Kosten für Reinigung und Serviceleistungen sollten unbedingt besprochen und gesondert im Vertrag aufgeführt sein – ebenso wie die Höhe der Kaution.

Augen auf bei der Übernahme

Ist der Mietvertrag unterschrieben, geht es an die Übergabe des Fahrzeugs. Wer ein Fahrzeug in Empfang nimmt, sollte mit dem Vermieter rund um das Fahrzeug gehen und alles auf Schäden untersuchen.

Dazu gehören Kratzer und kleine Dellen, aber auch der Blick unter das Fahrzeug, zum Beispiel auf die Bodenwanne. Alle Schäden, und seien sie auch noch so klein, sollten sorgfältig dokumentiert und vom Vermieter quittiert werden. Auch im Inneren

Wer Schäden bei der Übergabe dokumentiert, spart sich später eine viel Ärger.

sollten eventuelle Mängel gesucht und schriftlich festgehalten werden. So entstehen bei der Rückgabe keine Unklarheiten.

Sorgfalt bei der Rückgabe

Nach dem Urlaub muss das Fahrzeug möglichst unbeschadet, gereinigt und mit entsorgten Tanks zurückgeben. Sollte doch eine Beule oder Schramme hinzugekommen sein, kommt je nach Schadenhöhe die im Mietvertrag festgelegte Versicherung ins Spiel. Will der Mieter die Kosten für die Endreinigung sparen, muss er selbst Hand anlegen. Danach sollte er sich vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen, dass sich das Fahrzeug in gewünschtem Zustand befindet.

Kein Vertun gibt es beim Entsorgen: alle Tanks leeren, besonders die Fäkalienkassette. Zu Recht lassen sich Vermieter das Entleeren kräftig bezahlen. Geld, das der Mieter sparen kann – und dem Vermieter eine unangenehme Arbeit abnimmt.

Übersicht an Vermietern und Maklern

Vermieter & Makler vertreten in Kontakt
ADAC Deutschland www.adac.de
Campanda Deutschland, weltweit www.campanda.de
Canusa Touristik Kanada Kanada, USA, Hawaii, Bahamas www.canusa.de
DRM Deutsche Reisemobil Vermietung Deutschland, Österreich, Italien www.drm.de
Erento Deutschland, Teile Europa, Teile Afrikas, Australien, Neuseeland www.erento.com
Iceland Camper Tours Island www.islandcampertours.ch
Inter Caravaning Deutschland, Dänemark, Österreich, Schweiz, Spanien, Italien www.intercaravaning.de
Kria-Tours Island www.kria-tours.de
Kuku Campers Island www.kukucampers.is
McRent Europa und Neuseeland www.mcrent.de
Paul Camper Deutschland www.paulcamper.com
Reisemobil-Portal Deutschland, Spanien, Sardinien www.reisemobil-portal.de
Rent a Camper Ganz Europa, Nord- und Südamerika, Australien www.rentacamper.de
rent easy Deutschland www.rent-easy.de
Rentino Rio Deutschland, Europa, USA www.rentinorio.de
TUI Camper Deutschland, Teile Europa, USA, Teile Afrikas, Australien, Neuseeland www.tuicamper.com
Cali-Camper Deutschland sowie Österreich, Spanien, Italien (Sardinien) www.cali-camper.de

Erst Mieten oder gleich Kaufen?

Übrigens: In unserem XL-Guide zum Camper-Kauf findest du die optimale Einstiegshilfe mit Detail-Infos zu Fahrzeugtypen, Zubehör-Must-Haves, hilfreichen Ratschlägen zu Neukauf, Mieten oder Versicherung eines Campers.

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