Camper mieten: 15 Mietportale im Vergleich

Wer kein eigenes Reisefahrzeug hat oder diese Urlaubsform erst einmal austesten möchte, kann einen Camper oder ein Wohnmobil mieten. Wir haben 15 Mietportale für Camper und Wohnmobile verglichen, inklusive kostenlosem Download mit allen Ergebnissen.
Text: Philipp Pilson | Fotos: Goboony, Roadsurfer, Hannes Camper, Redaktion

Große Nachfrage, hohe Preise, lange Lieferzeiten – der Traum vom eigenen Camper ist aktuell schwer realisierbar. Wer sich für ein eigenes Freizeitfahrzeug interessiert, wird momentan schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn der Markt ist quasi leergefegt. Auf der anderen Seite will oder kann sich vielleicht nicht jeder gleich ein eigenes Mobil leisten. Die Lösung, um dennoch in den Genuss einer Reise auf vier Rädern zu kommen: einen Camper mieten.

Mit wenigen Klicks zum Angebot

Im Netz gibt es zahlreiche Mietportale, die Interessierten mit wenigen Mausklicks ein passendes, niederschwelliges Angebot machen. Eine Auswahl dieser Portale und worauf zu achten ist, hat sich die Redaktion genauer angeschaut. Welche Such- und Filtermöglichkeiten bietet die jeweilige Seite und wie groß ist das Angebot überhaupt? Wie detailliert sind die Informationen rund um das Fahrzeug und natürlich eine nicht ganz unwichtige Frage: Was kostet das Ganze? Gerade in Pandemie-Zeiten, in denen sich Einreiseformalitäten sowie Grenzschließungen- und Öffnungen täglich ändern können, sind Stornierungsmöglichkeiten ein wichtiger Aspekt. Das Ergebnis der Recherche lesen Sie in der ausführlichen Tabelle, die als kostenloser Download zur Verfügung steht.

Eine der bekanntesten Campervan-Vermietungen ist Roadsurfer.
Foto: Redaktion

Wohnmobil mieten: Was suche ich?

Vorneweg sei gesagt, dass sich mit jedem der vorgestellten Portale ein Camper oder Wohnmobil mieten lässt, vorausgesetzt, der Suchende weiß, was er sucht. Einfach buchen und losdüsen, so einfach ist es dann doch nicht, denn im Vorfeld sollten sich angehende Camper ein paar Gedanken darüber machen, welche Voraussetzungen das Fahrzeug erfüllen muss. Das beginnt mit der Frage, wie viele Personen überhaupt mitfahren. Sind Kinder dabei? Oder vielleicht Hunde? Denn entsprechend müssen Sitz- und Schlafplätze vorhanden sein.

Wohin die Reise gehen soll, ist auch nicht ganz unwichtig, denn hoch im Gebirge mit teils engen, nicht asphaltierten Straßen, gar Feldwegen oder im hohen Norden mit arktischen Temperaturen wähle ich vielleicht doch eher einen kompakten, winterfesten Van mit Allrad, während im südlichen Europa ein komfortabler (Teil)Integrierter oder Wohnwagen für die persönlichen Bedürfnisse möglicherweise besser geeignet ist, insbesondere wenn vermehrt Campingplätze angesteuert werden. Ist ein längerer Roadtrip zum Beispiel nach Skandinavien geplant, sollte man die Kilometer-Pauschale pro Tag im Blick behalten, sonst könnte es im Nachhinein ein teures Erwachen werden.

Ein interessantes Angebot für diejenigen, die noch nicht kaufen möchten oder noch auf das passende Fahrzeug warten, gibt es bei Roadsurfer. Hier stehen Campervans zu einem monatlichen Fixpreis inklusive aller Nebenkosten zur Verfügung. Das Angebot ist nicht ganz günstig – ab aktuell 799 Euro monatlich ist ein Camper im Abo zu haben – dafür sind Versicherung und Nebenkosten, außer dem Tanken, inkludiert, und die Mindestmietdauer beträgt drei Monate. Wer mit mehreren Personen reist oder den Camper teilt und die Kosten somit aufteilen kann, hat mit dem Angebot eine Option, den Abo-Camper flexibel und spontan zu nutzen, wann immer Zeit ist.

Die Vergleichs-Ergebnisse

15 Mietportale für Reisemobile und Campervans im Vergleich

15 Mietportale für Reisemobile und Campervans im Vergleich
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Such- und Filterfunktionen nutzen

Ein weiterer Punkt, der vorab zu klären ist: Was möchte ich auf meiner Reise gerne tun? Je nach geplanten Aktivitäten während der Reise sollte die Ausstattung des Wohnmobils beziehungsweise des Campers unterschiedlichen Anforderungen entsprechen. Hier zeigt sich, welche Ausstattung und wieviel Komfort – von TV und Markise bis Fahrradträger – mir das Gefährt bieten muss und wonach ich filtern sollte.

Die Filterfunktion hilft, das richtige Reisefahrzeug zu finden

Auf der einen Seite das junge Pärchen, das Abenteuer und Outdooraktivitäten sucht und für das daher ein Fahrradträger ein Muss ist, oder die Familie mit zwei Kindern, die viel Strauraum für Zubehör braucht und auch einen entsprechend großen Rückzugsort für schlechtes Wetter benötigt, und auf der anderen Seite das Rentner- Ehepaar mit Hund, das Wanderungen in der Natur aber auch Städtetrips im Blick hat – unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Voraussetzungen. Die umfangreichsten Such- und Filterfunktionen bieten die Portale CU Camper, Paul Camper und CamperDays.

Wissenswertes zum Mieten

Inklusivleistungen und Stornierungsbedingungen

Bevor sie ein Wohnmobil mieten, sollten die angehenden Camper vor der Buchung und beim Vergleich genau prüfen, welche Leistungen inklusive sind: Das reicht von der Reinigung, über Freikilometer/Tag bis zur Selbstbeteiligung bei der Versicherung. Auch bei den Stornierungsbedingungen genau lesen, denn bei Vermittlern gelten oft die Bedingungen der Partnervermietungen und eine Reiserücktrittsversicherung ist oft sinnvoll. Aktuell bieten fast alle Portale Corona-bezogene Sonderbedingungen an. Zudem sollte berücksichtigt werden, ob das Fahrzeug mit dem eigenen Führerschein (<3,5t = B; >3,5t = C oder C1) überhaupt bewegt werden darf und ob das Mindestalter erfüllt ist.

Ein Miet-Campervan von Hannes Camper vor Alpenpanorama
Foto: Hannes Camper

Camper mieten: Vermieter oder Vermittler?

Wichtig zu wissen: Während DRM, Hannes Camper, McRent und Roadsurfer eine eigene Mietflotte haben und somit auch flexibler bei der Wahl von Zusatzaustattung sind, vermitteln PaulCamper und Yescapa hauptsächlich Camper von Privatpersonen. What you see is what you get – bis auf ein paar kleine Ausnahmen wie Geschirr und Co. Alle weiteren Portale führen überwiegend Fahrzeuge von gewerblichen Vermietern in ihrer Auflistung. Das sollten Interessierte im Hinterkopf behalten, denn das bedeutet, dass nicht in allen Fällen immer eine sofortige Buchungsbestätigung mit verbindlicher Zusage vorliegt, sondern es sich um eine Anfrage handelt, die erst noch bestätigt werden muss.

Ärgerlich, wenn diese auf sich warten lässt und weitere Urlaubsplanungen davon abhängen – wie die Buchung einer Fährüberfahrt oder eines Campingplatzes. Denn klar ist, wer im Sommer unterwegs ist, sollte sich frühzeitig um die Planung des Urlaubs, Reservierung der Camping- und Stellplätze – sofern möglich – kümmern, denn freie Stellflächen sind rar. Anbieter, die überwiegend gewerbliche Mobile anbieten, haben den Vorteil, dass die Mietflotte in der Regel recht neu und modern ausgestattet ist und die Betreuung professionell via Hotline erfolgt. Zubehör-Ausstattung ist in der Regel vorhanden, aber mit Extrakosten zubuchbar.

Anbieter, die Mobile von Privat vermieten, haben dagegen den Vorteil, dass die Preise oft individuell festgelegt werden und so je nach Saison Schnäppchen möglich sind. Auch die Erreichbarkeit ist im Zweifel durch den persönlichen Kontakt zum Vermieter auch außerhalb gewöhnlicher Bürozeiten gegeben. Wer Wert auf individuelle, manchmal auch ausgefallenere Fahrzeuge legt, der wird hier eher fündig. Dafür handelt es sich in der Regel um ältere Fahrzeuge, die entsprechend Kilometer auf dem Tacho haben, anfälliger bei Elektro- und Motorkomponenten sind und entsprechend „gebraucht“ wirken. Mehr über das private Camper-Sharing lesen Sie hier.

Ein VW T3 Miet-Campervan von Goboony auf blühender Sommerwiese
Foto: Goboony

Der Preis ist heiß

Zu guter Letzt ein Blick auf den Preis: Dieser variiert je nach Flottengrößte und freien Kapazitäten, Urlaubszeitraum und gewünschter Ausstattung sehr stark, daher kann kein abschließendes Fazit gezogen werden. Klar ist: Vergleichen lohnt sich. Es lässt sich aber sagen, dass mit Preisen von rund 100–150 Euro pro Tag in der Hauptsaison gerechnet werden kann. Wer also sparen möchte und flexibel in der Urlaubsgestaltung betreffend Zeitraum und Ort ist, der sollte die begehrten Urlaubsmonate im Sommer meiden und auf Frühjahr oder Herbst ausweichen. Grundvoraussetzung ist allerdings rechtzeitig zu buchen, dann steht dem Traumurlaub mit Reisemobil oder Wohnwagen nichts mehr im Weg.

Noch mehr Tipps zum Mieten von Wohnmobil oder Camper sowie weitere Vermieter und Makler, auch für spezielle Regionen der Welt, haben wir auch hier zusammengefasst.

Planung

Tipps für die 1. Buchung:

  • Schulferien meiden: Wenn es sich einrichten lässt, möglichst nicht zur Hauptreisezeit aufbrechen und auch mal Pfade abseits der Hotspots erkunden.
  • Zubehör berücksichtigen: Extras wie Markise und Fahrradträger sind fast Pflicht und lassen sich oft hinzubuchen. Aber Achtung: Die Zuladung im Blick behalten, um nicht das zulässige Gesamtgewicht zu überschreiten.
  • Größe, Komfort, Reiseziel: Wer das erste Mal bucht, sollte überlegen, wieviel Komfort er wirklich braucht. Ist schon vorherzusehen, dass mehr Zeit im Gefährt verbracht wird – zum Beispiel bei Regenwetter im Herbst – sollte genug Platz eingeplant werden. Wer vermehrt unabhängig in der Natur statt auf Campingplätzen unterwegs sein will, der wählt eher ein Reisemobil/Van mit autarker Versorgung (Strom, Frischwasser, Toilette), statt einem Wohnwagen. Wer Aktiv-Urlaub plant und die meiste Zeit außerhalb des Fahrzeugs verbringt, greift eher zu einem kleineren, flexibleren Mobil vorrangig zum Schlafen. Für Städtetripps und kleine Bergdörfer eignen sich Vans besser als große Integrierte.
  • Vergleichen: Wer weiß, was er sucht, sollte vergleichen und flexibel sein. Die Modellpallette an Reisemobilen, Vans und Wohnwagen ist vielfältig. Das gleiche oder ein ähnliches Mobil – vielleicht mit einem anderen Grundriss – kann bei einem anderen Anbieter günstiger sein. Ersparnisse von 100 Euro und mehr sind möglich.
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