> Mercedes-Benz feiert Campingbus-Klassiker

40 Jahre Marco Polo

09.02.2024

Seit 1984 der erste Marco Polo auf dem „Bremer“ bei Westfalia vom Stapel lief, hat sich einiges getan. Zum Jubiläum blickt Mercedes-Benz zurück und auch in die Zukunft.

Vor 40 Jahren wurde ein venezianischer Entdecker zum Namensgeber für den Camper aus dem Hause mit Stern: 1984 feierte der erste Mercedes-Benz Marco Polo seine Premiere, damals auf Basis des „Bremer Transporters“ und mit Ausbau vom Traditionshersteller Westfalia. Seitdem hat der Marco Polo viele Reisende bewegt – von Europa bis Asien.

1984: Marco Polo auf Mercedes-Benz T1

Der erste Marco Polo gehörte in den 1980er-Jahren zu den kompakten Campern, die das Segment definierten. Seine charakteristischen Merkmale: die Stummelhaube, der bahama-beige Lack und das beige-braune Interieur, das damals als das „Must-Have“ für anspruchsvolle Camper galt. Da das T1 Basisfahrzeug anfangs in Bremen produziert wurde, erhielt er den Spitznamen „Bremer Transporter“. Mit einer Höhe von 2,97 Metern war der erste Marco Polo dank Hochdach von Westfalia eine imposante Erscheinung.

Beim Kochen im ersten Marco Polo blickt man noch durch die Heck-, nicht durch die Seitenscheibe.

Das Wohnkonzept des Marco Polo hat sich seit der ersten Generation deutlich verändert. Noch immer gibt Dachbett und Klappbank, drehbare Fahrerhaussitze, eine Küchenzeile mit Spüle, Kocher und Kühlbox sowie Schrank- und Schubladenmodule, doch der Grundriss war damals ein anderer: Beim Kochen im ersten Marco Polo blickt man noch durch die Heck-, nicht durch die Seitenscheibe. Ringsum platzierte Westfalia deckenhohe Stauschränke. Und statts einer verschiebbaren Klappbank mit Bettenverlängerung im Heck gab es damals ganze drei Sitzreihen, die zur unteren Liegefläche umgelegt werden konnten.

1996 wird mit der Vito-Basis ein Aufstelldach eingeführt – die Fahrzeughöhe wird garagen- der Marco Polo alltagstauglich.

1996: Marco Polo auf Vito (W 638)

Die Einführung eines Aufstelldachs und mit ihr die Reduzierung der Höhe auf unter zwei Meter machten die zweite Marco Polo Generation – basierend auf dem Transporter Vito – 1996 deutlich alltagstauglicher. Gleichzeitig versprach der Hersteller, dass der Innenraum erheblich an Funktionalität gewann: Die Sitz-/Liegebank im Fond wurde auf ein Schienensystem montiert und konnte verschoben werden. Die Schränke erhielten praktische Rollläden. Der Tisch ließ sich in der Verkleidung der Schiebetür verstauen und dank einer Fußfeststellbremse wurde der Durchgang zum Fond frei zugänglich – der heute klassenübliche Campingbus-Grundriss war in den Mercedes-Werkscamper gezogen.

Feines Leder und eine elektrisch verschieb- und umklappbare Sitzbank versprechen viel Komfort.

2003: Marco Polo auf Viano (W 639)

Die dritte Generation des Marco Polo auf Basis des Viano machte 2003 in puncto Funktionalität und Komfort weitere Fortschritte – es wurde luxuriöser. Ein elektrisch betriebenes Aufstelldach, ein komfortables Dachbett mit punktelastischen Federelementen – ausgezeichnet mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken – sowie eine Sitzbank mit elektrisch umklappbaren Rückenlehnen und Luftpolstern in den Sitzwangen für besseren Seitenhalt waren nur einige der zahlreichen Verbesserungen.

2015: Marco Polo auf V-Klasse

Seit 2015 präsentiert sich der Marco Polo in seiner aktuellen Form, basierend auf der V-Klasse. Die vierte Generation des Marco Polo, aufbauend auf der Großraumlimousine V-Klasse, legte der Marco Polo besonders mit Blick auf die Ästhetik nochmals zu. Der Innenraum hat sich zu einer exklusiven Lounge verwandelt, angefangen vom Cockpit bis hin zum Wohnbereich. Zu den Highlights gehörten und gehören weiterhin ein Bodenbelag in Yachtoptik, stimmungsvolle LED-Innenbeleuchtung – inklusive optionalem Ambientelicht – sowie eine breite Auswahl an hochwertigen Zierelementen und Polstern. Seit der Modellpflege im Jahr 2019 (hier geht’s zum CamperVans-Test) und den folgenden Aktualisierungen bietet der Marco Polo zudem noch mehr Technologie, darunter das innovative Multimediasystem MBUX und die fortschrittliche Camper-Bedieneinheit MBAC , die das Fahrzeug zu einem Smarthome für Reisende und digitale Nomaden umwandelt.

Bildergalerie

Die neue V-Klasse Marco Polo, die im Sommer 2023 vorgestellt wurde und in diesem Jahr Markteinführung feiert, schreibt diese Entwicklung fort. Sie besticht u.a. mit einem nochmals hochwertigeren Look und Feel im Exterieur und Cockpit sowie einer weiterentwickelten MBUX und MBAC, die nun neue Funktionen bieten, wie der smarten Steuerung der Airmatic Niveau-Regulierung im Camper-Betrieb.

2023: Marco Polo auf T-Klasse

Seit dem letzten Jahr rundet das sogenannte Marco Polo Modul die Marco Polo-Familie nach unten hin ab. Es verwandelt die Small Vans mit Stern, darunter die T-Klasse, im Handumdrehen in Micro-Camper. Das Modul wird im Kofferraum des Fahrzeugs platziert und an Verzurr-Ösen fixiert. Es besteht aus einer serienmäßigen Betteinheit für zwei Personen sowie einer optionalen Kücheneinheit mit Spülbecken und Gaskartuschenkocher. Auf Wunsch kann auch eine Kühlbox ergänzt werden, die in der Kücheneinheit Platz findet.

Mit dem Marco Polo Modul hat Mercedes-Benz nun auch einen Minicamper im Programm.

Weitere optionale Features umfassen unter anderem eine Zusatzbatterie, das Schlaf-Paket mit Verdunklungselementen und Belüftungsgittern mit Insektenschutz für die Fensterscheiben sowie Fenstertaschen, die zwischen C- und D-Säule angebracht werden können; ebenso einen Tisch und Camping-Stühle. Der Tisch bietet zwei verschiedene Füße. Dadurch kann er sowohl im Freien aufgestellt als auch im Fond befestigt werden.

Ende 2022 gab Mercedes-Benz bereits einen Hinweis auf die elektrifizierte Zukunft des Marco Polo.

Ab 2026: Marco Polo auf Van.EA-Plattform

Eines der Fokusthemen für die Zukunft des Marco Polo ist Elektromobilität. Mercedes-Benz hat den Führungsanspruch bei Elektromobilität fest in der Strategie verankert. Der zentrale Schritt in die elektromobile Zukunft bildet die neue, modulare und skalierbare „electric-only“ Architektur VAN.EA, die ab 2026 eingeführt wird. Basierend auf VAN.EA wird auch das Camper-Portfolio elektrifiziert und zudem erweitert. Auf Basis von VAN.EA wird Mercedes-Benz zukünftig sowohl mittelgroße als auch große vollelektrische Reisemobile ab Werk anbieten. Zusammen mit seinen internationalen Reisemobil-Partnern plant die Marke mit Stern dabei, den neuen Industriestandard für Elektro-Reisemobile zu entwickeln.

Infobox

Viel zu feiern

40 Jahre Marco Polo, 75 Jahre VW-Bus, 175 Jahre Westfalia – und immerhin 10 Jahre CamperVans. In 2024 gibt es viel zu feiern. Den Jubilaren haben wir ein CamperVans-Sonderheft gewidment, und einen speziellen Bereich auf unserer Website.

Kommt mit auf den Trip: www.campervans.de/10-jahre-campervans

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