Im Allgemeinen nennt man es Evolution oder Fortschritt, alles wird größer, schwerer und teurer. Ein paar aber gibt es noch: ein paar richtige Campingbusse.
Shakespeare sagte einmal: „Die Großen fressen die Kleinen auf.“ Vor nicht allzu langer Zeit war es wirklich so, dass der Kastenwagen die kleinen Campingbusse ganz schön „klein“ gemacht hat. Niedriger Preis, viel Ausstattung, mehr Camping-Komfort und immer weniger wenig gutes Fahrverhalten.
Was man aber auch dazusagen muss: Das war in der Zeit, in der man sich das Freizeit- und Urlaubsfahrzeug noch als Zweit- oder Drittwagen leisten konnte. Langsam dreht sich der Spieß ein wenig und die Themen Alltagstauglichkeit und Verbrauch spielen eine größere Rolle. Den VW California kann man als den klassischen Campingbus bezeichnen. Meistverkauft und mit kompakten Maßen. Der T4 mit Aufstelldach, 4,79 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,99 Meter hoch, war – und ist teilweise noch – alles, was man gebraucht hat. Okay, die Verbreitung dieser Gattung ist sicher mit daran schuld, dass Durchfahrtbeschränkungen auf 1,90 Meter herabgesetzt und die Kategorien bei den Fährpreisen geändert wurden.
Dass die Maße der Basisfahrzeuge von Modellpflege zu Modellpflege zugenommen haben, ist nicht nur den Designern geschuldet. Blicken wir mal zurück zu vermeintlich wunderschönen Bussen wie dem Mercedes-Benz MB 100 oder VW T3: Im Verhältnis Gesamtlänge zu Stau- und Wohnraum zwar unschlagbar, lagen die alten Kisten beim Thema Fußgängerschutz und Knautschzone aber ganz weit hinten. Da haben verschiedene Märkte eine Nachbesserung gefordert und inzwischen gibt es ganz viele Regeln und Vorschriften.
Immer neue General-Safety-Regulations, natürlich nicht schlecht, sondern eine Verbesserung für die Fußgänger, machen die Fahrzeuge länger, runder und die Windschutzscheiben größer. So jedenfalls wurden und werden die Kleinbusse immer größer. Und mit Parksensoren, Rückfahrkameras oder Einparkhilfe machen die zusätzlichen 20 Zentimeter – ohne, dass der Innenraum größer wird – auch kaum etwas aus. Fast egal, denn es gibt ja die einst zu kleinen Modelle, die in gleichem Tempo wachsen. So wie der Golf vom Kleinwagen zur Familienkutsche wurde, sind auch Caddy, Connect, Scudo und Co. inzwischen fast schon uneingeschränkt nutzbar.
Und doch gibt es sie noch: die Busse, die nach der mittleren Toleranzklasse für den Maßbereich 4.000 bis 8.000 Millimeter plus/minus drei Prozent, also maximal 5.150 Millimeter lang sind. Dass der neue VW California das Maß um 23 Millimeter überschreitet ist zwar Pech für Volkswagen, aber es gibt ja noch genügend Ausbauer, die auf den kürzeren Transpoter setzen.
Die Übersicht der möglichen Basisfahrzeuge ist ein bisschen aufgeblasen. Citroën, Fiat, Opel, Peugeot und Toyota gehören alle zu Stellantis, sind also baugleich. Auch VW und Ford könnte man in diesem Fahrzeugsegment zusammennehmen.
Kompakt für Singles oder zwei aus dem bayerischen Lenggries. Alpincamper steht für individuelle Minicamper – handgefertigt, durchdacht und bereit für jedes Abenteuer. Selbst Sportler, der viel unterwegs ist und weiß, was man wirklich braucht und was unnötig Platz verschwendet. Von Campern für Camper. Mit Ausziehbett (1,12 m x 1,95 m) und bequemer Matratze auf der tagsüber nutzbaren Längssitzbank.
Der Küchenblock bietet alles Nötige, nämlich einen Kocher und eine Spüle. Unter der Sitzbank ist eine Kompressor-Kühlschublade mit bescheidenen aber ausreichenden 20 Litern Fassungsvermögen. Für winterliche Aktivitäten – wenn beispielsweise vor einer Skitour, bei der man früh los muss, auf dem dafür vorgesehenen Stellplatz übernachtet – gibt es sogar eine Webasto-Diesel-Standheizung.
Auf dem kleinen Hubdach, welches für Stehhöhe beim Kochen, Abwaschen und Anziehen sorgt, sind auch noch Solarpaneele zum Laden der Wohnraumbatterie montiert.
Der nachgerüstete Dangel-Allradantrieb mit elektrisch angetriebener Hinterachse, deren E-Motor bis zu 800 Nm Drehmoment leistet, und die Höherlegung sind möglich, müssen aber nicht sein. Alpincamper bietet außerdem auch klassiche Campingbusse.
Das Familienunternehmen aus Apen in Niedersachsen startete 1958 mit Landmaschinen, es folgten Förderanlagen, rollstuhlgerechte Fahrzeugumrüstungen und 2022 schließlich auch Campervans. Besonders beim Thema Crash-Sicherheit profitieren laut Hersteller die Kunden der Camping-Sparte: AMF-Bruns sei der einzige Anbieter mit TÜV-zertifiziertem Van-Ausbau.
Der Smarttourer auf 5,05 Meter langem Ford Tourneo Custom kommt mit einem eigens entwickelten Schienenboden, der wie alle übrigen Komponenten Crashtest-geprüft wird. Der isolierte Schienenboden sorgt für viel Flexibilität: Ab Werk ist eine verschiebbare Dreier-Klappbank verbaut. Für den Alltag kann das Fahrzeug außerdem als Siebensitzer konfiguriert werden. Eine zusätzliche Liegefläche wird durch ein Aufstelldach von SCA realisiert. Das Küchenmöbel kommt mit Kocher-Spüle-Kombination und 42-Liter-Kompressorkühlschrank. Frisch- und Abwassertank fassen je 12 Liter, der deckenhohe Schrank dahinter bietet viel Stauraum. Mit dem Elektro-Paket-Plus ist man bestens versorgt: mit Landstromanschluss, einem Wechselrichter mit 800-W-Leistung, einem Ladegerät und genügend USB-A- und -C-Anschlüssen.
Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hat Bürstner seinen Campingbus auf Ford schon eingestellt. Im letzten Jahr wurde der B66 Copa – egal ob als C 500 oder C 530 – noch produziert. Vermutlich wurden die letzten Modelle zu einem günstigeren Kurs abgegeben, denn bei den Händlern und den gängigen Verkaufsplattformen ist der ehemalige Copa noch gut vertreten. Beim C 500 handelt es sich um einen klassentypischen Grundriss mit fahrerseitiger Möbelzeile, Klappbank und Aufstelldach. Die Schlafsitzbank ist schnell zum gemütlichen Bett mit 190 x 108 cm Liegefläche umgebaut. Im aufstellbaren Schlafdach mit 235 x 118 cm großem Doppelbett ist Platz für weitere Urlauber.
Basis war der Tourneo Custom mit kurzem Radstand. Er kostete mindestens 55.390 Euro. Beim C 530 ab 65.490 Euro nutzte Bürstner die Basis mit langem Radstand, um zusätzlich einen Sanitärbereich unterzubringen. Allrad samt Pflichtoptionen kam jeweils auf 7.260 Euro. Alternativ bot Bürstner ein 7.190 Euro teures Sport-Paket, das für eine dynamischere Optik sorgte. Im Kurzen gab es im Heckbereich einen Anschluss für die Außendusche. Im Langen gab es dafür Wellness mit mehr Waschkomfort dank einer Duschwanne mit Duschvorhang, einem Warmwasserboiler und einer Halterung für die Außendusche. Außerdem ist im C 530 eine fest verbaute Kassettentoilette integriert.
Den Rebell an Deiner Seite – so nennen zumindest die Crosscamp-Macher ihren EXPLR 5.0F, was mit hoher Wahrscheinlichkeit für Explorer, also Entdecker, steht. Als Urban Camper, der um jede Ecke kommt und in jede Parklücke passt, wird er auch beschrieben. Den kompakten Camper gibt es auf dem Opel Zafira Life oder dem Peugeot Traveller – würde aber auch in Spacetourer, ProAce Verso oder den Ulysse passen. Der Grundriss ist klassisch mit einer Rückbank mit zwei Sitzplätzen, die umgeklappt ein Bett mit einer Liegefläche von 200 x 114 Zentimetern ergibt. Das Bett im Aufstelldach ist mit 200 x 120 ein weniz größer angegeben. Für bessere Erreichbarkeit der und leichteren Zugriff auf die Staufächer wurden durchgängig Schiebetüren statt Klappen verwendet. Der Küchenblock mit zweiflammigem Gaskocher, einer Spüle und einer 36-Liter-Kompressor-Kühlbox ist herausnehmbar. Dann lässt sich der Camper in einen siebensitzigen Van verwandeln. Im Heck befindet sich ein fest verbauter, 22 Liter großer Frischwassertank. Gegenüber den Vorgängern hat sich das Fassungsvolumen mehr als verdoppelt. Küchenabwasser wird in einem flexiblen 13-Liter-Kanister gesammelt. Damit der Crosscamp auch ohne Küchenblock ein Wohnmobil bleibt, gibt es bei den aktuellen Crosscamp-Modellen eine zusätzliche elektrische Induktionskochplatte. Sie ergänzt den fest eingebauten Gaskocher und kann nur mit 230-V-Landstrom betrieben werden
Alltag oder Abenteuer? Der Globevan von Dethleffs konnte beides. Natürlich kann er es noch heute, aber für 2026 ist der kompakte Camper aus Ford Transit Custom nicht mehr im Programm. Wie so oft, stehen aber noch viele Neufahrzeuge, inzwischen mit Tageszulassung, bei den Händlern. Wer mit dem alten Transit leben kann, kann also noch ein Schnäppchen machen.
Eine Küche mit 2-Flamm-Kocher, Spüle und geteilter Glasabdeckung, optional eine integrierte Kompressor-Kühlbox, mehr Stauraum unterhalb der Küche mit zwei praktischen Türen, eine Schiene am Küchenblock für den Einhängetisch sowie praktische Haken. Dazu noch ein großer Heckstauraum, ein Dachstauschrank quer über der Sitzbank und ein isolierter Sandwichfußboden mit PVC-Belag.
Der Globevan e.Hybrid mit Elektromotor und13,6-kWh-Batterie fuhr rein elektrisch bis zu 50 km, für mehr Mobilität gibt es einen EcoBoost-Benzinmotor als Range Extender.
Die Marke aus dem französischen Rapido-Konzern hat auch einen Campingbus im Programm. Er baut auf dem Tourneo Custom, in der gut ausgestatteten Linie Titanium. Der Dreamer City Camp ist ein kompakter, hochflexibler Urban Camper. Gebaut wird er im deutschen Westfalia-Werk, was ihm eine hochwertigere Verarbeitungsqualität verleiht. Der Aufbau ist kompakt. Die zweite Schiebetür und der gekürzte Küchenblock bringen viel Luft und Licht in den Ausbau des Citycamps. Der deckenhohe Kleiderschrank hinten ist aber entsprechend kleiner und vom Wohnraum aus leider nicht zugänglich. Der kurze Küchenblock ist meist ausreichend, der gewonnene Platz eignet sich gut, um dort nachts eine mobile Toilette zu stellen. Tagsüber fährt man die Schwerlast-Schublade aus, die mit einer 25 Liter fassenden Kompressor-Kühlbox von Dometic bestückt ist. Das Kochfeld bietet nur eine Flamme und der Topf sollte maximal 20 Zentimeter messen.
Die umgelegte Sitzbank für zwei Personen bietet eine 197 x 123 Zentimeter große Liegefläche. Es ist schon toll, beide Schiebetüren zu öffnen und den Wohnraum zu beiden Seiten in die Natur zu erweitern – gerade beim Freistehen und bei schönem Wetter. Im Segment der kompakten Campingbusse findet der City Camp auf jeden Fall einen guten Kompromiss zwischen Alltag und Urlaub. Auch der Preis geht angesichts der Verarbeitungsqualität und Ausstattung in Ordnung.
Dreamer Citycamp Dauertest: Unsere Erfahrungen
Flowcamper aus Hagen in Nordrhein-Westfalen stellt seine Frieda auf den Tourneo Custom, den neuen VW-Transporter, oder als Frieda Stern auf den Mercedes Vito. Mit beidseitiger Schiebetür und überarbeitetem Küchenblock nennt sich das Facelift Frieda Nova. Der Kocher lässt sich nun auch auf der Rückseite des Möbels abstellen und außerdem ein Faltwaschbecken sowie die Ausziehbrause arretieren.
Das Ganze funktioniert alternativ auch auf einem Heckauszug unter der Kofferraumklappe oder auf dem Tisch, der an der beifahrerseitigen B-Säule angebracht werden kann – eben dort, wo die Aussicht gerade am schönsten ist. Die eigentliche Küche im Fahrzeug verfügt noch über eine funktionelle Kompressor-Kühlbox, eine starre Spüle und mit zweimal 12 Liter Frisch- und Abwasser. Auch für eine mobile Toilette bleibt Platz. Flowcamper setzt auf eine fest verbaute Dreierbank, die über die gesamte Innenbreite reicht. Aus ihr entsteht das Bett – 200 mal 160 Zentimeter gibt der Hersteller für die Liegefläche an. Das Aufstelldach gibt es bei Flowcamper immer gegen Aufpreis. Ansonsten bleibt es beim für Flowcamper typischen, heimeligen Hütten-Stil mit viel Naturholz – ab 70.900 Euro in der gehobenen Titanium-Ausstattung, ab 82.900 inklusive Allrad. Weitere bekannte Flowcamper-Grundrisse auf Ford sollen noch folgen.
Der Freescape Camper ist ein extrem innovativer kompakter Campervan, der Anfang 2026 auf der CMT als absolutes Raumwunder Premiere gefeiert hat. Das Fahrzeug wurde vom Wiesbadener Designstudio Studio Syn entworfen und in Kooperation mit der Premium-Manufaktur Rhön Camper gebaut. Das Modell bricht mit einigen klassischen Camper-Regeln und setzt auf maximale Flexibilität und Nachhaltigkeit. Das Alleinstellungsmerkmal ist das Dach. Statt nach vorne oder hinten aufzuklappen, öffnet sich das Dach seitlich zur Fahrerseite und ein aufblasbares Zelt entfaltet sich mithilfe eines integrierten Kompressors per Knopfdruck in wenigen Minuten. Das große Doppelbett mit 140 x 200 Zentimetern schwebt im ausgeklappten Zustand quasi neben dem Auto. Im kleinen VW-Bus hat man dabei eine durchgängige Stehhöhe von bis zu 2,50 Meter. Das aufgeklappte Dachteil ragt über die Schiebetür hinaus und dient gleichzeitig als Markise. Damit das Bett auch sicher steht, braucht es noch zwei ausziehbare Aluminiumstangen, die am Boden abstützen. Auch ohne aufgeblasenes Dach ist der Camper voll nutzbar. Für zwei Personen gibt es ein 100 mal 200 Zentimeter großes Bett im Erdgeschoss. Die Küche mit Induktions-Kochfeld lässt sich seitlich aus dem Fahrzeug fahren, damit man bei schönem Wetter auch draußen kochen kann. Ansonsten ist die Ausstattung ganz normal: Edelstahlspüle, 25 Liter Frischwasser, 10 Liter Abwasser, 35-Liter-Kompressor-Kühlbox, Powerstation mit 2.048-Wh-Kapazität und einem Wechselrichter, 3.000 Watt Dauerleistung, Dieselstandheizung – also alles, was es gibt und was man braucht.
Für den Nugget ist die Ford-Basis nicht neu. Das Besondere ist seit jeher der Grundriss mit L-Küche im Heck, die den Wohnraum zusammen mit einer Dreierbank in zwei Bereiche aufteilt. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: zwei große, bequeme Betten. 205 mal 125 Zentimeter gibt der Hersteller für das Aufstelldach an, 190 mal 120 Zentimeter für die Schlafsitzbank. Erfunden wurde der Grundriss von Westfalia. Den Vertrieb übernimmt Ford selbst – auch in einer L2-Version. Gegen Aufpreis gibt es eine fahrerseitige Schiebetür und einen Boiler für die Außendusche. Ansonsten profitiert man beim Werkscamper vom automotiven Fertigungsstandard: Nur hier gibt es praktische, in die Verkleidung integrierte Verdunkelungsrollos und außerdem einige Konnektivitätsfeatures.
Aus dem Alltag rein ins Abenteuer ohne Umwege. Mit dem Yucon 51 SB geht das einfach. Mit modularer 3er-Sitzbank zum Herausnehmen und Verschieben gibt es mehr Platz für bis zu fünf Personen und umgeklappt ein Bett mit 124 mal 186 Zentimetern für zwei. Ohne gemachtes Bett steht mit einer Länge von 160 Zentimeter bei verschobener Bank ein großer Laderaum zur Verfügung. Fürs Abenteuer, also den Urlaub oder die mobile Freizeit gibt es auch noch das Aufstelldach mit einer Liegefläche auf Tellerfedern von 139 mal 190 Zentimetern. Auch sonst bietet der kleine Yucon viel Ausstattung serienmäßig. 150 PS, Automatik-Getriebe, Alu-Felgen, zwei 100-Watt-Solarmodule, eine Markise und eine Diesel-Standheizung. Okay, ein paar der Punkte bietet nur das Sondermodell Fever, für den Einstieg gibt es aber auch die nur unwesentlich weniger ausgestatte Version 51 FB als Edition Light. 20 PS weniger, Schaltgetriebe und nur ein Solarmodul, auch damit kommt man gut über die Runden.
Die Basis ist immer der Renault Trafic, der auch anderswo gute Dienste leistet. Mit zweiflammigem Gaskocher, Spüle, 49-Liter-Kühlschrank und einem 80 Liter großen Wassertank und 40-Liter-Abwassertank ist man auch eine Weile autark. Eine Außendusche gibt es auch.
Der Good Life Van baut auf einem Modul namens Pure, das der Hersteller aus Geretsried am Starnberger See auf Ford Tourneo Custom oder dem VW New Transporter anbietet. Dank ausgeklügeltem Schwenk-Schiebe-Mechanismus sind wahlweise ein 160 mal 200 Zentimeter großes Bett oder die große Längsküche nutzbar. Allerdings ist das Bett nicht einfach nur groß, sondern auch deutlich bequemer als viele Klappbänke: Hier liegt man auf einer 15 Zentimeter starken, einteiligen Matratze. Wie das große Bett in den Buss passt, ist faszinierend: Es steht bei der Fahrt senkrecht hinter der Küche und wird zum Schlafen einfach mit wenigen Handgriffen um 90 Grad in den Innenraum geklappt. Der Kocher kann wahlweise im Fahrzeug oder im Freien unter der Heckklappe genutzt werden. Hier befinden sich außerdem ein 42-Liter-Kompressorkühlschrank und eine Außendusche. Zudem gibt es einen schwenk- und höhenverstellbaren Tisch im Bereich der Schiebetür. Auch eine Toilette ist an Bord. Der Mittelgang bietet viel Bewegungsfreiheit oder die Möglichkeit, das Fahrrad zu transportieren. Ein Aufstelldach gehört für Good Life Vans nicht zwingend dazu, ist aber möglich und nennt sich Pure+. Der Ausbau ist als Modul ab 12.990 Euro auch einzeln erhältlich.
Der Traditionshersteller Karmann bietet auf dem Tourneo Custom drei Campingbusse namens Duncan an. Der kompakte Duncan 500 verfügt über die typische Aufteilung mit fahrerseitiger Schrankzeile, kann als 505 aber auch mit zusätzlichen Sitzplätzen geordert werden, die hauptsächlich für den Alltag gedacht sind. Die Dreier-Klappbank lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine 189 mal 114 Zentimeter große Liegefläche verwandeln, das Bett im Aufstelldach misst 200 mal 118 Zentimeter. Mit dem Wechsel auf den Ford Tourneo Custom gewinnt der Duncan nicht nur noch automotiveres Handling und noch umfangreichere Sicherheits- und Assistenzsysteme hinzu, er verliert auch an Höhe. Der neue Duncan misst nur noch 205 Zentimeter. Bis zu sieben Sitzplätze machen den DU 505 zum Familienvan par excellence. Ob das mit der Gesamthöhe noch stimmt, wenn man den Allradantrieb dazu konfiguriert? Laut Konfigurator nicht. Allerdings müssen der kräftigere 170-PS-Motor und das Automatik-Getriebe, die jeweils 2.380 Euro kosten, sein. Der Allradantrieb für 3.570 Euro kommt noch oben drauf. Insgesamt als gut 8.000 Euro. Der Camperausbau von Karmann Mobil mit stabilen MDL-beschichteten Möbeln, Zweiflammkocher, Spüle, 50 Litern Frischwasser, 32 Litern Abwasser und 42-Liter-Kühlschrank macht den Allrounder auch zum perfekten Van für Spontanurlauber.
Vergleich: Dreamer City Camp vs. Karmann Duncan
Rund zehn Jahre bauen die Brühler besondere Fahrzeuge, wobei es ganz lange nur eines war. Auf Basis des Renault Trafic wird schon immer das Modell EINS gebaut, das bis zur Einführung des großen Modells ZWEI einfach der Van war. Die Besonderheit bei allen Modellen: Die Entwickler und Erbauer kommen aus der Praxis, wissen, was man braucht und was sie wollen, und bauen das entsprechende Fahrzeug in Serie. Prinzipiell typisch für eine Manufaktur, die auf Kundenwunsch konfigurierte Einzelstücke anbietet, nur eben in Serie mit überschaubarem Konfigurator. In der Praxis hat sich aber schon oft gezeigt, dass der Grundriss wirklich gut funktioniert, die Verarbeitung und das verwendete Material super sind und das Modell wirklich alles hat, was man braucht. Die Küche befindet sich im Bereich der Schiebetür, man kann also von Innen oder Außen kochen. Darunter ist die 31-Liter-Kompressor-Kühlbox, die entsprechend auch beidseitig erreichbar ist. Zwei Einzelsitze im Heck können mit einem ausziehbaren Lattenrost zu einem bis zu 168 Zentimeter breiten und 200 Zentimeter langen Bett werden. Im Aufstelldach gibt es auf 135 mal 195 Zentimetern zwei weitere Schlafplätze. Unter die Sitze passt noch eine Campingtoilette.
Typisch Mercedes ist der Marco Polo auf Basis der V-Klasse eine luxuriöse Großraumlimousine mit Campingausstattung wie Kocher, Kühlbox, zum Schlafen umklappbaren Sitzen und einem Aufstelldach. Vor 30 Jahren kam der erste Marco Polo auf Basis des Vito auf den Markt, davor gab es schon einen gleichnamigen Campingbus auf Basis des in Bremen gebauten T1. Mercedes bot schon relativ früh Ausstattung wie kein anderer Mitbewerber. Lange belächelt, heute nicht mehr ganz so exotisch. Elektrisch umklappbare Sitze, per Knopfdruck elektrisch zu öffnendes Aufstelldach und natürlich Leistung und Assistenzsysteme, wie man es von einem Mercedes erwartet. Dennoch darf man sagen: Der Marco Polo ist weniger der klassisch genutzte Kompaktcamper, sondern eher das Statement vor dem Haus, dass man voll der Entdecker ist. Auch bei den kleineren Individual-Ausbauern zieht langsam die Basis Mercedes Vito oder V-Klasse ein, was dem Marco Polo vermutlich nicht schadet. Die Bettenmaße sind 203 mal 113 Zentimeter im Erdgeschoss und 205 mal 113 im ersten Stock, auf jeden Fall auf dem Niveau der Mitbewerber. Zweiflammiger Gasherd, Kompressor-Kühlbox und genügend Platz in den Schränken gibt es auch. Ganz neu ist auch, dass der Marco Polo nicht mehr bei Westfalia, sondern im eigenen Werk in Ludwigsfelde bei Berlin gebaut wird. Wer mehr Zeit zum Reisen hat, kann die Basis auch mit Elektroantrieb bekommen und sich anderswo ausbauen lassen.
Test: Mercedes-Benz Marco Polo
Der Sunvan Expert Compact basiert auf dem Peugeot Expert und gehört zu den Besser-schlafen-und-gut-sitzen-Modellen mit Federtellerbett. Das erste Modell mit Heckküche, die sich von hinten als Schublade herausziehen lässt. Die Küche kann natürlich auch ganz normal im Wohnraum genutzt werden, nur ein bisschen niedrig ist sie. Man kann aber gegenüber beim Kochen gemütlich sitzen.
In der Küche gibt es einen Induktionskocher und ein Spülbecken mit Frischwasserkanister. Gegenüber der Küche befindet sich die Sitzbank, bei der zum Schlafen die Rückenlehne heruntergeklappt wird. Das Ergebnis ist ein 150 mal 200 Zentimeter großes Bett über die gesamte Fahrzeugbreite.
Beim kurzen Expert ist bei gemachtem Bett natürlich fast alles im Wohnbereich zum Schlafbereich umfunktioniert und nicht mehr zu erreichen. Praktisch ist in dem Fall das Aufstelldach, denn der Compact wird in der Regel ohnehin als Zweisitzer verkauft. Es gibt aber auch die Option einer Zweierbank auf der Beifahrerseite.
Für die Camper-Ausstattung gibt es Frisch- und Abwasserkanister, ein Spülbecken, einen Kompressor-Kühlschrank und einen Induktionskocher. Für den Wohnraum gibt es eine AGM-Batterie, die Licht, Kühlschrank und die optionale Standheizung mit Energie versorgt. Zum Kochen braucht es aber eine Einspeisung von 230-Volt-Landstrom von außen. Einfach, kompakt, aber ganz spannend.
Trotz Großserienfertigung bietet der Panama – vom Campingbus-Spezialisten aus dem französischen Trigano-Konzern – einige interessante Lösungen für den Ford Tourneo Custom und den Renault Trafic. So gibt es vom „P“ eine spezielle Variante mit Plug-in-Antrieb, deren kombinierte Motorleistung bei 232 PS liegt. Die Batterie mit 11,8 kWh Kapazität soll eine rein elektrische Reichweite bis 52 Kilometer ermöglichen.
Mit P09, P10+, P10H und P12+ gibt es vier Varianten in der Version mit 5,05 Metern und mit P50+ und P59+ noch zwei lange Varianten für die entfliehende Jugend. Eine kleine, lockere Information nebenbei: Das „P“ steht nicht, wie man meinen könnte, für Panama, sondern für Peak.
Der Einstieg in die Baureihe ist der P09 mit zwei Schiebetüren und einer nach vorne in den Türausschnitt verlegten Kochstelle, auf der von innen oder außen gekocht werden kann. Ein Aufstelldach und einen kleinen Frischwasserkanister, um sich draußen schnell abzuduschen, gibt es auch dazu.
Der P10+ ist dagegen schon ein vollständig ausgestatteter Campingbus mit klassischem seitlichem Küchenblock, Zweiflamm-Kocher, 42-Liter-Kühlschrank, 50-Liter-Frisch- und 32-Liter-Abwasser.
Der P10H unterscheidet sich ausstattungsmäßig nicht vom P10+, hat aber einen 2,5-Liter-Duratec-Benzin-Motor unter der Haube mit CVT-Getriebe und elektrischer Unterstützung. Das „H“ steht hier für Hybrid.
Auch der P12+ bietet den gleichen Ausbau und zusätzlich die Option, den Bus mit zwei Einzelsitzen zum Siebensitzer zu machen.
anz neu für 2027 kommen die River R10 und R10 Limited Edition auf dem Renault Trafic mit ein bisschen mehr Platz und besserer Ausstattung.
Der Pössl Campster hat für das aktuelle Modelljahr einige große Updates bekommen. Dabei hat Pössl an einigen der größten Kritikpunkte der letzten Jahre geschraubt.
Das Erfolgsrezept bleibt gleich: Er ist die günstigere, alltagstaugliche Alternative zu den Mitbewerbern, fährt sich wie ein Pkw, passt mit knapp unter zwei Metern Höhe in die meisten Tiefgaragen und lässt sich durch die teils herausnehmbaren Möbel zum Transporter umbauen.
Ganz praktisch ist natürlich die nach außen schwenkbare Küche, die damit im Handumdrehen zur Outdoor-Küche wird, die stabil auf einem eigenen Standfuß steht. Optional gibt es jetzt auch ein elektrisches Aufstelldach, das Vielen die Scheu vor dieser Technik nehmen wird.
Vorbei ist das anstrengende, hakelige, manuelle Verriegeln und Herunterziehen der letzten Zentimeter. Das neue Dach fährt per Knopfdruck hoch und runter und ist für eine Dachlast bis zu 50 Kilogramm zugelassen.
Der Campster ist moderner geworden und durch das elektrische Dach und die Schwenkküche deutlich komfortabler. Was man noch testen muss: Wie bei fast allen, sind die umgebauten Sitze recht hart; ohne zusätzlichen Topper wird es ungemütlich. Wenn man mit den typischen, engen Platzverhältnissen eines Kompakt-Campers leben kann, bleibt er ein extrem starker Allrounder für Alltag und Urlaub.
Neue Basis, neues Design: Passend für den neuen Ford Tourneo Custom hat Reimo den erprobten TrioStyle angepasst und aufgehübscht. Das EasyFit-Schlafdach bietet laut Hersteller nun 200 mal 123 Zentimeter Liegefläche mit Tellerfeder-Lattenrost, einer OpenSky-Funktion und neuen LED-Leuchtleisten. Der neue EasyLock-Dachverschluss erleichtert das Öffnen und Verschließen. Die bewährte Reimo-Vario-Bank kommt jetzt auf 195 mal 125 Zentimeter Liegefläche. Es bleibt bei drei Dreipunktgurten, dem Verschiebe-Mechanismus und der großen Schublade.
Ganz neu ist die Optik. Weg von Apfel oder Hochglanz-Weiß, hin zu Anthrazit und Wildeiche. Das macht richtig was her. Anders als der Prototyp mit Induktionskochfeld hat das Serienfahrzeug eine Kocher-Spüle-Kombination mit zwei Gasflammen. Eine 100-Ah-Lithium-Batterie gibt es in Serie, die Standheizung ist optional erhältlich. Preise beginnen bei 74.990 Euro für den TrioStyle in der eher einfachen Tourneo-Ausstattungslinie Trend mit 136 PS. Einen ausführlichen Test gibt es in der CamperVans-Ausgabe 01/2026 nachzulesen. Reimo bietet zudem den einfacher ausgestatteten, etwas günstigeren Active mit ähnlichem Grundriss.
Test: Reimo TrioStyle
Salty Blue Camper, betrieben von der Johnson & Green GmbH, ist eine Ausbau-Manufaktur bei Hamburg. Was vor über zwanzig Jahren mit dem Ausbau eines einzelnen Bullis begann, ist heute eine Campervan-Manufaktur für hochwertige, maßgefertigte Ausbauten mit Charakter und Substanz.
In der Produktion in Bargteheide verwandeln sich kompakte Transporter in alltagstaugliche Premium-Campervans. Als Basis werden vor allem drei Fahrzeuge hergenommen: der VW T5 bis T6.1 und New Transporter, der Mercedes Vito (V-Klasse und die elektrischen Versionen) und der Ford Tourneo oder Transit.
Jeder Camper entsteht im gewünschten Design: Es gibt eine große Auswahl an Bodenbelägen, Dekoren und Oberflächen, der individuelle Innenraum kann ganz nach dem eigenen Stil gestaltet werden. Ob hell und modern, klassisch mit Holzoptik oder sportlich-minimalistisch. Der große Unterschied: Man kann nicht nur den Ausbau selbst konfigurieren, sondern auch Komplettfahrzeuge kaufen oder sich sein gebraucht gekauftes oder schon im Besitz befindliches Fahrzeug ausbauen lassen. Das spart doch ein bisschen Geld und die Qualität stimmt
Kompakte, multifunktionale Campervans aus Oberschwaben. Früher wurde noch auf Ford Transit Custom gebaut, seit letztem Jahr nur noch auf Mercedes-Benz Vito.
Die beiden Schiebetüren machen eine praktische Ausschwenkküche möglich. Den Ausbauern ist ein selbstgebauter, nachhaltiger und regional gefertigter Qualitäts-Camper wichtig. Schon bei der Auswahl der Zulieferer wird darauf geachtet, dass die Transportwege möglichst gering sind. Das Aufstelldach aus Oberkochen, die Sitzbank aus Augsburg und die Schafswolle aus dem Schwarzwald. Wenn man sich das vergegenwärtigt, versteht man erst, warum der Camper aus und mit Material aus Süddeutschland „Southvan“ heißt. Der Mercedes selbst aus Stuttgart hat in der Aufzählung freilich noch gefehlt.
Egal ob das Fahrrad, der Hund oder die ganze Familie mit soll, der Camper muss für alle Anforderungen flexibel genug sein. Auch mit Allrad und Automatikgetriebe ist der Vito bestellbar, womit auch einer Offroadfahrt nichts im Wege steht. Trotzdem passt der Camper im Alltag mit seinen unter 2 Metern noch in jede Tiefgarage.
Der Wohnbereich ist praktisch. Im unteren Bereich der Holz-Küchenzeile ist der Kompressor-Kühlschrank mit insgesamt 40 Litern Fassungsvermögen verbaut. Daneben finden sich Schubladen für Töpfe, Geschirr und Vorräte. Der Wasserhahn an der Spüle ist ausziehbar und kann flexibel innen und außen eingesetzt werden. Optional gibt es auch einen Boiler für warmes Wasser. Im Heckbereich findet sich die bequem gepolsterte Schnierle-Schlafbank mit einer großen Liegefläche von 1,95 mal 1,20 Metern für zwei Personen. Im Aufstelldach von SCA mit hohem Hub gibt es nochmals Schlafkomfort auf Tellerfedern und Lattenrost. Das Bett kommt auf 2,00 mal 1,20 Meter. Durch das flexible Sitzpaket können bis zu sechs Sitzplätze gebaut werden. Ohne Sitzbank und Einzelsitze hat man einen Laderaum mit über drei Metern Länge.
Die Campingbus-Schmiede sieht im Ford Custom nicht etwa einen notwendigen Kompromiss, sondern die perfekte Ergänzung des Modellportfolios: Die neue Basis bietet in jeder Achse einfach ein paar Zentimeter mehr. Das passt zum SpaceCamper-Anspruch, einen Campingbus als Transporter, Büro, Alltagskutsche oder Fernreisemobil nutzen zu können. Bezüglich des Ausbaus bleibt es beim Ansatz „Schweizer Taschenmesser“: Hier klappt eine Blende zum Tischchen, dort ein Zweiflamm-Gaskocher heraus. Gekocht werden kann wunderbar auch im Freien. Die Schwenkküche lässt sich für größere Transportaufgaben ausbauen. Auch im Heck wird der Wohnraum bis unter die Kofferraumklappe erweitert. Das typische, federleichte und sehr bequeme SpaceCamper-Bett kommt im Ford auf satte 150 Zentimeter Breite. Die Bank ist weiterhin fest verbaut und nicht verschiebbar. Eine zweite Liegefläche bietet das Aufstelldach. Der Basispreis: 84.644 Euro auf Tourneo Custom in der Titanium-Version. Für Allrad und 170-PS-Motor kommen weitere 7.341 Euro hinzu. Individualisierungen und Optimierungen wie eine Folierung, Höherlegung und AT-Reifen sind ebenfalls möglich.
Neu: SpaceCamper Classic+ Speziallösungen
Nach und nach adaptiert Summermobil seine bewährten Grundrisse auf den Tourneo Custom. Erklärtes Ziel der Marke ist hochwertiges und zugleich bezahlbares Equipment für Camper. Den Erfolg verdankt Summermobil vor allem innovativen Eigenentwicklungen, die in eigener Produktion gefertigt werden. Hohe Abnahmemengen – auch Mitbewerber beziehen einzelne Komponenten – ermöglichen wettbewerbsfähige Preise. Die fest verbaute Klappbank mit breiter Durchlade und das in Wagenfarbe lackierte Aufstelldach stammen weiterhin aus eigener Produktion, sind bereits homologiert und serienreif. Das Bett unten misst 187 mal 118 bis 122 Zentimeter, das Dachbett kommt auf 190 mal 110 Zentimeter – identisch zum vorherigen Modell auf VW T6.1. Dafür sind mehrere Stauräume etwas größer geworden, womit Summermobil einen etwas anderen Ansatz verfolgt als die Mitbewerber. Noch mehr Flexibilität mit zwei Schiebetüren hat der SumOut-Ausbau. Wie es der Name erahnen lässt, ist der Küchenblock schnell und einfach herausschwenkbar und bietet so, neben der variablen Nutzung der Fahrzeugseiten, eine Kochmöglichkeit von außen sowie einen externen Gasanschluss.
Der absolute Spezialist beim Thema kompakte Camper für Expeditions- und Offroad-Reisen ist Terracamper aus Calden bei Kassel. Schon allein der Testparcours vor der neu gebauten Produktionshalle würde Mitbewerber ans Limit bringen. Auch wenn alles ein bisschen extrem wirkt, sind die Fahrzeuge nicht komplett auf Hardcore eingestellt, sondern auf die bestmögliche Kombination aus Komfort und Nutzbarkeit. Natürlich muss man beim Fokus auf Geländegängigkeit ein paar Abstriche machen, aber in der Praxis ist es besser, dass das Fahrzeug hält, als dass das Fahrwerk butterweich über die holprige Landstraße rollt. Durch die Kombination von handwerklichem Können und modernster Technologie liefert Terracamper Fahrzeuge von höchster Qualität und Zuverlässigkeit. Beim Ausbau setzt man auf ausgesuchte Komponenten namhafter Hersteller und entwickelt durch kontinuierliche Innovation neue Lösungen. Für Ford oder VW gibt es unter anderem Fahrwerkshöherlegungen, ein Luftfederfahrwerk, größere AT/MT-Reifen, Unterfahrschutz, Bergeösen und Zusatzscheinwerfer. Zusätzlich natürlich noch alle Träger und Halterungen für die nötige Ausrüstung abseits der Straße. Da Entdeckungstouren nicht immer ins Warme führen, gibt es auch eine Warmwasser-Fußbodenheizung. Für sauberes Trinkwasser abseits des Wasserhahns gibt es einen zweistufigen Wasserfilter mit UV-Entkeimung. Das ausklappbare Bett unten kommt in 130 mal 200 Zentimetern mit dicker Matratze und Lattenrost. Auch ganz speziell: das Extreme-Open-Sky-Aufstelldach aus Leichtmetall, das auch bei tiefhängenden Ästen nicht gleich nachgibt. Das obere Bett hat je nach Ausführung bis zu 120 mal 200 Zentimeter Liegefläche. Beim Thema Kocher ist man ebenfalls flexibel, denn je weiter weg es geht, desto schwerer wird es, an Gas zu kommen. Bei der Konfiguration ist man bei den Chefs Kanittha und Lars in den besten Händen. Sehr speziell, aber interessant und gut. Eigentlich zu schade für jemanden, der es nur besitzen will, ohne es artgerecht zu nutzen.
Der Vanestro Atlantic ist ein kompakter, modularer Campervan, der vor allem auf Flexibilität für Familien ausgelegt ist. Das Konzept basiert darauf, ein alltagstaugliches Auto zu fahren, das sich in rund 20 Minuten in einen voll funktionsfähigen Campingbus verwandeln lässt. Mit dem Atlantic verspricht die noch relativ junge Marke mit Sitz in Berlin und Fertigung in Polen ein alltagstaugliches Fahrzeug, mit dem auch längere Reisen kein Problem sein sollen. Dafür wurde der Möbelbau flexibel gestaltet: Einige Module können ausgebaut, die Zweierbank um weitere Einzelsitze ergänzt werden. Dank verschiedener Sitzkonfigurationen für fünf bis acht Personen bleibt der Atlantic eine flexible Lösung für Familien.
Das geschieht über den werksseitigen Schienenboden des Tourneo Custom. Auch die zweite Schiebetür ist serienmäßig verbaut. Die Küche bietet einen Kompressorkühlschrank im Toploader-Format und eine Kocher-Spüle-Kombination. Damit die Küche auch im Freien, freistehend vor dem Fahrzeug, verwendet werden kann, sind Frisch- und Abwassertank sowie der Gasvorrat ebenfalls im Küchenblock untergebracht. Das Aufstelldach stammt von Polimer, die Liegefläche misst 206 mal 113 Zentimeter. Es baut etwas weniger hoch als die Dächer der anderen Zulieferer, wobei die magische Zwei-Meter-Marke dennoch überschritten wird.
Bei Vanexxt steht die Flexibilität im Vordergrund. Der besonders wandlungsfähige Campingbus soll sich optimal an verschiedenste Lebenssituationen anpassen. Unter der Woche ein praktisches Nutzfahrzeug oder ein flexibler Van, am Wochenende ein zuverlässiger Begleiter für nahezu alle erdenklichen Abenteuer. Dafür wurde ein modulares System entwickelt: Neben einem Grundausbau mit beispielsweise einer Standheizung, drehbaren Vordersitzen und einem Aufstelldach lassen sich Module wie Sitzbänke, Einzelsitze, Staufächer oder Küchenmöbel innerhalb weniger Minuten ein- oder ausbauen – die zweiteilige Küche sogar in beide Richtungen: Kühlschrank, Kocher und Spüle sind so auch von draußen bedienbar. Im Kofferraum findet sich ein klappbarer Induktionskocher. Aktuell arbeitet Vanexxt an Transportmodulen für verschiedenste Anwendungen, etwa für den sicheren Fahrradtransport im Fahrzeug. Auf der Abenteuer & Allrad 2025 wurde ein ordentlich pistenoptimierter 4×4-Camper vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit Terranger, Streetec und Delta4x4 entstanden ist. Dieser kann beispielsweise mit mit drei unterschiedlichen Fahrwerken geordert werden. Auch bei den Dächern gibt es eine Auswahl, die Bettmaße oben bleiben bei 118 mal 195 Zentimetern. Unten gibt es je nach Ausbau 115 mal 190 oder 135 mal 195 Zentimeter.
Wie gesagt, der California ist zu lang für diese Übersicht. Noch im Rahmen als Ausbau-Basis bleibt der 5,05 Meter lange Transporter, doch auch auf Caddy Maxi bekommt man einen komplett ausgestatteten Camper. Etwa bei Reimo. Der Wohnbereich bietet Sitzgelegenheiten für zwei bis drei Personen. Der Einstieg erfolgt durch die seitliche Schiebetür oder durch die Heckklappe. Die seitliche Möbelzeile bietet eine vollwertige Mini-Küche mit hochwertiger Arbeitsplatte, einer Edelstahlspüle und einem Wasserhahn, der sich ausziehen lässt und dadurch zur praktischen Außendusche wird. Für Frisch- und Abwasser stehen jeweils ein 13-Liter-Kanister bereit. Der Kompressor-Kühlschrank fasst 39 Liter, gekocht wird wahlweise mit Induktions- oder Gaskartuschen-Kocher. Geschlafen wird auf einer Länge von 195 Zentimetern entweder schmal, 96 Zentimeter mit seitlichem Gang, oder auf der kompletten Breite mit 132 Zentimetern. Im optionalen Aufstelldach gibt es noch einen Schlafplatz mit 100 mal 195 Zentimetern. Außerdem natürlich Stehhöhe im Fahrzeug, wenn das Bett hochgeklappt ist. Typisch Reimo gibt es verschiedene Dekore für Boden, Möbel und Bezugsstoffe. Vielleicht ist das alles, was man braucht.
Auch bei Werz Wohnmobile aus dem Schwäbischen Upfingen bei Stuttgart folgt auf den VW T6.1 ein Ford Custom, allerdings ein Transit und kein Tourneo: Statt der Pkw-Version wählt Werz den geschlossenen Transporter und stattet diesen mit echten Campingfenstern aus. Auch eine fest verbaute Schlafbank fehlt nicht – hier liegt der Fokus auf dem Wohnkomfort.
Neu ist nicht nur die Basis. Auch die Möbelzeile wurde umkonzipiert. Der Clou: Zweiflammkocher und Spüle sind auf robusten Auszügen montiert und werden bei Bedarf aus dem Möbel gezogen. Die Abdeckung steht dann als Abstellfläche zur Verfügung. Das schwenkbare Tischbein kann an der B- oder C-Säule arretiert, der Gasherd entnommen werden, um draußen zu kochen.
Dank schlankem Möbel bleibt Platz für ein 140 Zentimeter breites Bett, das aus der Klappbank mit zwei Gurtplätzen entsteht. Das Aufstelldach von SCA bietet zwei weitere Schlafplätze auf Tellerfedern. Der Grundpreis liegt bei 82.980 Euro. Allrad und entsprechende Optimierungen, individuelle Furniere oder sonstige Kundenwünsche sind kein Problem. Den hochwertigen und durchdachten Ausbau gibt es auch im VW New Transporter und dem Mercedes Vito, mit Aufstelldach. Für den Vito gibt es auch eine Werz-Spezialität, einen Magnum 2.0: einen Vito mit Hochdach.
Test: Werz Camper 505
Der Westfalia Club Joker Urban ist ein vielseitiger Van in Pkw-Größe, der ein unvergessliches Reiseerlebnis verspricht. Dank des komfortablen Innenraums und der äußerst flexiblen Ausstattung wie auf Schienen gleitenden, herausnehmbaren Einzelsitze, seitlichen Schiebetüren, dem Aufstelldach mit großem Bett und einer Kompressor-Kühlbox. Der flexible Van bietet vier, fünf oder sechs zugelassene Sitzplätze. Schlafplätze gibt es vier: zwei oben und zwei unten. Im Aufstelldach ist die Liegefläche mit 127 mal 200 Zentimetern größer als unten, wo man mit 112 mit 190 Zentimetern auskommen muss. Die funktionale Einbauküche zeichnet sich durch viel Stauraum aus. Die Spüle und die Tanks für Frisch- und Abwasser mit 25 und 15 Litern erleichtern das Wassermanagement. Die tragbare Kompressor-Kühlbox mit 25 Litern Fassungsvermögen kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden.
Ein modularer Campingtisch mit zwei Stühlen, die in der Seitentür und in der Heckklappe verstaut werden können, komplettieren diese clevere Einrichtung, die perfekt für alle Abenteuer ist.